Aachen: 1500 Menschen protestieren gegen Neonazis

Von: Achim Kaiser und Michael Klarmann
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Aachen. Rund 1500 Menschen haben am Samstag im Aachener Ostviertel gegen einen Aufmarsch von Neonazis demonstriert. Demgegenüber standen 165 Rechtsextreme, die eigens aus Belgien, den Niederlanden und weiten Teilen Nordrhein-Westfalens mit dem Zug angereist waren.

Schon gegen 7 Uhr hatte die Polizei damit begonnen, rund um den Aachener Bahnhof Rothe Erde und dem viel befahrenen Adalbertsteinweg Absperrungen zu errichten, um den Verkehr weiträumig umzuleiten. Zeitgleich versuchten 50 Personen aus der linken Szene vergeblich, den Bahnhof im Aachener Osten zu besetzen. Polizeibeamte der zahlreichen Einsatzhundertschaften drängten die vermeintlichen Bahnhofsbesetzer ab, Wasserwerfer fuhren auf und ein Polizeihubschrauber kreiste über das Viertel . Anwohner und Bahnreisende konnten die Absperrungen noch passieren. Gegen 11 Uhr trafen die ersten Neonazis ein, Bahnhof und Straßen wurden dicht gemacht.

Knapp hundert Meter entfernt, von der Polizei mit großem Aufgebot getrennt, sammelten sich die Gegendemonstranten, die aus unterschiedlichen politischen Lagern, gesellschaftlichen Gruppierungen und Religionsgruppen kamen, Auch viele ausländische Bürger nahmen an der Kundgebung zu mittäglicher Stunde teil.

„Mit ihrem Plan, gegen den Bau der Yunus-Emre-Moschee zu demonstrieren, verüben die Neonazis einen Anschlag auf das friedliche Zusammenleben in unserer Stadt”, sagte Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp. Im Kampf gegen den Rechtsextremismus gebe es keinen Streit unter Demokraten: „Wir in Aachen zeigen dies in einem breiten Bündnis. Unsere Stadt hat keinen Platz für braunes Gesocks.”

Während rund 600 Leute am Nachmittag nahe der geplanten Moschee ein internationales Familien- und Nachbarschaftsfest feierten, marschierte nur 200 Meter entfernt eine kleine rechte Gruppe auf, deren Protestzug sich nach nur 100 Minuten wieder auflöste. Ein Neonazi wurde festgenommen, acht Ermittlungsverfahren wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz wurden eingeleitet. Gegen 17 Uhr floss der Verkehr wieder störungsfrei über den Adalbertsteinweg.
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