Aachen - 35. Sylvesterlauf: Mit Jubel geht‘s leichter den Berg rauf

35. Sylvesterlauf: Mit Jubel geht‘s leichter den Berg rauf

Von: Nils Heinichen
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Sie trotzten wieder Wind und Wetter: Die vielen Starter beim diesjährigen Aachener Silvesterlauf. Aber auch zahlreiche Zuschauer zog‘s in die Innenstadt, um das Ereignis live mitzuerleben. Foto: Ralf Roeger Foto: Ralf Roeger

Aachen. Ausgerüstet mit Kaffee, Tee und Müsliriegeln stehen Monika Bommes, Anne Hollstein und Abdullah Uludüz in der Großkölnstraße, um eifrig Stimmung zu machen. Lautstark bejubeln sie die vielen Läuferinnen und Läufer, insbesondere die rund 20 Teilnehmer von der Jugendeinrichtung Maria im Tann. Man versteht nicht viel am Straßenrand. Die Stimmung ist trotz mäßigen Wetters super.

Mit ihren Rasseln sind sie in der Straße definitiv die Lautesten. „Natürlich unterstützen wir alle Kinder, Jugendlichen und Mitarbeiter von uns“, erklärt Monika Bommes, die genau wie ihre Kollegin Anne Hollstein in der Einrichtung arbeitet. Seit dem ersten Start des Jugendlaufs um 14 Uhr stehen sie nun schon dick eingepackt nur wenige Meter vor dem Markt. „Den kurzen Lauf bin ich eben selbst mitgelaufen. Jetzt feuere ich die anderen an“, sagt Bommes.

Ob 2,2, 4,8 oder zehn Kilometer – beim Aachener Sylvesterlauf gibt es für alle die richtige Distanz. Vom Anfänger bis zum Spitzenläufer ist beim traditionsreichen Lauf durch die Aachener Innenstadt jeder dabei. „Wir nehmen mit der Gruppe an allen möglichen Läufen hier in der Region teil, weil wir eine sehr sportliche Gruppe sind. Seit sechs Jahren sind wir nun schon hier dabei“, schildert Bommes. „Es ist gerade für die Kinder wichtig, sich sportlich zu betätigen und Ziele zu setzen“, ergänzt Hollstein.

Auf die sportliche Leistung kommt es ihnen dabei gar nicht an. „Dass man ankommt ist wichtig. Durchhaltevermögen und Motivation sind Dinge, die die Kinder und Jugendlichen hier vermittelt bekommen und Kompetenzen, die sie auch im weiteren Leben brauchen können“, betont Anne Hollstein.

Für Abdullah Uludüz war es der erste Sylvesterlauf. Nach seinem eigenen 2,2-Kilometer-Lauf feuert er anschließend die anderen Läufer von Maria im Tann an. „Es war schon anstrengend, aber bei der Anfeuerung geht es deutlich besser. Das pusht noch mal“, sagt der 13-Jährige. „Am schwierigsten ist der Berg hier in der Großkölnstraße“, fügt er hinzu. Aus dem Grund positionierten sich auch die Fans mit den Rasseln am Anstieg kurz vor dem Ziel. „Der Berg zieht sich, da braucht man einfach ein wenig Anfeuerung“, weiß Monika Bommes aus eigener Erfahrung.

Allerdings kaum bemerkbar macht sich der Anstieg bei Rachid Ezzouniou aus Marokko, der in einer Zeit unter 31 Minuten das restliche Feld deklassiert und überlegen den Hauptlauf gewinnt. Einzig das sogenannte „Führungsfahrrad“ kann dem Tempo des Siegers folgen. „Ich bin nicht ganz glücklich mit der Zeit. Auf der Strecke war viel Verkehr, sonst wäre noch mehr drin gewesen“, erklärt er kurz nach seinem Zieleinlauf.

Ezzouniou, der für die Aachener Engel startet, läuft in erster Linie mit, um Jugendliche zum Laufen zu motivieren, wie der Vorsitzende der Aachener Engel, Martin Lücker, sagt. „Er hat viele Jugendliche dazu gebracht, mitzulaufen. Das hat super geklappt. Wir hatten in den drei Läufen rund 20 Leute am Start.“ Zweiter wird in exakt 32 Minuten Mehdi Khelifi vor Friedrich Schenk (32:45). Beste Frau ist Susanne Schulze mit einer Zeit von knapp über 36 Minuten (36:10).

Auch Astrid Ganzow zieht bei ihrer Premiere als Hauptorganisatorin ein positives Zwischenfazit. „Der starke Wind war etwas kritisch, aber das ging auch“, erzählte sie. Die Resonanz sei mit knapp über 2000 Teilnehmern wieder einmal sehr gut. „Heute Morgen hatten wir 1900 Anmeldungen. Bis zum Start haben sich dann noch mal etwas mehr als 100 Leute angemeldet“, berichtet die 33-Jährige zufrieden. Damit habe die Veranstaltung nun einen neuen Starterrekord.

Auf die Frage, ob sie denn auch im neuen Jahr die Organisation übernehme, antwortet Ganzow grinsend mit einem „fürchte ja“. „Wir setzen uns im Januar zusammen und resümieren dann.“ Das erste Zwischenfazit der neuen Chefin des Traditionslaufes des DLC Aachen fällt aber schon mal positiv aus. „Wir hatten ein fast komplett neues Organisationsteam, dafür hat es sehr gut geklappt.“

Allerdings wusste sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht, was sich wenig später in der Großkölnstraße ereignete. Ein Mann brach dort während des Laufs plötzlich zusammen. Glücklicherweise waren sofort Verkehrskadetten vor Ort, die den Mann reanimierten. Nach notärztlicher Erstversorgung wurde der Mann anschließend ins Aachener Uniklinikum gebracht. Trotz der vielen positiven Seiten des Laufs überschattete das Ereignis den diesjährigen Sylvesterlauf.

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