20 Jahre Picco Bella: Beim Geburtstagsfest viel Lob von den Gästen

Von: Martina Stöhr
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Mit vielen Gästen feierte Picco Bella das 20-jährige Bestehen im Ballsaal des Alten Kurhauses. Foto: Harald Krömer

Aachen. Gute Stimmung und eine gesunde Portion Optimismus herrschten bei der Feier zum 20-jährigen Bestehen des Dienstleistungs- und Qualifizierungsunternehmens Picco Bella.

Auch wenn die finanzielle Situation in der aktuellen Krise zunehmend angespannt ist und viele soziale Projekte in Bedrängnis geraten, sind alle Beteiligten davon überzeugt, dass ein Unternehmen wie Picco Bella aus der sozialen Landschaft Deutschlands einfach nicht mehr wegzudenken ist.

„Programme, die soziale Hilfen bieten, dürfen nicht wegfallen”, meinte dann auch Geschäftsführerin Christiane Feldmann, konnte aber ihre Besorgnis nicht verbergen. Sie registriert eine deutliche Tendenz der Politik, die über Jahre gewachsene, soziale Landschaft zu zerschlagen.

Wie wichtig aber Einrichtungen wie Picco Bella sind, wurde bei einem kleinen Film deutlich, der auf witzige und humorvolle Weise veranschaulichte, was das Unternehmen alles leistet: Hier finden Frauen ohne ausreichende Qualifikationen eine berufliche und persönliche Perspektive. Und das wissen sie zu schätzen, wie die vielen kleinen Interviews im Film zeigten.

Sie arbeiten unter anderem als Gebäudereinigerinnen, helfen Senioren bei der Hausarbeit oder sind in der Wäscherei tätig. Und finden hier neben einer versicherungspflichtigen Tätigkeit soziale Kontakte und die Chance auf Weiterbildung. Gerade für Migrantinnen eröffnen sich hier Wege zur Integration und die Gelegenheit, die deutsche Sprache zu lernen.

Picco Bella startete 1990 mit sechs Mitarbeiterinnen, heute sind es 120. Das Unternehmen bietet Privathaushalten, öffentlichen Einrichtungen und Firmen passgenaue Dienstleistungen unter anderem in den Bereichen Wäscherei, Gebäudereinigung, Veranstaltungsservice und Haushaltsservice. „Wir haben bewiesen, dass auch benachteiligte Menschen produktiv sein können”, sagte Christiane Feldmann.

Bei einer Podiumsdiskussion, moderiert von Marion Moss, akademische Oberrätin a.D., sparten NRW-Familienminister Armin Laschet und die ehemalige Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt nicht an Lob. „So viel Energie würde man in einer so zierlichen Person wie Christiane Feldmann gar nicht vermuten”, sagte sie. Ihrer Meinung nach ist ein öffentlich geförderter Arbeitsmarkt auch in Zukunft unverzichtbar.

„Wir müssen uns dem demographischen Wandel stellen”, fuhr sie fort. Betreuung, Beratung und Haushaltshilfen für ältere Menschen würden zunehmend wichtiger, und ohne Unternehmen wie Picco Bella geht es laut Ulla Schmidt.

Auch Armin Laschet brach eine Lanze für Einrichtungen wie Picco Bella. „Sie geben Menschen ohne berufliche Perspektive Hoffnung”, sagte er. Der Film habe gezeigt, mit wie viel Herzblut diese Menschen bei der Sache seien.

Und Günter Schabram, Sozialdezernent der Städteregion Aachen, kam zu dem Schluss: „Es ist immer sinnvoller, Arbeit zu finanzieren als Arbeitslosigkeit.”
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