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„72 Stunden”: Beispielhafte Sozialaktion wirft Schatten voraus

Von: Jan Mönch
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Aachen. Daran, dass weiten Teilen Deutschlands im Mai eine beispiellose Sozialaktion bevorsteht, hat Kerstin Bürling keine Zweifel.

100.000 Teilnehmer am Projekt „72 Stunden” hält die Öffentlichkeitsreferentin vom Bund der deutschen katholischen Jugend (BDKJ) für möglich. 40 Tage vor Aktionsbeginn wird die Werbetrommel in Aachen als einem von 14 beteiligten Bistümern nichtsdestotrotz kräftig gerührt.

Geleitet vom Maskottchen „Stoppi” zogen Bürling und weitere Vertreter vom BDKJ so am Samstag durch die belebte Innenstadt, um „die Aktion so bekannt wie möglich” zu machen. Und um im Optimalfall weitere helfende Hände zu mobilisieren.

Die Rahmenbedingungen sind einfach: Teilnehmen kann jeder, der sich engagieren möchte. Engagieren kann man sich für alles, was für nötig gehalten wird - sei es sozialer, politischer oder ökologischer Natur.

„Das kann ein Projekt gegen Rechtsextremismus sein oder Renovierungsarbeiten an einem Spielplatz. Ich habe auch von einer Gruppe in Herzogenrath gehört, die von einem Kanu aus die Wurm von Unrat befreien wird”, sagt Peter Maxein, der das Maskottchen Stoppi mimte.

Stoppi ist der Stoppuhr nachempfunden, die beim Startschuss am 7. Mai betätigt wird - denn wie der Aktionsname es schon verrät: Jede teilnehmende Gruppe, 55 sind es bisher in Aachen und Umgebung, hat nur exakt 72 Stunden Zeit, um ihre Idee in die Tat umzusetzen.

„Daraus bezieht die Aktion schließlich ihren besonderen Reiz”, findet Kerstin Bürling. „Es wird gezeigt, wie viel in kurzer Zeit geleistet werden kann, wenn man seine Kräfte bündelt.”

Altes Problem

Besteht nicht die Gefahr, dass durch die Mammutaktion (Motto: „Uns schickt der Himmel”) Ehrenamtler Aufgaben übernehmen, die eigentlich Sache von Kommunen oder Ländern wären? Den Gedanken hatte auch Peter Maxein schon: „Das ist ein altes Problem, bei dem man ganz nüchtern abwägen muss. Packen wir jetzt alle zusammen an, oder warten wir lieber zehn Jahre, bis der Spielplatz aufgebessert und der Kindergarten renoviert ist?”

Ob helfende Hände, fachkundige Paten oder großzügige Sponsoren: Jeder, der Teil der „72 Stunden” des BDKJ werden möchte, ist willkommen.
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