Aachen - Aachen ist nun „Lead Partner“ im Verkehr

Aachen ist nun „Lead Partner“ im Verkehr

Von: Werner Breuer
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Aachen. Aus einem neuen Fördertopf kann die Stadt etwas Honig saugen. „Civitas“ heißt das Programm, und die EU-Kommission verwöhnt damit Gemeinwesen, die sich eifrig Gedanken über nachhaltige Mobilität machen.

Neu ist das Füllhorn allerdings nur für Aachen. Seit zehn Jahren schon verteilt Brüssel die Fördergelder in ganz Europa. Berlin und Bremen haben schon etwas abbekommen, nun ist nach Stuttgart auch Aachen als vierte deutsche Stadt an der Reihe. „Wir sind schon stolz, dass wir den Zuschlag bekommen haben“, sagt Planungsdezernentin Gisela Nacken.

Aachen ist nun „Lead Partner“, zusammen mit den Städten Gdynia in Polen, Koprivncia in Kroatien und dem spanischen Palma de Mallorca. Gemeinsam wollen sie überlegen, „wie wir dem öffentlichen Verkehr in den Innenstädten etwas Gutes tun können“, erklärt Oberbürgermeister Marcel Philipp.

Die Aachener haben da schon mal etwas vorbereitet: In Sachen Elektromobilität könnte das Netz von Verleihstationen für Pedelecs und Elektroautos weiter ausgebaut werden, erklärt Uwe Müller, Abteilungsleiter Verkehrsmanagement bei der Stadt. Aber auch neue Angebote speziell für Mehrfamilienhäuser könnten ersonnen werden, etwa mit einer Ladestation im Gebäude oder Leihfahrzeugen. Denn die hübsche Vision vom Elektroauto, das nachts in der heimischen Garage mit Strom aus der Steckdose wieder aufgepäppelt wird, klappt in Großstädten wie Aachen eben nicht immer – nicht jeder hat eine Garage und nicht jede Garage eine Steckdose.

Beratschlagt wird auch über eine Verkehrsentwicklungsplanung über die Stadtgrenzen hinaus. Schließlich gebe es vielfältige Pendlerbeziehungen zwischen dem Oberzentrum und seinem Umland, erklärt Müller, deshalb sei auch die Städteregion mit im Boot.

„Aber die eigentliche Revolution findet bei der Datenverarbeitung statt“, meint OB Philipp. Das „Nutzerverhalten“ der Verkehrsteilnehmer wird nach seiner Ansicht künftig noch mehr geprägt durch Smartphones und Apps. Philipp arbeitet nach eigenem Bekunden „gerne und relativ leicht mit diesen Geräten“, die noch jüngere Generation sei sogar „damit verwachsen“. Mit dem Auto könne man bei den jungen Leuten keinen Eindruck mehr schinden, glaubt der OB: „Das Statussymbol ist das Handy und die Anzahl der Freunde, mit denen ich mich darüber vernetze.“

Diese Generation sei „multimobil“ unterwegs, meint Uwe Müller, Sie nutze das Auto, die Bahn, das geliehene Elektromobil oder den Bus je nach Gemengelage. Wichtig sei daher ein guter Informationsfluss in der digitalen Medienwelt, damit etwa der Busfahrgast an der Haltestelle direkt erfahren kann, wie lange er warten muss.

Dafür überweist die EU-Kommission rund 2,7 Millionen Euro nach Aachen. Allerdings bekommt die Stadt nicht das ganze Geld, sondern muss es sich mit diversen Partnern teilen: Auch Aseag, Hochschule, Städteregion, Cambio Carsharing oder auch die Gewoge arbeiten schließlich mit an den Visionen für die schöne neue Mobilität.

Campusbahn profitiert indirekt

Für die Campusbahn fällt von dem hübschen Sümmchen allerdings nichts ab, oder laut OB zumindest „nicht direkt“. Von Neuerungen in Sachen Mobilitätsverbund würde die Bahn allerdings indirekt profitieren.

Aber einstweilen muss sich ja erst noch zeigen, ob der Zug überhaupt kommt.

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