Aachen - 72-Stunden-Aktion: 7000 Kinder packen im Bistum Aachen mit an

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72-Stunden-Aktion: 7000 Kinder packen im Bistum Aachen mit an

Von: Nils Heinichen
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Gar nicht so leicht: Jugendliche zogen an der Parzivalschule am Hangeweiher mit vereinten Kräften einen langen Schafzaun. Foto: Ralf Roeger
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Ab in den Ofen: Auf dem Freizeitgelände in Walheim befreiten fleißige Hände einen alten Kalkofen von Müll. Foto: Ralf Roeger
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Hoch motiviert: Diese jungen Helfer packten bei der Sanierung der Außenmauer an der Parzivalschule mit an. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Es ist Samstag, 14 Uhr. Seit gut drei Stunden arbeitet Kevin Obitz nun schon mit sieben weiteren Jugendlichen an der Parzivalschule in Aachen. Mit ihrer Leiterin, der Erzieherin vom Jugendzentrum Maria im Tann, Irene Stoffels-Brigmann, ziehen sie einen Schafszaun.

Die Aktion ist eins von rund 300 Projekten der 72-Stunden-Aktion des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), die am Donnerstag um 17.07 Uhr bundesweit mit mehr als 175.000 Aktiven begann und am Sonntag endete.

„Das ist eine gute Sache und macht dazu noch sehr viel Spaß“, erzählt Kevin Obitz, der trotz der nicht immer einfachen Arbeit seine gute Laune nicht verliert. „An manchen Stellen war es gar nicht so einfach den Zaun zu ziehen. Jetzt sind wir aber fast fertig“, ist er sichtlich stolz auf das Geleistete. 290 Gruppen mit mehr als 7000 Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen hatten sich allein im Bistum Aachen für die größte Sozialaktion, die es bisher in Deutschland gegeben hat, angemeldet. Unter dem Motto „Uns schickt der Himmel“ wurden ganz unterschiedliche Projekte durchgeführt.

Ob Renovierungsarbeiten, Benefizkonzerte oder Straßenaktionen – mit viel Herzblut engagierten sich die Teilnehmer in den vielen unterschiedlichen Aktivitäten und Projekten. „In den Projekten steckt unheimlich viel Kreativität. Es war begeisternd zu sehen, wie die Kinder und Jugendlichen zusammen arbeiteten und stolz darauf waren, was sie geleistet haben. Für viele Kinder sind das prägende Lebenserfahrungen“, sagt Gerhard Nellessen, Jugendbeauftragter und Projektkoordinator für die Region Aachen-Stadt.

Nur wenige Meter von Kevin und seinen Helfern entfernt arbeitete eine weitere Gruppe Hand in Hand. 16 Kinder und Jugendliche der Katholischen Jungen Gemeinde Burtscheid (KJG) renovierten mit Projektleiterin Andrea Prömpeler die Außenmauer der Parzivalschule. „Wir haben bereits am Freitagabend angefangen und abends hier geschlafen. Dann haben wir Samstag weitergemacht und noch gemeinsam Mittag gegessen“, erzählt Prömpeler. „Es war schon sehr anstrengend, hat aber auch unheimlich viel Spaß gemacht“, ergänzt sie.

Bereits vor vier Jahren war die Gruppe bei der Aktion dabei, unter anderem auch Anton Marliani. „Es ist einfach schön in der Gruppe zu arbeiten und dazu noch Menschen helfen zu können. Wir haben ja zwischendurch auch immer ein wenig Freizeit“, berichtet er. So wurde am Freitagabend zusammen ein Film geguckt. „Vielleicht fahren wir zur Belohnung auch noch alle zusammen Tretboot“.

Spektakuläre Reinigungsaktion

Spektakulär wurde es in Walheim. Auf dem Freizeitgelände reinigten Kinder und Jugendliche des Offenen Kinder und Jugendtreffs „Space“ einen alten Kalkofen. Mithilfe der Jugendfeuerwehr, dem Naherholungsverein und dem Geschichtsverein Hahn und Friesenrath konnte die Aktion erfolgreich umgesetzt werden.

„Da war alles zugemüllt. Das war wirklich keine schöne Arbeit. Es war wie im Steinbruch“, beschreibt Wilfried Cüsters, Vorstandsmitglied des „Space“ die Situation innerhalb des riesigen Ofens. „Die vier Zugänge zum Ofen waren durch Müll und Steine versperrt. Das mussten wir zunächst alles frei räumen. Anschließend konnten wir dann durch kleine Schächte in den Ofen hineinkrabbeln und den ganzen Müll aus dem Inneren herausholen. Dann machten wir Eimer mit Müll voll, die dann per Seil hochgezogen wurden“, erklärt Sarah Kogel den Ablauf.

Die interessantesten Funde waren ein Einkaufswagen und eine Blechmülltonne. „Hier ist wirklich viel Teamwork gefragt. Die Helfer haben Spaß ohne Ende und sind nicht kaputt zu kriegen. Das ist schon toll“, freute sich Wilfried Cüsters. Zum Abschluss wurde schließlich noch gemeinsam gegrillt. Selbst vor einer erneuten Verschmutzung des Ofens haben die Beteiligten keine Angst. „Wenn der Fall eintreten sollte, machen wir das in ein paar Jahren eben noch mal“, kommentiert Cüsters.

Egal ob in Burtscheid, Walheim oder im Zentrum Aachens – überall wurde die 72-Stunden-Aktion zu einem großen Erfolg. „Ich habe circa 15 Gruppen besucht und bin wirklich beeindruckt. Das Fazit fällt sehr positiv aus“, resümiert Gerhard Nellessen. „Wir hatten viel Glück mit dem Wetter und keine großen Unfälle. Das ist das Allerwichtigste“, war der Jugendbeauftragte rundum zufrieden.

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