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35 junge Stimmen singen sich ganz nach oben

Von: Sarah Sillius
Letzte Aktualisierung:
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Jetzt wollen sie es wissen: der Kinderchor St. Gregorius bei der Generalprobe. Foto: Heike Lachmann

Aachen. „Ich hab den Chor schon mal singen hören, ganz großartig”, sagt eine ältere Dame zu ihrer Freundin, als sie die Kirche St. Gregorius betritt. Neben stolzen Eltern und Geschwistern nehmen die beiden Platz. Viele sind gekommen, um die Generalprobe des Kinderchores St. Gregorius live mit zu erleben.

Am kommenden Donnerstag ist für die 35 Mädchen und Jungen im Alter von neun bis 16 Jahren ein großer Tag: Neben sechs anderen Kinderchören treten sie beim Deutschen Chorwettbewerb in Dortmund an. Im November letzten Jahres haben sie sich bei der NRW-Vorentscheidung qualifiziert.

Die jungen Sängerinnen und Sänger stellen sich auf, alle in Rot und Schwarz gekleidet. Chorleiter Professor Steffen Schreyer stimmt das erste Lied an: „Mailied” von Franz Schubert, ein Volkslied. Die klaren Stimmen der Kinder dringen durch die Kirche. Mit „Goli goggoli” von Wolfram Buchenberg folgt ein modernes, experimentelles Stück, dargeboten mit perfekt einstudierter Choreographie. Die Zuhörer sind gebannt.

Neben dem Pflichtlied „Il est bel et bon” von Pierre Passereau überzeugt der Chor ebenso mit einem romantischem Stück, Giuseppe Verdis „Laudi alla vergine Maria”, und „Zum Kuckuck mit dem Esel”, einem Lied, das von Peter Wittrichs eigens für den Chor komponiert wurde. Bei Karin Rehnqvists „I himmelen” nehmen die Mädchen und Jungen unterschiedliche Positionen in der Kirche ein, so dass ihre Stimmen den ganzen Klangraum einnehmen.

Nachdem der letzte Ton verklungen ist, erntet der talentierte Chor tosenden Applaus. Gemeindereferentin Anita Zucketto-Debour überbringt die Segenswünsche von Bischof Heinrich Mussinghoff: „In Zeiten, in denen die Kirchen nicht viele gute Schlagzeilen macht, seid ihr ein Lichtblick”, bedankt sie sich im Namen der Kirche.

Start mit 25 Kindern

Der Kinderchor St. Gregorius wurde vor neun Jahren von Steffen Schreyer gegründet, im Rahmen seiner Professur für Chordirigieren an der Katholischen Hochschule für Kirchenmusik St. Gregorius. „Anfangs waren es nur 25 Kinder, doch das Ganze hat sich schnell ausgedehnt, so dass ich kurze Zeit später drei Chöre geleitet habe”, erzählt Schreyer. 2007 holte sein Chor den ersten Platz beim Internationalen Chorwettbewerb Anton Bruckner in Linz (Österreich). Im Mai 2008 folgte der Sieg in Bratislava (Slowakei). Nicht weniger erhoffen sich die Chormitglieder beim Landeswettbewerb in Dortmund.

„Es geht zwar auch um den Spaß beim Singen, aber natürlich wollen wir gewinnen”, verrät die zwölfjährige Clara Neumann aus Schleckheim. Schreyer sagt, er habe stets besonderen Wert auf die Stimmbildung der Nachwuchssänger gelegt. Aufgrund dessen sowie wegen des vielfältigen und anspruchsvollen Liedprogramms rechnet er sich gute Chancen auf den ersten Platz aus.

Schreyer, der inzwischen Chordirektor am Konstanzer Münster geworden ist, wird seine Wirkungsstätte Aachen nach dem Wettbewerb verlassen. Für ihn und die Kinder würde ein Sieg deshalb die Krönung einer schönen, gemeinsamen Zeit bedeuten. Doch erster Platz hin oder her: Für viele sind die Nachwuchssänger schon jetzt Gewinner. „Es war zum Weinen schön”, schwärmt eine Mutter nach der Generalprobe.
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