Aachen - Aachen-Arkaden: Politik bleibt reserviert

Aachen-Arkaden: Politik bleibt reserviert

Von: Alfred Stoffels
Letzte Aktualisierung:
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Rauf oder runter? Der Investor der Aachen-Arkaden würde gerne den „Branchenmix” verändern und vor allem mehr Textilien anbieten, doch die Mehrheit der Ratspolitiker will dem nicht zustimmen.

Aachen. Die Betreiber der Aachen-Arkaden werden wohl bis auf Weiteres mit dem „Branchenmix” zurecht kommen müssen, den sie sich ursprünglich ausgedacht haben, den sie aber mittlerweile für eher misslungen halten.

Besonders im Textilbereich soll daher kräftig nachgerüstet und die Verkaufsfläche für Bekleidung um fast 40 Prozent erhöht werden. Dazu muss die Politik allerdings die Genehmigung erteilen - und nach Stand der Dinge ist die nicht zu erwarten: Lediglich die SPD will dem Investor grünes Licht geben, die anderen Parteien halten sich bedeckt. Was bedeutet: keine Mehrheit.

Am Montagabend beschäftigten sich Christ- und Sozialdemokraten ausführlich mit dem kitzligen Thema, denn Einzelhandel und IHK befürchten größeren Schaden für die Geschäftsleute in der Innenstadt, wenn sich in den Aachen-Arkaden die Gewichte dermaßen verschieben. Besonders die CDU nahm sich viel Zeit und diskutierte lange in großer Runde. Am Ende stand der Beschluss: Wir werden den Veränderungswünschen so nicht zustimmen.

Nicht ohne Gegenleistung

Fraktionsvorsitzender Harald Baal: „Das Ding steht, wir haben die Idee auch immer mitgetragen, wir wollen dem Betreiber helfen und ihn unterstützen”, aber nicht ohne Gegenleistung. Dazu gehöre, dass sich der Investor „in die Problemlösungen einbringt”.

Konkret meint die CDU damit, dass der Ärger mit dem Parken aufhören muss. Die Nachbarschaft klagt schon lange über Kunden und Mitarbeiter, die ihnen die Stellplätze am Straßenrand streitig machen. Möglicherweise sei es sinnvoll, so Baal, das Parkhaus der Aachen-Arkaden gratis zur Verfügung zu stellen. Gerne wissen würde die CDU auch, welche potenziellen Mieter sich zusätzlich ansiedeln sollen.

Auch FDP und Grüne stehen der Bastelei am Branchenmix reserviert gegenüber. Die Grünen, die das ganze Arkaden-Projekt wegen seiner Größe von Anfang an kritisch beäugt haben, werden sich der Stimme enthalten (Fraktionssprecher Michael Rau: „Wir bleiben bei unserer Linie”), die Liberalen sind aus prinzipiellen Grünen gegen die ganze Änderei. Ratsherr Wulf Pabst: „Es gibt klare Vereinbarungen, von denen sich der Investor verabschieden will. Das darf nicht Schule machen.”

Die SPD also alleine auf weiter Flur. Sprecher der Sozialdemokraten erklärten am Dienstag, die Kommunalpolitiker dürften sich in Sachen Aachen-Arkaden nicht dem Vorwurf aussetzen, einer Rettung des Projekts im Wege gestanden zu haben. Fraktionschef Heiner Höfken: „Wir wollen nicht der Totengräber sein, wir wollen nicht, dass da eine Ruine sinnlos herumsteht.” Immerhin trage die erst im Herbst vergangenen Jahres eröffnete Einkaufslandschaft zur dringend nötigen Aufwertung des gesamten Ostviertels bei. SPD-Planungsexperte Norbert Plum betonte, nach stattgefundenem Ortstermin stehe für ihn fest, dass es auch in Zukunft keinen „Kaufkraftabfluss” aus der Innenstadt Richtung Aachen-Arkaden geben werde, „da besteht keine allzu große Gefahr”. So ähnlich steht das auch im von Investor TCN in Auftrag gegebenen Gutachten. Höfken: „Dieses Gutachten ist nicht furchtbar überzeugend, aber das vom Einzelhandel angestimmte Gejammer ist es auch nicht.”

Manfred Piana, Geschäftsführer des örtlichen Einzelhandelsverbands, hält seine Bedenken gleichwohl aufrecht, „jetzt schon geht es führenden Textilhäusern in der Stadt nicht so gut”. Und „in der Pipeline” sei ja auch noch die Kaiserplatz-Galerie mit ihren geplanten 28500 Quadratmetern - „Umsatz kann man ja nicht unendlich generieren”.

Konkret geht es darum, die maximalen Verkaufsflächen in den Aachen-Arkaden folgendermaßen zu verändern: im Bereich Textilien von 5600 auf 7700 Quadratmeter, bei Schuhen und Lederwaren von 1600 auf 1850 Quadratmeter, bei Büchern und Schreibwaren von 600 auf 1300 Quadratmeter. Die im Bebauungsplan festgesetzte Gesamtverkaufsfläche von 16.000 Quadratmetern soll nicht verändert werden.
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