Aachen - Naumburg: Eine Partnerschaft mit „besonderer Tiefe“

Von: Nina Krüsmann
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Die Mitglieder des Bürgerkomitees Aachen-Naumburg sind nach ihrer Rückkehr von der Jubiläumsfahrt anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Städtepartnerschaft begeistert. Foto: Nina Krüsmann
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Die beiden Oberbürgermeister beim Empfang auf dem Theaterplatz in Naumburg: Marcel Philipp (links) und Bernward Küper. Foto: Torsten Biel

Aachen. „Naumburg hat für uns ein Wochenende organisiert, das so großartig war, dass keiner von uns diese schönen Tage im Leben vergessen wird.“ Rolf Igel ist hörbar begeistert. Der Vorsitzende des Bürgerkomitees Aachen-Naumburg ist in der vergangenen Woche mit einer Aachener Delegation an die Saale gereist, wo pünktlich zur Jubiläumsfahrt anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Städtepartnerschaft zwischen Aachen und Naumburg das Weinfest, der Töpfermarkt und das Drehorgelfest für Unterhaltung sorgten.

Im Mittelpunkt des Wochenendes stand aber natürlich der Festakt zum silbernen Jubiläum der deutsch-deutschen Städtepartnerschaft. Oberbürgermeister Marcel Philipp, Bürgermeisterin Hilde Scheidt, Vertreter der Aachener Vereinswelt und der Kirche, darunter Pfarrer Franz Josef Radler von der Pfarre Franziska von Aachen, waren dabei.

Ein Lauf hatte beide Städte zu Beginn des Festwochenendes symbolisch miteinander verbunden: Naumburgs Oberbürgermeister Bernward Küper begrüßte die 13 Teilnehmer des Städtepartnerschaftslaufes unter dem Motto „Wir halten die Partnerschaft am Laufen“. Sie hatten binnen drei Tagen die rund 550 Kilometer zwischen den Städten im Westzipfel und Sachsen-Anhalt bewältigt. Dafür wurden sie bei ihrer Ankunft auf dem Theaterplatz in Naumburg mit verdientem Applaus und bunten Fähnchen begrüßt.

Angret Neubauer, Annegret Beyer, Jens Sperlich, Karl-Erhard Kirsten, Markus Kornalewski, Ralf Neubauer, Steven Erdmann, Michael Strenzke, Michael Scholz, Peter Franzke sowie die beiden Aachener Rainer Ehrt und Jochen Luszak waren in drei Teams aufgeteilt. Der Organisator Christoph Franzke, der sich aufgrund einer Verletzung von Sohn Peter auf der Strecke vertreten ließ, war begeistert. Eine Wiederholung ist in fünf Jahren geplant. Die erfolgreichen Läufer waren die ersten Vorboten zum Jubiläumswochenende. Der voll besetzte Bus des Komitees folgte ihnen.

„Man hat uns beim Weinfest solch einen tollen Empfang bereitet, die ganze Stadt war auf den Beinen“, erzählt die zweite Vorsitzende des Komitees Elke Crumbach über die Atmosphäre der Gastfreundschaft. Nach der offiziellen Begrüßung war wie an jedem Tag viel Zeit zur Pflege alter und neuer Kontakte. Musik, Tanz und ein kleines Grillfest sorgten für Kurzweil, die Aachener verliehen goldene Kaiser-Karls-Orden. „Wir haben viele neue Freundschaften geschlossen und freuen uns schon auf das nächste Treffen in Naumburg“, sagen Edgar Jansen und Karola Chamberlain-Jansen. Sie waren dieses Jahr schon das zweite Mal in der Partnerstadt: Bereits im Juni hatte sich eine Gruppe zur Begegnungsfahrt des Bürgerkomitees Aachen-Naumburg zum Kirschfest nach Naumburg aufgemacht.

