Aachen investiert weiter in die Kinderbetreuung

Von: Am Aachen-Barometer haben mitgewirkt: Gerald Eimer, Margot Gasper, Achim Kaiser, Wolfgang Schumacher und Alfred Stoffels.
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Die Zahlen zeigen die Auswirkungen der Wirtschaftskrise - mit Ausnahme der Ausbildungsverträge: Das Minus beruht laut IHK und Handwerkskammer im Wesentlichen auf einen Rückgang der Bewerber.

Aachen. Bislang hat sich die Finanzkrise noch nicht sichtbar auf die großen Projekte in der Stadt ausgewirkt. Das neue Tivoli-Stadion wurde planmäßig fertiggestellt und ist deshalb - als alter Spitzenreiter - nicht mehr im aktuellen Aachen-Barometer platziert.

Die Bauvorhaben machen ganz unterschiedliche Fortschritte, wie der Blick auf die sechste Ausgabe des Aachen-Barometers zeigt. Dabei geht es auch diesmal nicht darum, die zahlreichen Baustellen inhaltlich zu bewerten, sondern lediglich einzuordnen, ob und wie sie von der Stelle kommen.

Neuer Spitzenreiter ist die Aachen-Münchener mit ihrem 100-Millionen-Euro Bau an Franzstraße und Borngasse. Das neue Direktionsgebäude des Versicherungskonzerns steht kurz vor der Vollendung, zurzeit wird auf Hochtouren an der Innenausstattung gearbeitet. Wenn im Frühjahr alles fertig ist, steht an dieser zentralen Stelle der Innenstadt ein Riesenschreibtisch für 1000 Mitarbeiter, garniert von einem „Boulevard”, einem Park und gastronomischen Einrichtungen - städtebaulich richtig wertvoll.

100 neue U3-Plätze

In die Kinderbetreuung wird weiter kräftig investiert. Seit dem 1. August 2008 zahlen Eltern keine Beiträge für den Kindergartenplatz, wenn ihr Kind zwischen drei und vier Jahre alt ist. Derzeit profitieren davon die Eltern von 3003 Kindern (42,7 Prozent aller Kita-Kinder). Für die Stadt schlägt diese Entlastung im laufenden Jahr mit gut 1,5 Millionen Euro zu Buche.

Die Betreuungsangebote für Kleinkinder werden weiter ausgebaut. Aktuell gibt es in Aachen 1361 Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren. In diesem Jahr sollen weitere 100 U3-Plätze entstehen. Ursprünglich geplant war allerdings ein jährlicher Ausbau um 150 U3-Plätze. Aufgrund der Kostenentwicklung wurden aber zunächst nur 100 neue Plätze in die mittelfristige Finanzplanung aufgenommen. Nach derzeitiger Planung sollen 2013 dann insgesamt 1970 Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren zur Verfügung stehen, davon 400 bei Tagesmüttern.

Die Ursulinerstraße wird demnächst das Netz der Aachener Fußgängerzonen ergänzen; es sieht schon alles ziemlich komplett aus nach aufwendigem Umbau. Spätestens im Sommer soll es gleich neben dem ebenfalls neuen Elisengarten eine schöne Flaniermeile geben, mit Außengastronomie und allem Drum und Dran.

Zur Vertragsunterzeichnung reiste sogar Regierungspräsident Hans Peter Lindlar an: Drei Schulen im Ostviertel gehen neue Wege. Das Geschwister-Scholl-Gymnasium, die Hugo-Junkers-Realschule und die Hauptschule Aretzstraße arbeiten in Zukunft eng zusammen, um ihren Schülern zum bestmöglichen Abschluss zu verhelfen. Zum Schuljahr 2010/11 geht der Schulverband Aachen-Ost offiziell an den Start. An der Durchlässigkeit des Systems Schule wird aber schon seit Monaten intensiv gearbeitet.

Zur Stadtentwicklung: Gute Nachricht kam zum Thema RWTH-Campus Melaten. Stolz verkündeten die Planer, dass bereits 88 Unternehmen für eine Ansiedlung in den Forschungsclustern gezeichnet haben, der Spatenstich soll am 28. Februar stattfinden. Bergauf soll es jetzt auch im Norden gehen. Für die Erneuerung des alten Industrie- und Handwerksgebietes Aachen-Nord zwischen Hansemann und Prager Ring stellt das Land 13 Millionen Euro aus dem Topf „Soziale Stadt” zur Verfügung.

Eine gewisse Ratlosigkeit herrscht rund um den Kaiserplatz. Die seit Jahren versprochene Galerie lässt weiter auf sich warten. Eigentlich sollten im Frühjahr 2009 die Bagger anrollen. Bislang ist zwischen Harscampstraße und Wilhelmstraße nichts passiert, nur die Bürgerinitiative hat sich umbenannt: Aus „Kaiserplatz-Galerie - aber anders” ist „Kaiserplatzgalerie? Nein danke” geworden.

Neue Windräder

Aachen soll peu à peu mit neuen Windrädern bestückt werden, als zusätzliche Standorte sind unter anderem der Kornelimünsterwald und Vetschau im Gespräch. Vorher muss aber noch sehr viel geprüft werden. Zukunftsmusik ist auch das Solarprojekt auf Camp Hitfeld: Angedacht ist ein gewaltiges Feld mit Sonnenkollektoren, weit gediehen ist die Idee allerdings noch nicht. Vor allem benötigt man einen Betreiber.

An Haushaltssanierung ist derzeit wohl kaum zu denken. Zwar will die neue schwarz-grüne Koalition vor allem mit Blick auf das kommende Jahr sparen, wo es nur geht. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass sich das Haushaltsloch deshalb verkleinert. Wegen der zu erwartenden Einbußen in der Gewerbesteuer droht vielmehr das Schreckgespenst eines Nothaushalts. Aber so weit ist es zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht.
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