Aachen - Aachen-Arkaden sorgen für Zwist bei den Politikern

Aachen-Arkaden sorgen für Zwist bei den Politikern

Von: Werner Czempas
Letzte Aktualisierung:
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Zu wenige Kunden und zu viel Leerstand machen den Aachen-Arkaden zu schaffen. Foto: Harald Krömer

Aachen. In der Bezirksvertretung Aachen-Mitte sind die Bezirksvertreter wegen des neuen Einkaufszentrums Aachen-Arkaden am Bahnhof Rothe Erde mächtig aneinander geraten.

Investor TCN möchte die Verkaufsflächen insbesondere bei Textilien und Büchern teilweise drastisch erhöhen. Dazu müsste der erst vor einem halben Jahr beschlossene Bebauungsplan geändert werden, auch müssten die von Einzelhandel und IHK vorgebrachten Bedenken wegen der befürchteten negativen Folgen für den ortsansässigen innerstädtischen Handel zurückgewiesen werden.

Das schlägt die Verwaltung den Politikern so auch vor. Doch eine eigentümliche Allianz aus CDU, FDP und der Linken ist anderer Meinung. Vehement wehrte sich CDU-Fraktionschef Michael Janßen gegen das bereits umlaufende Wort, wer die TCN-Pläne ablehne, mache sich zum „Totengräber” der Arkaden. Vom Investor seien handwerkliche Fehler gemacht worden, viele Probleme der Arkaden lägen bei ihm, die Politik lasse sich nun nicht die Pistole auf die Brust setzen und den Schwarzen Peter zuschieben.

Ganz die Tür zuschlagen mochte die Union aber auch nicht, die Verwaltung möge noch einmal in Gespräche mit dem Investor einsteigen, vor allem über die Parkprobleme.

Auch die FDP verweigert sich einer Veränderung der bisher zulässigen Verkaufsflächen. Seine Partei, argumentierte Wilhelm Helg, komme ja wohl unbestritten der Wirtschaft „am meisten entgegen”, aber irgendwann sei eine Grenze erreicht. Die Politik mache sich unglaubwürdig, wenn sie schon nach einem halben Jahr einen Bebauungsplan wieder ändere. Helg: „Der Investor muss sich selber an die Nase fassen, er muss selber tätig werden, um die Leerstände zu beseitigen.”

Lilli Philippen (SPD) mochte angesichts des offensichtlichen Arkaden-Malheurs „nur noch beten”. „Lassen wir es den Investor mit den geänderten Verkaufsflächen probieren”, so ihr optimistischer Appell, und dann malte sie doch schwarz: „Wahrscheinlich funktioniert auch das nicht.”

In Sachen Parkhaus und Job-Tickets für Mitarbeiter der Arkaden-Läden sei „einiges in Bewegung gekommen”, berichtete Bezirksvorsteher Heiner März (SPD) aus einer Bürgerversammlung am Vorabend, wohl in der Hoffnung, CDU und FDP doch noch zu einer Arkaden-freundlichen Linie zu bringen. Doch die CDU brachte die „dringliche Bitte” vor, einen Beschluss zu vertagen, es herrsche keine Zeitnot, nur so könne Druck auf den Investor ausgeübt werden.

Das Ergebnis fiel wie erwartet aus: CDU, FDP und Die Linke stimmten gegen den Verwaltungsvorschlag, die SPD dafür, die Grünen enthielten sich. März interpretierte verstimmt: „Das heißt, der Vorschlag, den Aachen-Arkaden eine Erhöhung der Verkaufsflächen in den gewünschten Sortimenten zu erlauben, ist damit abgelehnt. So einfach ist das.”
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