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150 neue Plätze für die Kleinen - vorerst

Von: Margot Gasper
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Seit Jahren schon haben Eltern für ihr Kind zwischen drei und sechs Jahren Anspruch auf einen Platz in einer Kindertagesstätte. Ab August 2013 gibt es noch einen neuen Rechtsanspruch.

Dann haben auch Kinder unter drei Jahren einen Anspruch auf einen Kita-Platz. Angepeilt ist eine Versorgungsquote von 35 Prozent.

Wie dieses Ziel irgendwie doch noch zu erreichen ist, bot am Dienstagabend im Kinder- und Jugendausschuss reichlich Stoff für Diskussionen. Am Ende stand eine Empfehlung an den Rat, mit der sich die SPD gemeinsam mit der FDP und den Trägervertretern gegen CDU und Grüne durchsetzte. Um den U3-Ausbau zu forcieren, sollen und im kommenden Kita-Jahr 150 neue Plätze für Kinder unter drei Jahren geschaffen werden. Dafür sollen auch Einrichtungen neu- oder ausgebaut werden. Auch die Tagespflege soll wieder ausgebaut werden. Ein Runder Tisch zum U3-Ausbau steht ebenfalls auf der Wunschliste.

Schwarz-Grün dagegen will 2011/12 nur 100 neue U3-Plätze schaffen - durch Umwandlung vorhandener Plätze für Kinder über drei Jahre. Ab Sommer hätte man gerne ein zentrales Kita-Anmeldeverfahren. Und die Ausbauplanung soll noch stärker an den Bedürfnissen in den einzelnen Quartieren ausgerichtet werden.

Am 2. März befasst sich der Rat mit der Kita-Bedarfsplanung. Und es ist davon auszugehen, dass sich die schwarz-grüne Ratskoalition dann durchsetzen wird. Auch im vergangenen Jahr votierten die Kinder- und Jugendpolitiker mit Mehrheit für 150 neue U3-Plätze, der Rat begrenzte den Ausbau dann doch auf 100.

Beim U3-Ausbau ist Aachen am Limit angekommen, legte die Verwaltung dar. Die Stadt bringt es derzeit auf 1583 Betreuungsplätze, davon 400 in der Tagespflege. Das ist ein Versorgungsgrad von 26,11 Prozent. Durch die massive Umwandlung von Plätzen sinkt aber die Versorgungsquote im Ü3-Bereich unter die 90-Prozent-Marke. Künftig, mahnt die Verwaltung, müsse also dringend an- und umgebaut werden. Und mit 100 neuen Plätzen im Jahr sei die geforderte Versorgungsquote von 35 Prozent im Jahr 2013 wohl nicht zu schaffen. In diesem Punkt bat Hilde Scheidt (Grüne) allerdings darum, die Berechnungsgrundlage zu prüfen. „Die Stadt kalkuliert den U3-Bedarf, indem sie dreieinhalb Jahrgänge einbezieht”, so Scheidt. Andere Städte dagegen rechneten nur mit drei Jahrgängen und kämen entsprechend zu ganz anderen Quoten. Und es sei in Aachen doch so, dass nur fünf bis zehn Prozent der Kinder schon im ersten Lebensjahr eine Kita besuchten.

Und ab 2013 gilt die Quote

Mit nur 100 neuen Plätzen habe der Rat schon 2010 einen „fatalen Fehler” gemacht, konterte SPD-Mann Martin Künzer. Wenn die Politik jetzt nicht die Kurve kriege, „dann schlittern wir 2013/14 in ein Riesenproblem”.

Ohnehin ist ja die große Frage, ob Kita-Plätze für 35 Prozent der Kinder unter drei Jahren ab 2013 ausreichen werden, um der Nachfrage gerecht zu werden. Der Deutsche Städtetag, so Jugenddezernent Wolfgang Rombey, empfehle großen Städten mittlerweile, von einer 50-prozentigen Nachfrage auszugehen. „Und die Eltern fragen nicht, wie wir die Quote berechnet haben, die fragen nach freien Plätzen.” Die Verwaltung sondiert bereits, wo Tagesstätten U3-gerecht ausgebaut werden können. Und vom OB stammt die Idee, in leeren Schulgebäuden Kita-Gruppen unterzubringen.

Von Seiten der Träger kam am Schluss der Debatte der fast flehende Appell, beim U3-Ausbau jetzt jede pfiffige Idee zu nutzen. Denn noch gut zwei Jahre, dann ist der Rechtsanspruch schon da.
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