96 Eingaben zur Windkraft: Das dauert

Von: Werner Breuer
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Beim Erörterungstermin zu den geplanten Anlagen im Münsterwald kamen die Beteiligten in zwei Stunden kaum über Verfahrensfragen hinaus.

Aachen. Dass es etwas länger dauern würde, war wohl allen Beteiligten klar. „Ich denke, wir treffen uns hier morgen noch einmal“, sagte Verhandlungsleiterin Elke Lammers vom städtischen Rechtsamt etwa zur Mittagszeit. Da waren beim Erörterungstermin zur Windenergie im Münsterwald schon zwei Stunden vergangen, doch über Verfahrensfragen war man kaum hinausgekommen.

Das Verfahren wirft in der Tat Fragen auf bei den Gegnern der geplanten sieben Windkraftanlagen im Münsterwald. Sie argwöhnen, dass die Stadtverwaltung es an der gebotenen Neutralität fehlen lässt. Zu der aber sei die Genehmigungsbehörde jetzt verpflichtet, betonte Verhandlungsleiterin Lammers am Dienstag in der gut besuchten Aula des Inda-Gymnasiums in Kornelimünster. Nach den politischen Beschlüssen etwa zur Ausweisung von Konzentrationsflächen gehe es nun nur um die Genehmigungsfähigkeit der Anlagen.

Sieben Rotoren der Marke Vesta mit einem Rotordurchmesser von 112 Metern und einer Gesamthöhe von 196 Metern will die Firma Juwi errichten, fünf westlich der Himmelsleiter, zwei östlich davon. Die Leistung der Windräder gibt Juwi mit 3,3 Megawatt an, was Kritiker wie Siegfried Klinkhammer stutzig werden ließ. Zuvor sei immer von zwei Megawatt die Rede gewesen, merkte er an. Das mache durchaus einen Unterschied, etwa auch im Flächenverbrauch. Seinerzeit sei es aber bloß um die generelle Zulässigkeit von Windkraftanlagen im Münsterwald gegangen, hielt Elmar Wiezorek, der Leiter des städtischen Fachbereichs Umwelt, dagegen. Der konkrete Anlagentyp sei dann Gegenstand des Genehmigungsverfahrens, „und da sind wir jetzt“.

Das Thema Flächennutzungsplan (FNP) hält man bei der Stadt dagegen für erledigt, doch Claus Mayr vom Naturschutzbund sieht das anders. Der FNP sei keinesfalls rechtskräftig, dagegen sei eine Klage beim Oberverwaltungsgericht in Münster anhängig. Der Entscheidung sieht man bei Juwi jedoch gelassen entgegen. Zudem verwies die Firma auf neue Gutachten und Kartierungen aus dem vergangenen Jahr, die noch nicht öffentlich ausgelegen hätten.

Vertreter der Umweltverbände reagierten verschnupft. „Wir müssen fristgerecht unsere Eingaben machen“, empörte sich Rainer Hülsheger von der Landesarbeitsgemeinschaft Natur und Umwelt (LNU), der Antragsteller dürfe hingegen noch später nachliefern. Hülsheger beantragte den Abbruch des Verfahrens, „weil wir nicht über die vollständigen Unterlagen verfügen“.

Verhandlungsleiterin Lammers sah es gelassener: Für die spätere Entscheidung sei das wohl wichtig, dann könnten aber auch die Verbände ihre Sicht der Dinge noch einmal darlegen. Den Erörterungstermin betreffe das jedoch nicht. Da gab es ohnehin genügend Gesprächsstoff. Zu bereden gab es 92 Eingaben von privater Seite und vier von Trägern öffentlicher Belange, etwa Behörden oder Verbände. Da vergeht ein Tag wie im Flug.

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