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35 Schüler sammeln Erfahrungen bei der Physikwoche

Von: Tobias Röber
Letzte Aktualisierung:
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Physik aus einer anderen Perspektive: Jana Wolters, Avila Rinkel-Michalke, Gregor Corbin und Daniel Krüger (von links) waren mit großem Eifer dabei. Foto: Harald Krömer

Aachen. Millimeter für Millimeter schiebt Jana Wolters die kleine Linse vor, genau beobachtet von Avila Rinkel-Michalke. „Stopp”, ruft die 18-Jährige plötzlich, greift zum Stift und notiert ein paar Zahlen auf dem weißen Blatt Papier. Kurz darauf tauschen sich die beiden mit Gregor Corbin und Daniel Krüger aus.

Die beiden 17-Jährigen haben auf der anderen Seite des Tisches einen ähnlichen Versuch aufgebaut. Auf die Frage, was sie da genau testen, zeigt Gregor Corbin auf die große Tafel, auf der ein scheinbar unordentliches Sammelsurium an Zahlen steht. Der Schein trügt. Aufgeschrieben wurden die Zahlen von jungen Physikern: 35 Schüler der Jahrgangsstufen 12 und 13 von Gymnasien sowie Gesamtschulen aus Stadt und Kreis Aachen tauchten fünf Tage lang im Rahmen der vom Jugendförderwerk der Sparkasse Aachen geförderten Physikwoche im Physikzentrum Melaten in das Thema „Licht” ein.

Es ist eine Auszeichnung für die Schüler, schließlich wurden sie von ihrer Schule ausgewählt aus dem laufenden Betrieb herausgenommen, um an der Physikwoche teilzunehmen. Eine Auszeichnung, die sich die Schüler mit sehr guten Noten verdient haben. Für die 17-jährige Jana Wolters - sie glänzt mit einer 1+ in Physik - und Avila Rinkel-Michalke (2+) von der Maria-Montessori-Gesamtschule sowie die beiden Schüler des Kaiser-Karls-Gymnasiums, Gregor Corbin (2+) und Daniel Krüger (1+) ist die Woche eine ganz besondere Erfahrung.

Praxistest im Experiment

Das sieht auch Physikprofessor Michael Krämer so. Er hat die jungen Wissenschaftler die Woche über begleitet. „Physik hat sehr viel mit kreativen Testmethoden zu tun. Die Schüler entwickeln Theorien, testen sie im Experiment, verwerfen sie wieder oder bestätigen sie. Das ist sehr spannend.” Spannend ist auch das Programm, das Krämer jedes Jahr bieten kann.

In Vorträgen begeben sich die Schüler auf die Suche nach dunkler Materie im Weltraum, beschäftigen sich mit Laserimpulsen sowie moderner Fotografie und besuchen verschiedene Institute. „Ich finde es toll zu sehen, wie hier gearbeitet wird”, sagt Gregor Corbin. Daniel Krüger setzt sogar noch eins drauf: „Es ist faszinierend, dass es in einer eher kleinen Stadt wie Aachen solche bedeutenden Projekte gibt.”

Der Abschlusstag gehört dann der Praxis. Eine Gruppe beschäftigt sich mit Spektroskopie. Dabei brechen sie Licht mit Prismen und so genannten Gittern, lernen den Unterschied zwischen Wellenoptik und geometrischer Optik kennen.” Eine Etage tiefer stecken Jana Wolters und ihre drei Mitstreiter immer noch mitten in ihren Linsen-Experimenten.

Und wofür braucht man sowas? Im Grunde ist es ganz einfach: Mit der Spektroskopie können Stoffe analysiert werden. Diplom-Physikerin Jennifer Luckas erklärt: „Wenn wir einen unbekannten Stoff haben, können wir mittels Spektroskopie feststellen, was da drin ist.”

Der in der Schule oft fehlende Praxisbezug fasziniert die jungen Leute, auch Jana Wolters. „Ich habe jede Menge gelernt. Vor allem, was man mit Physik alles machen kann. Ich habe schon vorher überlegt, ob ich Physik studieren soll. Nach dieser Woche geht die Tendenz noch mehr in diese Richtung”, sagt die 17-Jährige und wendet sich der kleinen Linse zu.
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