15 Jahre alt und schon Wahlkämpferin bei den Jungen Liberalen

Von: Georg Dünnwald
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Franziskas Lieblingsplatz ist der Garten mit dem Goldfischteich hinter dem elterlichen Haus in Richterich. Foto: Harald Krömer

Aachen. Eines bedauert Franziska Müggenborg sehr. Sie darf weder am 30. August an den Kommunalwahlen noch am 27. September an den Bundestagswahlen teilnehmen. Denn die Junge Liberale ist erst 15 Jahre alt.

Seit Anfang des Jahres ist die junge Dame Mitglied der Jugendorganisation der FDP. „Ich hatte mich schon längere Zeit mit den liberalen Ideen auseinandergesetzt und mich hat die Forderung nach mehr Eigenverantwortlichkeit überzeugt.”

Auf Landesebene der politischen Nachwuchsorganisation arbeitet die Schülerin des Gymnasiums St. Ursula mit, sie befasst sich vor allem mit Bildungsfragen. Ihr vorrangiges Ziel ist es, die „Liberalen Schüler” in Aachen aus einem kurzen „Winterschlaf” zu holen. „Die, die sich da vorher engagiert haben, haben jetzt Abitur gemacht. Da müssen wir jetzt aktiv werden”, sagt Franziska, die von allen Franzi genannt wird.

Was Schüler betrifft, davon hat die Oberschülerin ´ne Menge Ahnung. Sie ist eine von drei Schülersprecherinnen der katholischen Mädchenschule. Außerdem hat sie noch Sitz und Stimme in den Vorständen der Bezirks-Schülervertretung und der Landes-Schülervertretung.

Für die Schülerarbeit geht also ein dicker Teil ihrer Freizeit drauf. Franzi kennt daher selbstverständlich auch ihre politischen Konkurrenten in der Schülerarbeit. Mit den christdemokratischen Pennälern kommt sie gut zurecht, „auch mit den Jusos, trotz politischer Differenzen”. Nur mit den Linken, da hapert es. „Mit kommunistischen Denkweisen komme ich nicht so gut klar.”

Sie will das differenzierte Bildungssystem erhalten wissen. „Jeder sollte die Chance haben, sich zu bilden, wobei Rücksicht auf seinen Hintergrund genommen werden muss”, ist Franzis Meinung.

Deshalb war die Junge Liberale strikt gegen den Beschluss der Zweckkoalition von CDU/SPD/Grüne, die drei Ostviertelschulen, die Hauptschule Aretzstraße, die Hugo-Junkers-Realschule und das Geschwister-Scholl-Gymnasium in eine vierte Gesamtschule aufgehen zu lassen. Da war sie ganz auf der Parteilinie der FDP.

Klar, dass sich Franzi Müggenborg in den Wahlkampf stürzen wird. Vor allem für die Bundestagswahlen und die Aachener FDP-Kandidatin Petra Müller will sie sich ins Zeug legen. Obwohl sie die Architektin Müller nicht persönlich kennt. „Noch nicht”, sagt sie. Dabei freut sie, dass Petra Müller einen aussichtsreichen Listenplatz hat und so gut wie sicher im nächsten Bundestag sitzen wird.

Nicht gerade selbstverständlich

Es ist ja nicht gerade selbstverständlich, sich als 15-Jährige in die Politik einzumischen. „Ich finde das cool”, bringt´s die Schülerin auf einen Punkt. Bei den anderen ihres Alters, die sich meist überhaupt nicht um Politik scheren, seien die Meinungen über Engagement geteilt. „Die einen sehen das ziemlich kritisch, die anderen einfach supercool.”

Eine dezidierte Meinung vertritt die Schülerin in der Atompolitik: „Erst wenn genügend Strom aus Wind- und Wasserkraft und anderen erneuerbaren Energien gewonnen werden kann, können die Atomkraftwerke abgeschaltet werden.”

Aber Franzi braucht doch auch einen Ausgleich zu Schule und politischer Arbeit. „Ich gehe ins Fitnessstudio, ich jogge und unternehme viel mit Freunden.”

Englisch und Deutsch sind die Lieblingsfächer der Gymnasiastin an St. Ursula. „Mit Französisch und Naturwissenschaften habe ich es nicht so”, gibt sie unumwunden zu.

Wenn sie ihr Abitur gemacht hat, will sie „irgendwas mit Management studieren, am liebsten in Maastricht”. Eines ist der 15-Jährigen aber neben allem politischen Engagement enorm wichtig: „Ich bin eben ein ganz normaler Teenager.”
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