2000 Euro als Gastgeschenk für Partnerstadt Naumburg

Von: Nina Krüsmann
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In diesem Jahr besteht die Städtepartnerschaft zwischen Aachen und Naumburg seit einem Vierteljahrhundert.

Aachen/Naumburg. Mit leuchtend roten Kirschen am Revers machten sich jetzt 60 Aachener auf den Weg nach Naumburg. Und auch in der Partnerstadt an der Saale stand alles im Zeichen des roten Obstes. Das „Hussiten-Kirschfest“ geht zurück auf die Historie der Stadt und gilt als eines der größten Volksfeste in Mitteldeutschland.

Seit 25 Jahren besteht der Austausch zwischen den beiden Dom-Städten, der 1988 als Dialog zwischen Ost und West begann. Dabei beruhte es mehr auf einem Zufall, dass es letzten Endes Naumburg war, mit dem man zarte Bande knüpfte. Es entwickelte sich eine rege Städtepartnerschaft, die von einem herzlichen Miteinander geprägt ist. Was einst im Vertrag festgeschrieben wurde, füllen die vielen Einzelbegegnungen und teilweise langjährigen Freundschaften bis heute mit Leben.

Gepflegt wird die Beziehung vom Bürgerkomitee Aachen-Naumburg unter Vorsitz von Rolf Igel. Gemeinsam mit vielen Mitgliedern der Pfarre Franziska von Aachen ging es auf Begegnungsfahrt zum traditionellen Kirschfest. Einmal im Jahr feiern die Naumburger auf der Vogelwiese in 15 Zelten bei Kirschbier – und natürlich original Thüringer Rostbratwurst. Zwar liegt Naumburg in Sachsen-Anhalt, nach Thüringen ist es aber nicht weit.

„Höhepunkt des bunten Treibens ist der große Umzug durch die Innenstadt, bei dem an die Stadtgeschichte erinnert wird“, erzählt Igel, der gemeinsam mit seiner Frau Brigitte mit viel Herzblut die Geschicke des Vereins leitet. So wie die beiden fährt ein Großteil der Mitglieder jedes Jahr im Sommer nach Naumburg. „Das ist einfach ein Pflichttermin, ich habe das Fest in 25 Jahren nur ein einziges Mal versäumt“, betont Nina Hammers. Sie hat für die Mitreisenden in liebevoller Handarbeit die roten Kirschen gehäkelt, die vor Ort als Erkennungszeichen der Aachener Delegation dienen.

Lange Tradition

Das Kirschfest hat eine lange Tradition: Bereits im 16. Jahrhundert finden sich in alten Ratsrechnungen Ausgaben für ein Kinderfest. Seit dem 17. Jahrhundert bringt man das Fest mit der sagenhaften Belagerung Naumburgs durch die Hussiten in Verbindung. Ein Lehrer habe in weiße Büßerhemdchen gekleidete Kinder vor die Tore geschickt, um beim Hussiten-Feldherrn Prokop um Gnade zu bitten. Dieser habe das Gesuch erhört und den Kindern sogar Kirschen geschenkt – das „Kirschfest“ war geboren. Die Sage bildet heute den traditionellen Kern des Volksfestes, mit einer szenischen Darstellung wird an die Ereignisse erinnert.

Nach einem Zwischenstopp mit Stadtführung in Thüringens Landeshauptstadt Erfurt kamen die Aachener nach rund elf Stunden Fahrt am Ziel an. Oberbürgermeister Bernward Küper begrüßte die Gäste im Weindorf. Die Gastfreundschaft war groß, und so fühlten sich alle schnell wie daheim. Das schätzten auch viele andere Öcher, und so traf man hier und da sogar noch alte Bekannte.

Ein Gastgeschenk hatten die Aachener natürlich auch dabei: eine Spende für den von der Hochwasserkatastrophe vor vier Wochen stark gebeutelten Tierpark in Bad Kösen. Vor zwei Jahren wurde der Ort von Naumburg eingemeindet. „Das Tierpark-Team kann momentan jede Hilfe gebrauchen, und so haben wir gerne entschieden, 2000 Euro zu spenden“, erzählt die zweite Vorsitzende des Komitees, Elke Crumbach.

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