Aachen - Aachen braucht bis zu 30 neue integrative Kita-Gruppen

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Aachen braucht bis zu 30 neue integrative Kita-Gruppen

Von: Margot Gasper
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Nicht nur das ehrgeizige Ausbauprogramm für die unter Dreijährigen wird die Kindergarten-Landschaft in den nächsten Jahren kräftig umkrempeln. In Aachen ist auch eine große Zahl von heilpädagogischen Betreuungsplätzen für Kinder mit Behinderung in integrative Plätze umzuwandeln.

Die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung schreibt die Teilhabe Behinderter in allen Lebensbereichen fest. Diese Übereinkunft ist auch in Deutschland verbindlich. Die Träger heilpädagogischer Kindergärten und Kita-Gruppen drängen seit langem auf eine Umwandlung der heilpädagogischen in integrative Plätze. Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) als Kostenträger der heilpädagogischen Gruppen unterstützt dies.

„Kinder mit Behinderungen und Kinder, die von einer Behinderung bedroht sind, sollen gemeinsam mit Kindern ohne Behinderung gefördert werden.” So steht es auch im 1. Änderungsgesetz zum NRW-Kinderbildungsgesetz (Kibiz). Eine verbindliche Zielvereinbarung steht jedoch noch aus.

Bei der Stadt Aachen geht man derzeit davon aus, dass in etwa fünf Jahren ein Wechsel zu vollziehen ist: von der Betreuung behinderter Kinder in heilpädagogischen Gruppen hin zur Betreuung überwiegend in integrativen Gruppen, in denen behinderte und nicht behinderte Kinder gemeinsam spielen und lernen.

Einen Eindruck vom Umfang des Umwandlungsprogramms erhielten jetzt die Mitglieder des Kinder- und Jugendausschusses. Die Verwaltung geht davon aus, dass in den nächsten Jahren bis zu 30 neue integrative Gruppen eingerichtet werden müssen.

Schließlich gibt es derzeit in Aachen 107 heilpädagogische Betreuungsplätze für Kinder mit besonderem Förderbedarf. Und um eine einzige heilpädagogische Gruppe zu ersetzen, werden zwei bis drei integrative Gruppen nötig sein.

Neue integrative Plätze haben immer auch Auswirkungen auf das gesamte Platzangebot, erklärte eine Vertreterin des Jugendamts den Politikern. Wandelt man zum Beispiel eine Regelgruppe für über Dreijährige in eine integrative Gruppe um, so fallen aufgrund der veränderten Gruppenstärke auf einen Schlag 15 Plätze für Regelkinder weg. Und das wirkt sich auch auf die Kitas im Umfeld aus. Jede neue integrative Gruppe wiederum schafft auch zehn neue Regelplätze.

Sehr behutsam

Mit der Verwaltung war sich die Politik einig, dass ein solcher Umbau des Systems sehr behutsam über mehrere Jahre angepackt werden müsse.

Neben dem zeitlichen Rahmen ist derzeit auch bei den Finanzen noch vieles unklar. Ausschussvorsitzende Ruth Wilms (CDU) beklagte, dass sich das Land wieder einmal entlaste und die Kommunen weiter belaste. Bernd Krott (SPD) betonte, dass man jetzt über die kommunalen Spitzenverbände in Düsseldorf massiv darauf hinwirken müsse, dass die Kindpauschalen, die das Land pro Kita-Platz zahlt, erhöht werden.

Auch Kinder unter drei Jahren mit Behinderung haben ab Sommer 2013 einen Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz. Es gibt zwar schon integrative U3-Plätze in Aachen, aber die angepeilte Ein-Prozent-Quote ist noch nicht erreicht.
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