170 Menschen pilgern für Gerechtigkeit und Frieden

Von: Nina Krüsmann
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170 Menschen pilgern von Kornelimünster nach Burtscheid. Ab dem Waldfriedhof ist auch das drei Zentner schwere Friedenskreuz mit dabei, das als Symbol für Gerechtigkeit und Frieden steht. Foto: Nina Krüsmann

Aachen. Die „Pilgerprinte“ durfte natürlich nicht fehlen, als sich am Samstag 170 Menschen auf den elf Kilometer langen Weg von Kornelimünster nach Burtscheid machten. Die Pilger nahmen teil am 3. Ökumenischen Pilgerweg (ÖPW) für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung unter dem Motto „BeWEGt von Sehnsucht“.

„Die Printe in Form einer Jakobsmuschel als Dauergebäck wurde schon den Pilgern der großen Wallfahrten im Mittelalter als Wegzehrung mitgegeben und ist mittlerweile ebenso Tradition wie unser gemeinsamer Pilgerweg, der uns alle zwei Jahre in der Fastenzeit zusammenführt“, erklärte Mitorganisatorin Christa Nickels.

Los ging‘s am Morgen in der Evangelischen Kirche in Kornelimünster, wo Weihbischof Dr. Johannes Bündgens, der Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Hans-Peter Bruckhoff und der griechisch-orthodoxe Bischof Evmenios von Lefka den Pilgersegen spendeten. Mit geschnürten Wanderschuhen und gepackten Rucksäcken machten sich die Pilger, darunter viele ÖPW-Wiederholungstäter sowie Heimbach-, Kevelaer- und Santiago de Compostela-Erpobte auf den Weg.

Walter Nett von St. Jakob Aachen und Andreas Schmeitz, Synodalbeauftragter des Evangelischen Kirchenkreises Aachen, hatten die Stationen auf der Strecke inhaltlich konzipiert. „Die Ökumene geschieht nicht nur beim gemeinsamen Pilgern, sondern in den beteiligten Institutionen in der Vor- und Nachbereitung“, erzählte Nickels. Alle arbeiteten Hand in Hand.

Besonderer Akzent

Einen besonderen Akzent setzte in diesem Jahr das Aachener Friedenskreuz, das vom Waldfriedhof aus mitgetragen wurde. Etappenweise trugen jeweils acht Leute das 150 Kilogramm schwere Symbol des Friedens. Das Kreuz wurde erstmals 1947 von Kriegsheimkehrern im Sinne eines „Gebetskreuzzugs für den Frieden“ von Krefeld aus nach Aachen getragen. Seitdem wird es immer dann aufgenommen, wenn der Friede in Gefahr ist, und ist zum Symbol für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung in der Region geworden.

Der Weg ist das Ziel: Nach dem Waldfriedhof folgte der nächste Halt am Haus Siegel der Lebenshilfe Aachen. Leiter Jürgen Holländer erklärte den Pilgern Wissenswertes über den Alltag in diesem größten Haus der Lebenshilfe. 46 Menschen mit verschiedenen Behinderungen werden hier betreut.

Weiter ging der Weg mit der letzten Etappe bis zur Burtscheider Kirche St. Johann-Baptist. Karl-Peter Küpper von der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) und Jürgen Groneberg, Leiter der Evangelischen Erwachsenenbildung im Kirchenkreis Aachen, begrüßten die Pilgerschar. Auf der Empore der katholischen ehemaligen Abteikirche St. Johann begleitete der Posaunenchor der evangelischen Kirchengemeinde Hoengen-Broichweiden die Schlussandacht. Für die Musiker unter der Leitung von Dr. Hartmut Engelbrecht ist es immer wieder ein besonderes Erlebnis, in einer katholischen Kirche zu spielen.

„Der Weg heute war ein voller Erfolg. Die Teilnehmer aus dem gesamt Gebiet von Bistum und Kirchenkreis Aachen kamen konfessionsübergreifend auf dem Weg ins Gespräch. Da herrscht eine positive Neugier, eine große Offenheit, die sich auch auf den Alltag in den Gemeinden auswirkt“, zog Nickels eine positive Bilanz.

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