800 von 2500 Tonnen Salz schon verbraucht

Von: Heiner Hautermans
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Aachen. „So viele E-Mails und Telefonate zu rutschigen Gehwegen haben wir noch nie bekommen.” Aachens oberster Schneeräumer Dieter Lennartz berichtete am Freitag von den Erfahrungen des noch jungen, aber heftigen Winters.

Abendlicher Schneefall, der zuletzt niedergegangen war, hatte wohl dazu geführt, dass über Nacht viele nicht geräumte Bürgersteige vereist waren. Weil zwar die meisten Hausbesitzer sich an die Spielregeln halten, einige aber die Räumpflicht auf die leichte Schulter nehmen, erläuterte der Abteilungsleiter für Abfallwirtschaft und Stadtreinigung noch einmal die Spielregeln, einfach zusammenzufassen in dem Goethe-Zitat: „Ein jeder kehre vor seiner Tür.”

Gehwege sind in einer Breite von 1,50 Meter von Schnee freizuhalten und bei Glätte mit abstumpfenden Mitteln (kein Salz) zu bestreuen. Falls Radwege vor dem Haus liegen, sind sie ebenfalls zu räumen, jeweils von 7 bis 20 Uhr nach Beendigung des Schneefalls. An Bushaltestellen müssen die Anlieger die Ein- und Ausstiegspunkte freimachen. Bei Verstößen können Bußgelder von 125 Euro verhängt werden, im Wiederholungsfall das Doppelte.

In ganz wenigen Fällen müssen Anwohner auch die Fahrbahnen räumen, das beziehe sich aber lediglich auf Anwohnerstraßen, sagt Lennartz. Die anderen Straßen in Aachen, immerhin 1213 an der Zahl mit einem Streckennetz von 1435 Kilometern, werden von den bis zu 278 städtischen Mitarbeitern des Winterdienstes freigemacht. Sie stellen die Hälfte der Mannschaft des Stadtbetriebs, mit insgesamt 50 Unimogs, Traktoren, Lastwagen und nach einem komplizierten Regelwerk.

Die Straßen sind in drei Dringlichkeitsstufen eingeteilt, meist morgens ab 4 Uhr geht es dann zunächst auf die Fahrbahnen mit besonderer Bedeutung und stark frequentierte Zebrastreifen oder wichtige Radwege in Stufe 1 - insgesamt 555 Kilometer lang. Bis zum Berufsverkehr um 7 Uhr muss Zone 1 frei sein, dann geht es in Stufe 2. 2500 Tonnen Salz hat die Stadt nach dem letzten harten Winter für die gesamte Kaltperiode gebunkert, von denen sind jetzt schon 800 Tonnen verbraucht. Es gibt aber Nachschub, die Silos werden wieder gefüllt. Salz darf jedoch nur auf Ausfallstraßen, Gefällstrecken, großen Kreuzungen und Unfallbrennpunkten gestreut werden.

Nur 30 Minuten

Zum maschinellen Winterdienst kommt noch der manuelle auf Gehwegen, Parkplätzen, Treppenanlagen, Brücken oder in Fußgängerzonen. Alle Arbeiten werden genau dokumentiert, falls es zu Schadensfällen oder Klagen kommt. Treffen jedoch Berufsverkehr und Schneeschauer zusammen, ist auch der beste Wetterdienst machtlos. Lennartz: „Eine unheilige Allianz.” Von der Erkenntnis, dass der Einsatz erforderlich ist, bis zum Ausfahren des ersten Räumfahrzeugs vergehen in der Regel nur 30 Minuten.
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