Aachen - 2100 Weihnachtskisten sind eingetroffen

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2100 Weihnachtskisten sind eingetroffen

Von: Georg Dünnwald
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Das hat den Schülerinnen von St. Ursula und den Schülern der Martin-Luther-King-Schule gefallen. Sie haben geholfen, mehr als 2000 Kisten in den Ballsaal des Alten Kurhauses zu schleppen. Foto: Harald Krömer

Aachen. „Mir fallen gleich die Arme ab”, stöhnt die vielleicht 14-jährige Schülerin des St. Ursula-Gymnasiums. Trotzdem trägt sie tapfer Kiste um Kiste hoch in den Ballsaal des Alten Kurhauses. So wie ihre Kolleginnen und die Schüler der Martin-Luther-King-Schule.

Etwa 130 Schülerinnen und Schüler sind am Mittwoch im Einsatz. Sie helfen der Aachener Tafel, die Pakete in die erste Etage zu tragen. Schließlich soll mit den Weihnachtskisten den bedürftigen Öchern ein paar schöne Christtage bereitet werden. Bis zum frühen Mittag sind bereits 850 Pakete eingetrudelt. Die meisten werden im Pkw gebracht. Dennoch bleibt ein Autostau aus.

Denn ruckzuck nehmen fleißige Tafelhelfer die vielen Kisten aus den Kofferräumen, die werden vorsortiert und teilweise per Außenaufzug direkt in den Ballsaal transportiert. Den Aufzug hat die Firma Tivoli-Umzüge kostenlos zur Verfügung gestellt. Viele tolle Sachen enthalten die meist liebevoll gepackten Kisten. Und nahezu jeder hat sich daran gehalten, nur haltbare Lebensmittel zu spenden. Eine ältere Dame hat Gutscheine für den Weihnachtsbraten aus einer Fleischerei vorbeigebracht. Ein Paket kann sich nicht mehr schleppen, deshalb die Gutscheine.

Ein echtes Stück Solidarität

„Das ist ein Stückchen Solidarität”, zeigt sich Jutta Schlockermann, die Vorsitzende der Aachener Tafel, ob der Spendenbereitschaft der Aachener gerührt. Die Lage würde für die Armen immer schwieriger, hat sie festgestellt. „Viele sind in einer bedrückenden, brenzligen Situation”, weiß sie. Vor allem alte Menschen wüssten manchmal nicht mehr, wie sie den Monat überstehen sollen. „Was früher nicht war, ist heute fast üblich.

Manche Arme, und von denen sind viele verschämt, kommen auf den letzten Drücker, um eine Kundenkarte zu bekommen. Ansonsten wäre Weihnachten für diese Menschen sehr bitter.” Jutta Schlockermann schüttelt den Kopf. Sie erzählt von einer alleinstehenden Mutter mit vier Kindern, davon seien zwei behindert. „Die arme Frau kam am Dienstag vorbei und bat um die Aufnahme in die Kundenkartei.” Sie wurde aufgenommen und hat so heute die Berechtigung, eine Weihnachtskiste für die mittellose fünfköpfige Familie abzuholen. „Traurige Verhältnisse sind das”, kommentiert die Tafel-Vorsitzende. „Die Armut nagt am Körper und an der Seele.” Vor allem die Kälte setze den Menschen heftig zu. „Die sind nicht obdachlos, aber viele, vor allem Ältere, drehen die Heizung ab, weil sie große Angst vor der Heizkostenabrechnung haben”, sagt Jutta Schlockermann. Bedingungen seien dies, die es in einer so wohlhabenden Gesellschaft wie der unseren einfach nicht geben dürfte.

Die Tafel-Vorsitzende ist den vielen Helfern ausgesprochen dankbar. In der Küche neben dem Ballsaal stehen Kaffee, Kakao und belegte Brötchen für sie bereit. „Das haben die sich auch verdient.”

Bis um 18 Uhr sind 2100 Weihnachtskisten bei der von den „Aachener Nachrichten” und dem WDR unterstützen Aktion zusammengekommen. Und die werden heute verteilt. „Bürger, die es nicht geschafft haben, ein Paket vorbeizubringen, können dies aber noch gerne bei uns in der Clermontstraße 10 abgeben.”
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