40 Fotografien erinnern an die alte Partnerschaft Aachen-Friedland

Von: Birgit Küchen
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Er möchte an die ehemalige Pa
Er möchte an die ehemalige Partnerschaft zwischen Aachen und dem ostpreußischen Friedland erinnern: Der Hobbyhistoriker Heiner Grysar, Anwohner der Aachener Friedlandstraße. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Rund 40 historische und aktuelle Fotografien aus dem ostpreußischen Friedland, dem heutigen russischen Prawdinsk, werden in der Friedlandstraße in Aachen anlässlich des 700-jährigen Bestehens dieser Stadt ausgestellt. Das Projekt wurde vom Hobbyhistoriker Heiner Grysar ins Leben gerufen, der als Anwohner den Ursprung des Straßennamens erforschen wollte.

Bis 1934 gehörte die Friedlandstraße zum Boxgraben, um dann ihre neue, bis heute gültige Benennung zu erhalten. Anlass war eine Städtepartnerschaft zwischen beiden Kommunen, die bis in die Zeit des Ersten Weltkrieges zurückging, als große Teile Ostpreußens durch Kriegshandlungen von der russischen Armee zerstört worden waren. Damals fielen zahlreiche Städte und Dörfer den Flammen zum Opfer. Friedland blieb jedoch verschont, als die Russen feststellten, dass die Einwohner die Gräber russischer Gefallener gepflegt hatten.

Im Jahr 1915 erfolgte, von Berlin ausgehend, der Aufruf zur Aktion „Ostpreußen” als Antwort auf die Not dieser Provinz. So beteiligte sich auch Aachen neben vielen anderen Kommunen an dieser Aktion. Im Rahmen dieses Projektes unterstützte Aachen die ostpreußische Stadt finanziell bei der Wiedererrichtung der Brücke über den Fluss „Alle”, beim Neubau eines Rathauses und bei der Verlegung einer Wasserleitung. Der hierfür eigens erbaute Wasserturm ist bis heute noch das Wahrzeichen Friedlands.

Architektonische Veränderungen

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gebiet der Sowjetunion zugesprochen und die Stadt in Prawdinsk umbenannt. Die zahlreichen architektonischen Veränderungen, die die ehemals ostpreußische Gemeinde von Beginn der Städtepartnerschaft bis heute erfahren musste, dokumentiert Grysar in eigenen Fotografien aus dem April 2011 und alten Aufnahmen, die der ortsansässige Historiker Wladimir Goussev zur Verfügung stellt.

„Mit dieser Fotoausstellung möchte ich keine neue Patenschaft ins Leben rufen oder eine alte wieder aufleben lassen, sondern an die ehemalige erinnern und den Aachenern ein Stückchen Heimatgeschichte näher bringen”, erklärt Grysar.

Bürgermeisterin Hilde Scheidt eröffnete am Donnerstag die Ausstellung und betonte mit Hinblick auf das Jubiläum Friedlands: „Das Jubiläumsmotto „Friedland - friedliches Land, friedliches Europa” kann durch die Friedlandstraße an die große Aufgabe der Europastadt Aachen erinnern, sich dem Frieden zu verpflichten.” Zu besichtigen sind die Aufnahmen noch bis zum 3. September in den Erdgeschossfenstern des Hotels Ibis, des Wohnprojektes „WEG Stadthaus statt Haus” und der Firma C+L Trading Technology.
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