1000 Unterschriften für eine bessere Campus-Planung

Von: Wolfgang Schumacher
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Bürgerbeauftragter Gerd Dupont (Mitte) nahm Unterschriften von Stefan Schinzel und Volker Horn (von rechts) entgegen. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. Der städtische Bürgerbeauftragte Gerd Dupont hatte Dienstagmorgen gegen 10.45 Uhr urplötzlich ein volles Büro. Die Bürger von Hörn, Muffet, der Valkenburger, Kirchrather und Lemierser Straße sowie die Vertreter von Naturschutzbund (Nabu), der Initiative Rabental, dem Ökologiezentrum und der Gut-Melaten-Gesellschaft hatten sich einträchtig rund um den Schreibtisch versammelt.

Denn Dupont war eigens vom urlaubenden OB angewiesen worden, ihre Einwendungen gegen den „Bebauungsplan 915” entgegenzunehmen und entsprechend weiterzuleiten. Dienstag war der letzte Tag der Offenlage jenes Planes, in dessen Rahmen der RWTH-Campus Melaten gebaut werden soll - hier gibt es dicken Streit um die verkehrliche Anbindung sowie um die geplante Durchschneidung des südlichen Rabentales, eines beliebten Erholungsgebietes direkt neben dem Gut Melaten.

Mehr als 600 Unterschriften gegen die „überflüssige Naturzerstörung” (Nabu-Vorstandsmitglied Dr. Manfred Aletsee) sammelten die Initiativen, die sich um den Erhalt des landschaftsgeschützten Rabentals kümmern. Geplant ist, dass der sogenannte Wissenschaftsboulevard dort seine letzte Kurve nimmt und an den Pariser Ring angebunden werden soll.

Nochmals 360 Unterschriften bekamen diejenigen Bürger zusammen, denen das Verkehrskonzept der Stadt viel zu dürftig ist und die „mit Wut im Bauch”, so Sprecher Volker Horn (Bereich Hörn) und Stefan Schinzel (Bereich Valkenburger Straße), herumlaufen, weil sie „diverse vorhergehende Eingaben” machten, bei „denen unsere Bedenken weder berücksichtigt noch in irgendeiner Weise aufgegriffen” (Schinzel) wurden.

Volker Horn hatte im Gespräch mit den „Nachrichten” bereits deutlich gemacht, dass die protestierenden Bürger „keineswegs gegen den neuen Campus sind”. Doch der pensionierte Beamte machte deutlich, dass er die Vorbereitungen der Verwaltung zum Bebauungsplan 915 für beinahe stümperhaft hält. Horn: „Ich habe den Eindruck, man ist dort mit diesem Riesenprojekt heillos überfordert.”

Auch der Vertreter der Initiative Rabental, Stephan Schmutzler, machte deutlich, dass die Zerschneidung des Tales wie die Bedrohung des heimischen Steinkauzes unnötig sei. Er empfahl gemeinsam mit dem Vertreter des Nabu und Monika Nelißen vom Ökologiezentrum Aachen, „die südliche Anbindung” der zentralen Campus-Straße gänzlich fallen zu lassen.

Sie sei letztlich völlig unnötig, weil man durchaus nur von Norden aus erschließen könne. „Wir wollen hier kein Avantis II bekommen”, hielt man allen Beteiligten den fortdauernden Leerstand jenes Gewerbegebietes vor Augen.

Gerd Dupont nahm die Einwendungsbegründungen mit den Listen entgegen und versicherte, sie an die politischen Entscheidungsträger weiterzuleiten. „Ein Runder Tisch wird hier sinnvoll sein”, versprach er den Bürgern.
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