165 Jahre Männer-Gesang-Verein Harmonia: Die Liebe zum Gesang

Von: Werner Czempas
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Auf der Suche nach Nachwuchs: Seit 165 Jahren gibt es den Männer-Gesang-Verein Harmonia 1849. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. „Für mich ist es eine Offenbarung“ – Heimatdichter Hein Engelhardt drückt seine Gefühle aus und gleich ihm sind im Jakobushaus der Pfarre St. Jakob die Zuhörer entzückt. Sie haben gerade eine Uraufführung erlebt: Der Männer-Gesang-Verein Harmonia 1849 hat zwei Gedichte des großen Öcher-Platt-Poeten in sein Repertoire aufgenommen.

„Et moss ens jesaat weäde“ und „Wenn dr Ovvend könt“, vertont von Chorleiter Thomas Linder.

Die Mundartgedichte des Hein Engelhardt, zu denen sich als drittes noch das „Rueskapellche“ von Will Hermanns gesellt, bilden den Abschluss eines mit anhaltendem Beifall bedachten Herbstkonzerts. Zu ihm haben die Harmonia und das Instrumentalensemble St. Jakob eingeladen.

Schöne Stimmung

Kenner der Aachener Chor-Szene schätzen es längst: Wo der mit seinen 165 Jahren nach der Liedertafel zweitälteste Chor der Stadt auftritt, ist Frohsinn programmiert. „Vergessen Sie den Alltag! Wir wollen Sie in eine schöne Stimmung versetzen“, lädt denn auch im Jakobushaus der Harmonia-Vorsitzende Christian Vogel zur Liederreise ein.

Sie startet in Italien unter südlichen Sternen, huldigt den Frauen und dem Wein, besingt „O mia bella Napoli“ und lässt mit den Capri-Fischern die rote Sonne im Meer versinken – geschnulzt, träumerisch, himmlisch schön.

Fünf Spirituals entführen zu den Sklaven auf die Baumwollfelder der amerikanischen Südstaaten, andächtig wie ein Gebet „My Lord, what a morning“, von gesanglich hohem Schwierigkeitsgrad „Swanee Ribber“.

Die Comedian Harmonists grüßen mit dem Hein, der abends so schön auf dem Schifferklavier spielt, derweil auf dem Balkon „mein kleiner, grüner Kaktus“ sticht. Das Instrumentalensemble St. Jakob stellt sich nach dem „Russischen Tango“ von „Kopf bis Fuß auf Liebe“ ein, spielt die „Humoreske“ von Antonin Dvorák, wonach mit „La Paloma“ ein Wind von Süd weht und den klaren Tenor Christian Vogel hinaus auf See zieht.

Thomas Linder am Piano begleitet Chor wie Ensemble; er prägt das Programm, den Auftritt und das Können. Frisch, heiter und kameradschaftlich beflügelt der 51-Jährige den Laienchor. Seit August 2007 ist er der Chorleiter. Der Kirchenmusiker ist seit 1989 als Kantor an St. Jakob tätig und als Regionalkantor ist er im Bistum mitverantwortlich für alle Fragen in Sachen Kirchenmusik.

Die Liebe zum Gesang ist dem 15 Mann starken Chor in jeder Minute anzumerken. Freude greift auf das Publikum über. So mancher lächelt bei bekannten Melodien beseligt und wiegt sich im Rhythmus der Lieder. Ohne Zugabe „La bella musica“ lassen die Zuhörer die Harmonia nicht abtreten.

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