Aachen - 3D-Drucker gebaut: Schüler will an der Zukunft mitbasteln

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3D-Drucker gebaut: Schüler will an der Zukunft mitbasteln

Von: Gerald Eimer
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Sorgte an seiner Schule für Aufsehen: Merlin Schulze hat beim Tag der Offenen Tür an der Montessori-Gesamtschule seinen selbst gebauten 3D-Drucker vorgestellt. Foto: Ralf Roeger
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Schulleiterin Irmgard Braun und Lehrerin Ute Goße (r.) sind stolz auf ihren Schützling, der beiden die Technik seines Druckers erklärt. Foto: R. Roeger

Aachen. Die Zukunft wird spannend, und Merlin Schulze hat die feste Absicht, daran mitzubasteln. Staus auf Autobahnen sind vielleicht bald Vergangenheit, meint er. Weil viele Sachen gar nicht mehr transportiert werden müssen, sondern gleich vor Ort gefertigt werden – der 3D-Druck macht‘s möglich.

Mit solchen Visionen hat der 15-jährige Schüler der Montessori-Gesamtschule nun auch seine Lehrer verblüfft. Denn dass er weiß, wovon er redet, belegt sein selbstgebauter 3D-Drucker, der auf Tastendruck alle möglichen Formen und Figuren ausspuckt. Entwerfen kann er sie am Laptop, gefertigt werden sie aus geschmolzenem Kunststoff.

Mit seiner Maschine, die in einem Behältnis so groß wie ein Wäschekorb Platz findet, hat er jüngst beim Tag der offenen Tür seiner Schule Aufsehen erregt. Dort wurden die Montessori-Jahresabschlussarbeiten der Zehntklässler gezeigt, die so charakteristisch für die Gesamtschule im Frankenberger Viertel sind.

Zum Ende der Sekundarstufe 1 sollen sich die Schüler intensiv mit einem freigewählten Thema befassen. Ein halbes Jahr bekommen sie Zeit, sich in ihr Projekt hineinzuversetzen und es abschließend zu bearbeiten. Dass sich Merlin Schulze in Richtung Technik orientierte, lag nahe: Sein Vater ist Ingenieur und frickelt oft genug mit seinem Sohn gemeinsam im heimischen Keller. Auf die Idee, einen 3D-Drucker zu bauen, hat ihn jedoch sein Bruder Aron Heibges gebracht: „Der hat auch schon mal damit gedruckt, das hat mich total fasziniert.“

Völlig fasziniert sind nunmehr auch Merlins Lehrerinnen Ute Goße und Susanne Lensing. „Ich bin sicher, eines Tages schüttel ich ihm als Professor die Hand“, lacht Ute Goße. Noch nie habe sie erlebt, „dass ein Schüler in dem Alter ein solch komplexes Gerät baut und es auch in Gänze versteht“. Stolz sei sie und gesteht: „In diesem Fall habe ich auch viel von meinem Schüler gelernt.“

Ideen umsetzen, sich Experten und Berater suchen, Selbstständigkeit gewinnen – diese pädagogischen Zielsetzungen hat Merlin Schulze auch aus Sicht von Schulleiterin Irmgard Braun in nahezu idealerweise erfüllt. Merlin Schulze nimmt so viel Lob eher etwas verlegen zur Kenntnis. Eigentlich sei er ja ein ganz normaler Schüler, meint er. Er spielt Volleyball, hat viele Freunde und ist ganz sicher „nicht so ein 08/15-Nerd“. Aber er habe immer schon großes Interesse an Computern und Technik gehabt. „Ich will verstehen, wie das funktioniert.“

Da traf es sich gut, dass seine Schule engen Kontakt zur Fachhochschule Aachen pflegt, wo sich der 15-Jährige nicht nur viel fachlichen Rat aus dem Team um Professor Andreas Gebhardt vom Fachbereich Maschinenbau und Mechatronik holen konnte, sondern wo er auch auf sich und seinen Sachverstand aufmerksam machte. Als wohl jüngster „Forscher“ an der FH, darf er nun an der Entwicklung eines neuen Pulverdruckers mitarbeiten.

Vorerst strebt er jedoch vor allem das Abitur an. Danach würde er gerne technische Informatik studieren. Und wer weiß? Vielleicht kann er ja wirklich eines Tages ein paar Zukunftsprobleme lösen und seiner Klassenlehrerin dann noch mal die Hände schütteln – als Professor.

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