Aachen - 14 Millionen: Acht Schulen können jetzt ihre eigene Suppe kochen

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14 Millionen: Acht Schulen können jetzt ihre eigene Suppe kochen

Von: Wolfgang Schumacher
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Sind stolz auf die neue Schulküche der Luise-Hensel-Realschule: die städtischen Planer Gerd Gerards und Janna Renneke sowie Schulleiter Michael Höbig.

Aachen. Das berühmte „Pipapo“, seines Zeichens eine kalorienschwere Ernährungs-Dreiheit von Pizza, Pasta und Pommes, soll in der neuen Mensa der Luise-Hensel-Realschule möglichst nicht auf die neuen Tische kommen.

Die Mensa mit ihren 112 Plätzen ist jetzt rechtzeitig zum Schulbeginn nach den großen Ferien fertiggestellt worden und wird von einem Caterer beliefert, der für gutes Essen bekannt ist, wie Schulleiter Michael Höbig den „Nachrichten“ freudig versicherte.

Höbig ist denn auch richtig froh, dass mit dem Mensaneubau, der immerhin rund 2,2 Millionen Euro kostete, endlich der Umbau zu einer modernen Ganztagsschule abgeschlossen ist, das Essensangebot für rund 4 Euro pro Mahlzeit ist in dieser Geschichte schließlich ein zentrales Element. Die Realschule am Gillesbachtal dient als Heimat für mehr als 600 Schüler – und die dort gebaute Mensa bleibt vorläufig das letzte von insgesamt acht Bauvorhaben, die seit 2009 im Rahmen des „1000 Schulen-Programms“ des Landes gefördert wurden und mit insgesamt 14 Millionen Euro Kosten zu Buche schlugen.

Das städtische Planerteam Jana Renneke und Gerd Gerards, beide Architekten, haben sieben dieser Bauten verwirklicht, nur das Vorhaben St. Leonhard lag in anderen Händen, es war Chefsache des damaligen Leiters des Gebäudemanagements, Michael Ferber. Die für 3,65 Millionen Euro errichtete Mensa an der Jesuitenstraße beeindruckt durch die verspiegelte Fensterfront, im Erdgeschoss können 260 Schüler verpflegt werden, im Obergeschoss befinden sich Fachräume und eine Terrasse. Für Gerards und Rennecke enden nun fünf Jahre als Planer von schulischen Mensen, die alle verschiedene Herausforderungen stellten.

Schulen wie das Couven-Gymnasium, das Geschwister-Scholl- oder das Inda-Gymnasium, die Hugo-Junkers-Realschule, das Rhein-Maas- sowie das Einhard-Gymnasium waren Plätze, an denen neue Mensen entstanden. „Wir haben im Bestand umbauen und auch völlig neu planen müssen“, erklärte Jana Renneke, beides habe seine Eigenheiten mit Vor- und mit Nachteilen. So habe der Umbau der Hugo-Junkers-Mensa nur rund 950.000 Euro gekostet, deutlich preiswerter war noch das Geschwister-Scholl-Gymnasium, wo man die bestehenden Pavillons für nicht viel mehr als 250 000 Euro zu einem Raum für die Essensaufnahme gestalten konnte. Beim Rhein-Maas baute man zweigeschossig und brachte noch drei Klassenräume mit unter.

Lehrküche ist umgezogen

Beim aktuell letzten Objekt an der rückwärtigen Seite der Luise-Hensel-Schule musste man zunächst bestehende Pavillons, in denen sich eine Lehrküche befand, abreißen. Die Lehrküche fand ihren neuen Platz in dem vorderen Mensabereich. Alle Zubereitungseinrichtungen für das Schulessen sind nach dem so genannten (absolut hohen) ­„Aachen-Standard“ in Sachen Energieeffizienz ausgestattet. „Da müssen wir so bauen, dass sie einen Energieverbrauch von 20 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr nicht überschreiten“, erklärt Gerards. Das erfordere hohe Dämmstandards, äußerst energieeffiziente Elektro-Geräte und eine ausgeklügelte Lüftungs- und Regeltechnik.

Um möglichen Missverständnissen vorzubeugen: Die Küchen in den neuen Mensen sind keineswegs zum aktiven Brutzeln von Steak oder zum Köcheln eines leckeren Eintopfes geeignet. Das am meisten verbreitete System der Essenszubereitung nennt sich „cook & serve“, bedeutet also: gekochtes Essen anliefern, portionieren und austeilen.

Es gebe noch die Möglichkeit, das erläutert Planerin Renneke, heiß zubereitetes und wieder heruntergekühltes Essen anzuliefern – und dann frisch zu erhitzen, was in Englisch „cook & chill“ heiße. Sogar das Einfrieren und Wiederauftauen sei möglich, technisch zumindest in den neuen Küchen.

Wie immer man es halten will, die jeweiligen Schulleitungen entscheiden darüber und suchen auch selber die Anbieter, denen sie vertrauen. So ist bei der Luise-Hensel-Realschule ein im nahen Frankenberger Viertel bekannter Metzgereibetrieb beauftragt – kurze Wege sind also garantiert.

Mittwoch geht es los

So ist Schulleiter Höbig erleichtert, wenn nun der Hausmeister nicht mehr in der Aula eher dröge Käsebrötchen anbieten muss. Ab Mittwoch geht es hinten heraus auf den Schulhof und dann entweder an den Kiosk im Eingang der Mensa. Oder man ergattert ein Tablett und stellt sich in die Reihe der Hungrigen, die etwas Ordentliches im Magen haben wollen.

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