Seit 25 Jahren besteht der Austausch zwischen den beiden Domstädten. Es entwickelte sich eine rege Städtepartnerschaft, die von einem herzlichen Miteinander geprägt ist. Kontakte bestehen zwischen den Gemeinden Hl. Kreuz in Aachen und St. Peter und Paul in Naumburg, im Bereich von Wissenschaft und Wirtschaft sowie unter anderem mit den Schülern des Domgymnasiums Naumburg und mit den örtlichen Kanuten.

Mehr als 300 geladene Gäste waren zur Jubiläumsfeier in den Naumburger Dom gekommen, allen voran die Stadtoberhäupter Marcel Philipp und Bernward Küper in Begleitung des Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff. Der sprach von einem „Termin, der den Tag krönt“. Die Partnerschaft werde getragen von Begeisterung in beiden Städten, die wegen ihres großen historischen Erbes hervorragend zusammenpassten. Hausherr Dechant Curt Becker verwies auf den Wandel der Partnerschaft, von einer einst von oben verordneten zu einer lebendigen. Eine Partnerschaft müsse von unten wachsen – so wie diese.

Naumburgs OB Küper betonte, die Partnerschaft sei keine der Rathäuser, sondern der Menschen, die sie über die Jahre pflegten durch persönliche Kontakte und Begegnungen. „Dadurch erfährt die Verbindung eine besondere Tiefe. Das ist nicht selbstverständlich“, sagte Küper. „Die Erinnerung daran, dass es einmal anders war, verhindert, das zu vergessen“, sagte Marcel Philipp mit Blick auf die Deutsche Einheit. „Diese Partnerschaft zwischen Naumburg und Aachen hat deutsche Geschichte geschrieben“, sagte Helga Heilig, Sprecherin der Arbeitsgruppe Städtepartnerschaft im Bürgerverein Naumburg. Stimmungsvoll war die anschließende Feier im Domgarten, natürlich erst nachdem die Hymne „An der Saale hellen Strande“ gesungen worden war.

Am Sonntag demonstrierte ein Gottesdienst im Dom den Brückenschlag zwischen dem katholisch geprägten Aachen und Naumburg, dessen prachtvolles Pendant zum Öcher Münster mit seinen Stifterfiguren in staatlichem Besitz ist und sonst eher protestantisch geprägt ist.

„Herzlichkeit sehr gewachsen“

„Es war eine wunderschöne Fahrt mit vielen Eindrücken und Begegnungen. Das Jubiläum war so großartig wie ich es nie erwartet hätte“, lobte Rosemarie Henseleit, ebenso wie Anneliese Bimmermann: „Die Herzlichkeit der Naumburger und Aachener ist in den Jahren sehr gewachsen. Besonders schön zum Jubiläum war die Benennung des Platzes vor dem Hauptbahnhof in den Aachener Platz.“ Tatsächlich hat der bislang namenlose Platz nun ein schmuckes neues Straßenschild erhalten, das die beiden Oberbürgermeister gemeinsam feierlich enthüllten.

„Es ist eine „Städtepartnerschaft der Herzen“, für die wir in diesen schönen Tagen viel neue Kraft und Kreativität gewonnen haben“, freut sich Rolf Igel. Die Aachener Delegation knüpfte Kontakte zwischen Jugendeinrichtungen in Naumburg und in Richterich, eine Glühwein-Benefizaktion mit Öcher Printen soll in Naumburg Spenden für die Aachener Lebenshilfe einbringen. Spätestens beim Karlsfest im kommenden Januar wollen sich die offiziellen Vertreter in Aachen wiedertreffen.

Bis dahin lädt das Städtepartnerschaftsfest im Aachener Rathaus am Sonntag, 8. September, dazu ein, das Bürgerkomitee kennenzulernen. Gegen 14 Uhr wollen die Vorstandsmitglieder mit Fotos und Filmen die Öcher an ihren schönen Erlebnissen teilhaben lassen.

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