London/Aachen - 102 Gates-Mitarbeiter kämpfen in London um ihre Arbeitsplätze

102 Gates-Mitarbeiter kämpfen in London um ihre Arbeitsplätze

Von: Achim Kaiser
Letzte Aktualisierung:
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Lautstarker Protest in der Londoner Innenstadt: 102 Gates-Mitarbeiter machten vor der Tomkins-Konzernzentrale ihrem Ärger über die angekündigte Werksschließung in Aachen Luft.

London/Aachen. Die Gates-Mitarbeiter kämpfen weiter leidenschaftlich um ihre Arbeitsplätze. Am Montag zeigte eine 102-köpfige Abordnung lautstarke Präsenz in London und machte ihrem Ärger über die angekündigte Produktionsschließung in Aachen Luft.

In der englischen Hauptstadt residiert nämlich der global agierende Technologiekonzern Tomkins, in den Gates (Produktion von Autozubehör) integriert ist.

Mit zwei Bussen machte sich die Aachener Delegation auf und traf sich in London mit 100 belgischen Kollegen. „Wir sind in der gleichen Situation”, erläutert Betriebsratsvorsitzender Klaus Meyer. Auch in Belgien sind Gates-Mitarbeiter von einer Werksschließung betroffen, in Aachen stehen derzeit annähernd 350 Arbeitsplätze auf dem Spiel.

Vor dem Hauptsitz der Tomkins PLC in der Londoner Innenstadt machte die deutsch-belgische Gates-Delegation „mit einer gehörigen Portion Lautstärke”, so Meyer, auf sich aufmerksam.

„Es gab auch ein kurzes Gespräch mit der Pressesprecherin, ein direkter Kontakt zum Vorstandsvorsitzenden Jim Nicol wurde uns aber leider verwehrt”, berichtet Dennis Radtke von der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE), der die Aachener Gruppe während des strapaziösen Zweitagetripps auf die Insel begleitete.

Im Anschluss an die Kundgebung vor der Tomkins-Zentrale ging die Fahrt weiter zu einem Hotel am Flughafengelände Heathrow, in dem der Gates-Europabetriebsrat mit dem Tomkins-Vorstandsvorsitzenden Jim Nicol zu Beratungen zusammengekommen war.

„Vor dem Hotel haben wir noch mal richtig Alarm gemacht und deutlich gezeigt, dass wir um den Erhalt der Arbeitsplätze kämpfen. Leider hat sich Herr Nicol mit seinen Bodyguards durch eine Hintertür aus dem Staub gemacht”, bedauert Gewerkschaftssekretär Radtke.

„Es war schon eine Enttäuschung für uns, dass der Vorstandsvorsitzende nicht den Mut hatte, vor die Belegschaft zu treten und ein paar Worte zu sagen beziehungsweise mit uns zu sprechen”, gesteht Betriebsratsvorsitzender Meyer zwar. Er zieht aber dennoch ein positives Fazit der London-Demo: „Auch wenn wir mit niemandem aus dem Management sprechen konnten, hat nun auch in der Konzernzentrale jeder gesehen, dass es uns ernst ist mit unseren Anliegen und wir für unsere Arbeitsplätze kämpfen wollen. Ich bin stolz auf die Kolleginnen und Kollegen, die diese anstrengende Reise angetreten haben.”

Am Dienstag, so Meyer, werde die Aachener Belegschaft bei einer Betriebsversammlung über den Protesttag in London informiert. Außerdem hofft der Betriebsratsvorsitzende, dass das im Werk weilende Gates-Management-Europa „vor die Belegschaft tritt. Das wäre unser Wunsch”.

Fast zeitgleich will der Rat der Stadt eine Resolution verabschieden, in der das Unternehmen aufgefordert wird, die Pläne zur Verlagerung der Produktion in die Türkei und Schottland aufzugeben.
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