Aachen - 50 Jahre die Presselandschaft mit gestaltet

50 Jahre die Presselandschaft mit gestaltet

Von: mt
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„Erinnerungen aus fünfzig Journalisten Jahren”: Bischof Heinrich Mussinghoff (r.) würdigte das Buch des „Kirchenzeitungsmannes” Ferdinand Oertel. Foto: Andreas Steindl

Aachen. 50 Jahre hat Ferdinand Oertel - von 1973 bis 1980 Chefredakteur der Aachener Kirchenzeitung, dann bis 1992 Chefredakteur der damals im Einhard-Verlag erscheinenden Elternzeitschrift „Leben & Erziehen” - die Presselandschaft der Bundesrepublik nicht nur erlebt, sondern vor allem im konfessionellen Bereich auch aktiv mit gestaltet.

Unter dem Titel „Der Kirchenzeitungsmann - Erinnerungen aus fünfzig Journalistenjahren” hat er nun auf über 300 Seiten (LIT-Verlag, Münster) die Summe seiner Erfahrung vorgelegt.

Die Kirchenpresse hatte es nicht immer leicht mit den Bischöfen, die bei den Bistumszeitungen als Herausgeber fungierten. Sie hat seit Kriegsende nicht nur einen Auflagenschwund von über 2,4 Millionen Exemplaren in der Blütezeit 1962 auf heute 740.000 Exemplare bundesweit bei 24 Titeln hinnehmen müssen. Sie wurde auch - so Oertel - vom „Lieblingskind” über das „Stiefkind” zum „Sorgenkind” heute.

Aachens Bischof Heinrich Mussinghoff nahm die Buchvorstellung zum Anlass, die drei Säulen „seiner” Kirchenzeitung zu benennen: die Unterstützung der Verkündigung, die Spiegelung des kirchlichen Lebens von Rom bis Aachen sowie das Forum von Meinungen für die Menschen im Bistum. Die Aachener Kirchenzeitung erscheint heute in einer Auflage von 40.000 Exemplaren.

In seinen Erinnerungen verknüpft Oertel persönliche Eindrücke mit der Zeitgeschichte. Aus dem Jahrgang 1927 stammend hat er den Aufbau seit Kriegsende mit wachen Augen verfolgt, Aufenthalte in Großbritannien und den USA rundeten sein Weltbild ab und erlaubten, gleichzeitig von innen und außen die Entwicklung der Bundesrepublik und deren Presselandschaft wahrzunehmen, später auch mit zu gestalten.

Zwei Volltreffer

Wie Herausgeber Michael Schmolke betonte, gelingt es Oertel, gutes Erinnerungsvermögen, gestützt auf ein offenbar gut sortiertes Archiv, mit Gewissenhaftigkeit zu paaren. Kritik habe er dezent formuliert, sie sei dennoch deutlich. Bei mancher Kritik an den Entwicklungen ist Oertel aber auch sicher, dass es zwei Volltreffer bischöflicher Medienpolitik in den vergangenen Jahrzehnten gegeben hat: Die Gründung des Instituts zur Förderung publizistischen Nachwuchses (ifp), das Studenten und junge Erwachsene in den Journalistenberuf begleitet.

Und die Mediendienstleistungsgesellschaft, kurz MDG, die - nicht nur kirchliche - Verlage und Redaktionen berät und dafür sorgt, dass voneinander gelernt werden kann. Die Ergebnisse kommen am Ende nicht nur der Kirchenpresse, sondern der Gesellschaft und ihrer Publizistik zugute.
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