7355 Grundschulkinder sind mit Lehrern versorgt

Von: Margot Gasper
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Die Planung steht: „Wir haben in Aachen alle Lehrerstellen besetzen können“, sagt Schulrätin Ulla Roder. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Gut zwei Wochen noch, dann beginnt für 7355 Kinder an 38 Grundschulen in Aachen ein neues Schuljahr. Mit Lehrern werden die Grundschüler alle versorgt sein. „Wir haben in Aachen alle Lehrerstellen, auch die Vertretungsstellen, besetzen können“, bilanziert Schulrätin Ulla Roder sehr zufrieden. Auch die Vertretungsreserve, der Springerpool für kurze Vertretungen, sei gut gefüllt.

Die Planung fürs neue Schuljahr ist ein Kraftakt im Schulamt. Und bis zuletzt kann es Verschiebungen geben. Immer wieder bewirbt sich zum Beispiel ein Vertretungslehrer doch noch erfolgreich auf eine feste Stelle. „Und zack, haben wir wieder eine Lücke“, sagt Roder.

Die Vertretungslehrer mit Zeitverträgen ersetzen längerfristig Erkrankte sowie Lehrerinnen in Elternzeit oder Mutterschutz. „Ein Problem ist die hohe Zahl von Kolleginnen in Elternzeit“, verrät Ulla Roder. An vielen Grundschulen hat ein Generationswechsel stattgefunden, die Kollegien sind jung, viele Lehrerinnen und Lehrer werden jetzt Eltern. Im Altkreis Aachen sei derzeit sogar die eine oder andere Vertretungsstelle noch nicht besetzt, berichtet Roder. Spätestens am 1. November allerdings dürfte sich die Situation auch bei den Vertretungsstellen deutlich entspannen. „Ende Oktober beenden zahlreiche Lehramtsanwärter ihre Ausbildung“, erklärt die Schulrätin.

Die Zahl der GU-Schulen in Aachen steigt im neuen Schuljahr von 17 auf 18. Auch die Marktschule in Brand beginnt mit dem Gemeinsamen Unterricht (GU) von Kindern mit und ohne sonderpädagogischem Förderbedarf. In der Städteregion wurden 16 GU-Stellen ausgeschrieben, sechs davon für Schulen in der Stadt Aachen. Versorgt werden mit diesen Stellen die GU-Grundschulen Gut Kullen, Am Lousberg, Schönforst, Luisenstraße, Marktschule und Reumontstraße.

Nur drei Stellen wurden auch tatsächlich mit Sonderpädagogen besetzt. Denn weiterhin gibt es in der Städteregion nicht genug Förderschullehrer. Für die GU-Grundschulen eröffnete die Bezirksregierung Köln deshalb bereits 2012 neue Wege. Als „Quereinsteiger“ können dort auch Primarschullehrer als Sonderpädagogen arbeiten. Die 2012 eingeführte berufsbegleitende Sockelqualifizierung wird in diesem Jahr sogar deutlich ausgeweitet. „Wer sich auf eine GU-Stelle an Grundschulen bewirbt, verpflichtet sich zu einer 18-monatigen Nachqualifizierung“, sagt Roder. Diese Zusatzausbildung endet mit einem Staatsexamen, eröffnet also durchaus zusätzliche Berufschancen.

Heiß begehrt sind diese Stellen aber bisher dennoch nicht. „Die Grundschulkollegen greifen nicht sofort danach“, beobachtet Ulla Roder, „natürlich ist der Gemeinsame Unterricht auch etwas ganz anderes als die originäre Grundschularbeit.“ Manche Lehrer nehmen sogar lieber eine zeitlich befristete Vertretungsstelle an. Aus Sicht der Schulrätin hat sich das Projekt Quereinsteiger in den GU-Schulen bisher gut entwickelt – trotz aller Vorbehalte auch in den Kollegien. „Ich kann Grundschullehrer nur ermutigen, auch einen Einsatz im GU in Betracht zu ziehen“, sagt Roder.

Je mehr kleine Klassen eingerichtet werden, desto schwieriger wird die Lehrerversorgung und desto dünner die Personaldecke insgesamt. Deshalb ist die Schulrätin froh, dass in Aachen diesmal „bis auf ein paar Ausreißer“ nicht so viele kleine Klassen gebildet werden. Größter „Ausreißer“ mit nur 13 Erstklässlern im neuen Schuljahr ist die Grundschule Horbach. „Dort gibt es aber keine Alternative“, weiß Roder. „Die nächste Grundschule, in Richte­rich, ist ausgelastet.“

Nach dem – von der Politik noch nicht verabschiedeten – Schulentwicklungsplan für die Grundschulen soll die KGS Horbach zum Schuljahr 2014/15 ein Teilstandort der GGS Richterich werden. „Aber auch der Verbund wird Horbach nur retten, wenn die Schule konsequent jahrgangsgemischte Lerngruppen bildet“, warnt die Schulrätin. „Im Oktober soll es einen Infoabend für die Horbacher Eltern geben.“

Ausdrücklich begrüßt Ulla Roder die Klassengrößen, die der Schulentwicklungsplan künftig möglich machen soll. An Schulen, die in sozialen Brennpunkten und/oder im Gemeinsamen Unterricht arbeiten, können die Klassen künftig deutlich kleiner werden. „Ein guter und alternativloser Vorschlag“, lobt Roder, „für die Brennpunktschulen ist das ein echter Meilenstein.“

Eine gute Nachricht: Alle Schulleiterstellen an den 38 Grundschulen sind zum neuen Schuljahr besetzt. „An die Grundschule Düppelstraße, die mehrere Jahre hervorragend kommissarisch geleitet wurde, kommt eine erfahrene Schulleiterin aus Köln“, verrät Ulla Roder.

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