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33 Fahrer mussten ins Röhrchen pusten

Von: Daniel Gerhards
Letzte Aktualisierung:
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Mehr als 500 Autofahrer wurden am Freitagabend daraufhin überprüft, ob sie Alkohol getrunken hatten, hier eine Kontrollstelle auf der Oppenhoffallee. Die meisten zeigten Verständnis. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Ein wenig verdutzt blicken die Autofahrer schon übers Steuer, als die Polizei plötzlich mitten auf der Monheimsallee orange-weiße Pylonen und helle Warnleuchten aufbaut. Eine Polizeibeamtin zeigt aber gleich an, was zu tun ist: Durch die Gasse fahren und dann anhalten - Alkoholkontrolle.

Am Freitag gab es in der Euregio und dem Raum Köln eine groß angelegte Alkoholkontrolle. Mehr als 200 Polizisten von 13 Polizeibehörden aus Deutschland, Belgien und den Niederlanden waren im Einsatz. Allein in Aachen kontrollierten drei Einsatz-Teams an sechs verschiedenen Stellen. „Nach einer gewissen Zeit müssen wir den Standort wechseln. Sonst wissen alle Bescheid”, erklärt Horst Peters, Leiter des Verkehrsdienstes Eschweiler.

Derweil rollen die Fahrzeuge langsam durch zu den wartenden Polizisten. Die leuchten zuerst ins Auto und sprechen dann den Fahrer an. Sie fragen nach Führerschein, Fahrzeugschein. Aber längst nicht jeder, der angehalten wird, muss auch pusten. „Man entwickelt ein Gefühl dafür, wer etwas getrunken haben könnte. Außerdem riecht man das im Auto”, sagt Polizist André Engels.

Vor der Kontrollstelle in Höhe des Spielcasinos staut sich nun schon eine lange Pkw-Schlange. Trotzdem reagieren die meisten Autofahrer nicht gereizt. „Bisher hatten alle Verständnis”, sagt Engels. „Die Leute wissen schon, dass mit Alkohol am Steuer schlimme Unfälle passieren können. Deshalb sind die meisten sehr verständnisvoll”, erklärt Peters. Auch Alper Erkol wurde von den Beamten gestoppt. Er bleibt völlig gelassen. „Es ist schon in Ordnung, dass solche Kontrollen durchgeführt werden”, sagt er. „Außerdem habe ich ja nichts zu verbergen. Wir waren bloß einkaufen. Wir sind ja nicht mal auf den Weihnachtsmarkt gegangen. Dafür war es viel zu kalt.”

Dieser und viele Weihnachtsfeiern verleiten im Dezember zahlreiche Fahrer dazu, ihre Wagen zu starten, obwohl sie Alkohol getrunken haben, die Zahl der „Alkohol-Unfälle”steigt Jahr für Jahr merklich an. „Oft ist das Fahrlässigkeit, weil die Leute die Wirkung des Alkohols unterschätzen. Einige nehmen die Gefahr aber auch billigend in Kauf”, erklärt Polizeioberrat Ralf Mallmann. Alkoholkontrollen seien daher notwendig. Wenn jemand bei einem Verkehrsunfall sterbe, stehe der Fahrer überproportional häufig unter dem Einfluss von Alkohol, erklärte Mallmann.

Am Freitagabend bleibt es allerdings verhältnismäßig ruhig. In Aachen wurden insgesamt 553 Fahrzeuge kontrolliert. 33 Fahrer müssen pusten. Einer von ihnen hatte 0,66 Promille Alkohol im Blut. Er musste mit aufs Präsidium und dort in ein Analysegerät pusten, dessen Ergebnisse vor Gericht Bestand haben. Er könnte nochmal glimpflich davonkommen: Fahren mit 0,5 Promille ist eine Ordnungswidrigkeit, bei 0,8 Promille wird das Ganze zur Straftat. „Das Wetter hat für uns auch etwas Gutes”, sagt Peters, „die Leute fahren schon etwas ruhiger und denken etwas mehr nach.” Aber der erfahrene Polizist weiß: „Jecke gibt es immer.”

Die Einsatz-Trupps sind auf alles gerüstet. Ein Beamter überwacht die Situation mit einer Maschinen-Pistole. Diese Vorsichtsmaßnahme ist der latenten Terrorismus-Gefahr in Deutschland geschuldet. Ganz vorne steht ein Verfolgungsfahrzeug. Falls jemand der Kontrolle auf ungestüme Art und Weise entkommen will, können die Polizisten ihm sofort nachfahren.
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