Aachen - 800 demonstrieren in Richterich und Laurensberg gegen rechts

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800 demonstrieren in Richterich und Laurensberg gegen rechts

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Aachen. Rund 800 Schüler und Lehrer des Anne-Frank-Gymnasiums sowie Eltern haben am Freitagnachmittag in Richterich und Laurensberg für Toleranz und gegen Rechtsextremismus demonstriert.

Anlass dafür war der 80. Geburtstag ihrer Namenspatin. Das Gymnasium veranstaltet deswegen eine Projektwoche. Das jüdische Mädchen Anne Frank war im Nationalsozialismus zu Tode gekommen. Ihr Tagebuch über das Leben in einem Versteck in den Niederlanden wurde weltberühmt.

Zum Andenken an Anne wurde am Freitag auch symbolisch ein Baum auf dem Schulhof gepflanzt. Er solle, sagte Schulleiter Berthold Winterlich, die Schüler immer an ihre Namenspatin erinnern. Der eindrucksvolle Demonstrationszug führte von der Schule zum Markt in Richterich.

Es nahmen unter anderem auch Bürgermeisterin Hilde Scheidt (Grüne) und die Ratsmitglieder Marcel Philipp (CDU), Karl Schultheis (SPD) und Sigrid Moselage (FDP) teil. Bei einer Kundgebung sagte eine Sprecherin der Schülervertretung, man setze auch ein Zeichen für Zivilcourage. Diese fordere zwar Mut, doch gemeinsam sei man stark.

„Wenn Anne Frank uns sehen könnte, wäre sie stolz auf uns,” sagte die Schülerin. Anlass für den Protest waren auch die rechtextremen Vorfälle in beiden Ortsteilen.

Auch diesmal hatten Neonazis in der Nacht zu Freitag auf der Wegstrecke rechtsradikale Aufkleber und Symbole hinterlassen. Die Schule hatte diese am Morgen noch entfernt. Weil es im Vorfeld zudem Hinweise darauf gegeben hatte, dass Neonazis die Demonstration stören wollte, hatte die Polizei Kräfte der Hundertschaften aus Köln und Wuppertal hinzugezogen.

Letztlich erteilten die Beamten rund zehn mutmaßlich rechtsextremen Störern in Richterich Platzverweise. Am Montag wird die Projektwoche abgeschlossen mit dem Verlegen von „Stolpersteinen” am Pastorplatz zum Andenken an Anne und zwei Familienmitglieder.
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