14 Schulen beim NRW-Streetsoccer-Turnier im Kármán-Hof

Von: Guido Jansen
Letzte Aktualisierung:
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Zaungäste: Die späteren Finalisten von der Schule Beginenstraße schauen sich ihre Gegner beim NRW-Streetsoccer-Turnier genau an. Das Fanprojekt Aachen hat das Turnier erstmals in der Kaiserstadt ausgerichtet.

Aachen. Ein guter Fußballprofi muss viele Eigenschaften mitbringen. Er muss etwa dann zur Stelle sein, wenn es wichtig ist. Diesen Riecher hat Seyi Olajengbesi bewiesen. Auf dem Platz konnte der Alemannia-Kicker seiner Mannschaft zuletzt zwar nicht helfen.

Der Nigerianer ist rotgesperrt. Dafür war er an einem anderen Ort genau zum richtigen Zeitpunkt zur Stelle.

Pünktlich zum Finale des NRW-Streetsoccer-Turniers war der 29-Jährige am Spielfeld eingetroffen und verfolgte das spannende Duell zwischen den „Kennedy Soccers” und „Little Jayjay”.

Am Ende hatten die „Kennedy Soccers”, die aus der Schule Kennedy-Park stammen, etwas mehr Glück. Nach mehreren Runden Penalty-Schießen - so heißt die Elfmeter-Version im Straßenfußball - hatten sie ein Treffer mehr erzielt als „Little Jayjay”, die für die Schule Beginenstraße angetreten waren.

Zur Belohnung für beide Finalisten gab es im Anschluss eine Autogramm- und Fotostunde mit Olajengbesi.

Straßenfußball im wörtlichen Sinne haben die insgesamt 14 Mannschaften aus Aachener Förder- und Hauptschulen allerdings nicht gespielt.

Denn das Turnier fand nicht auf der Straße, sondern im Innenhof des Kármán-Auditoriums statt. Dort hatten das Fanprojekt Aachen und die Fan-Projekte NRW ein viereckiges Spielfeld aufgebaut, das von Banden und Fangnetzen begrenzt wurde.

Das Kleinfeldturnier war die erste große Aktion des Aachener Fanprojekts, welches Ende des vergangenen Jahres gegründet worden war.

Mit der Hilfe des Fußballs will das Projekt Kontakt und Vertrauen zu jungen Fans aufbauen, die aus einem schwierigen sozialen Umfeld stammen oder wegen Gewaltbereitschaft aufgefallen sind.

Leiterin Kristina Walther war dabei an allen Ecken und Enden zu finden - nur nicht auf dem Spielfeld. Hinter den Kulissen verteilte sie Medaillen als Erinnerung und tröstete frustrierte Jung-Kicker, die vorzeitig ausgeschieden waren. Gleichzeitig musste sie sich als Fußball-Expertin beweisen.

„Die rote Karte gegen Olajengbesi war nicht berechtigt”, sagte einer der Nachwuchs-Fußballer. „Doch, leider wohl”, entgegnete die Diplom-Sozialpädagogin. In einem Punkt lagen Walther und die Teilnehmer jedoch auf einer Wellenlänge: Die Alemannia schafft den Aufstieg noch!

Unabhängig von der Alemannia

Eigentlich ist das Fan-Projekt, das von der Arbeiterwohlfahrt Aachen-Stadt (AWO) getragen wird, unabhängig von einem Fußball-Verein. Trotzdem steht die Alemannia im Mittelpunkt. Das hat die Begeisterung gezeigt, als Stargast Olajengbesi am Spielfeldrand auftauchte.

Zudem lobte Kristina Walter den schwarz-gelben Kooperationspartner. „Die Alemannia ist toll. Wenn ich meine Erfahrungen mit den Erzählungen aus Projekten aus anderen Städten vergleiche, dann weiß ich, wie gut wir es hier haben”, berichtete sie aus den ersten Monaten.

Als nächstes ist eine Fahrt mit einigen jungen Fußballfans zum DFB-Pokalfinale nach Berlin geplant. In der kommenden Saison will Walther günstige Fan-Fahrten für junge Alemannia-Anhänger zu Auswärtsspielen der Tivoli-Kicker organisieren. Zudem soll das Projekt in diesem Jahr eine Heimat in Form eines kleines Jugendheims bekommen. Der Stadtort steht allerdings noch nicht fest.

Außerdem soll das Projekt noch größer werden. So plant Walther, im kommenden Jahr alle Aachener Schulen zum Straßenfußball einzuladen. Dann dürfte der Innenhof des Kármán-Auditoriums zu klein sein.
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