„Aachen-Olé“: Eine der größten Mallorcapartys der Welt

Von: Lee Beck
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Ein Meer von Menschen: Zehntausende jubelten ihren Stars bei der größten Schlagerparty der Euregio zu. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Tausende Leute klopfen im Takt ihre Schuhe über den Kopf zusammen, während Sänger Mickie Krause singt: „Sie hatte nur noch Schuhe an!“ Ob mit Schuhen oder ohne: Am Samstag steht das ehrwürdige CHIO-Gelände in der Aachener Soers kopf. Und Krause singt wieder passend dazu: „Reißt die Hütte ab!“ Und das tun die Menschen vor der Bühne dann auch – beinahe zumindest.

Sie reißen aufgestellte Schilder aus der Verankerung, um damit dem Schlagerstar zuzuwinken. Dieser  Wahnsinn hat einen Namen: Aachen Olé.

Und 60.000 Fans sind insgesamt von 13 bis 23 Uhr dabei. Das sagt jedenfalls Veranstalter Markus Krampe. Vor dem Festival hatte er nur mit gut der Hälfte gerechnet. Und diese Fans zeigen: Der Schlager, lange totgeglaubt, ist so lebendig wie nie zuvor. 20-Jährige haben Tränen in den Augen, wenn ihr Star Matthias Reim auf die Bühne tritt, während Jürgen Drews sich vor Autogrammjägern kaum retten kann.

Einer der großen Höhepunkte, Andreas Gabalier, hat seine Tournee laut Veranstalter unterbrochen, nur um in Aachen auf der Bühne zu stehen. Vor allem die Kölner Band Brings wird von vielen Zuschauern gefeiert. Weitere Stars sind die Hermes House Band, Matthias Reim, Willi Herren und R.I.O. featuring U-Jean.
Auf manchen Gruppen-T-Shirts ist zu lesen „Aachen Olé 2013 – Wir waren dabei“.

„Unfassbar, da kann man gar nichts mehr sagen“, zeigt sich Veranstalter und Manager Markus Krampe überwältigt. „Die Leute feiern einfach wie die Weltmeister“, fügt er hinzu. „Es war ein Traum, an den wir geglaubt haben und wofür wir ausgelacht wurden“, erzählt Schlagerstar Michael Wendler mit Blick auf die Masse. Zusammen mit Krampe habe er für die Veranstaltung gekämpft und offenbar gewonnen: „Der Traum ist lebendig, der Zuschauerrekord ist gebrochen“, sagen beide. Bei der Premiere im vergangenen Jahr waren 27.500 Fans in die Soers gekommen.

„Das Internet bringt die Videos mehr an die Leute, die Jugendlichen hören sich das an“, sagt der selbsternannte König von Mallorca, Jürgen Drews. „Ich dachte, ich bekomme einen Flash, als ich diese ganzen jungen Leute gesehen habe, die mitsingen“, sagt der 68-Jährige, während er im ärmellosen Satinanzug im Akkord Autogramme schreibt.

Für Nachwuchsstar Norman Langen besteht der neue Schlager aus „deutschen Texten zu internationalen Klängen“. Für ihn ist Aachen Olé ein Heimspiel. „Ich komme zwar aus Übach-Palenberg, aber ich habe eine besondere Bindung zu Aachen, weil ich früher jedes Wochenende bei meinen Großeltern in Aachen war.“ Wenn er das Publikum anfeuert „Oche, lets fetz“, dann sprengt der Jubel jeden Rahmen. „Ich möchte mit dem Schlager alt werden“, wünscht er sich mit einem sehr ehrlichen Lachen.

Auch mittendrin sind die Menschen begeistert, Kritik gibt es aber auch. „Die Atmosphäre ist wirklich toll, aber es ist schade, dass die Getränkepreise so hoch sind“, sagt Nina Schmitz aus Eschweiler. Sven Kairsch, ebenfalls aus Eschweiler, wünscht sich mehr Sitzplätze im Biergarten: „Der ist nicht groß genug.“ Familie Witt-Kämper aus Übach-Palenberg hat das Festival als Ziel für einen Ausflug gewählt: „Die Organisation und die Stimmung sind wirklich gut“, sagt Robert Witt-Kämper.

Für nächstes Jahr verspricht Markus Krampe den Aachenern noch mehr Party: Am 23. August 2014 soll einer der Topacts die Techno-Band Scooter sein. „Das ist schon ein Riesending, das wir da klar gemacht haben. Aber es werden auf jeden Fall noch mehr Überraschungen kommen“, verspricht Krampe.

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