1000 geladene Gäste feiern Eröffnung des neuen Szene-Italieners

Von: Alfred Stoffels
Letzte Aktualisierung:
vapiano_bu1
Hier kommt der Biergarten hin: Noch wird kräftig gebaut am 100-Millionen-Euro-Projekt der Aachen-Münchener, aber Jörg Ritter wird bereits am 1. Oktober sein „Vapiano” eröffnen. Die Bäume für den Park kommen später. Foto: Harald Krömer

Aachen. Der Mann hat Mut. Im gastronomischen Minenfeld Aachen investiert er 1,6 Millionen Euro, um eine piekfeine und doch bezahlbare Anlaufadresse für Fans der italienischen Küche zu stemmen. Doch Jörg Ritter ist felsenfest davon überzeugt, dass sein „Vapiano” auf Anhieb Furore machen wird, nicht zuletzt wegen des Standorts im 100-Millionen-Euro-Neubau der Aachen-Münchener an der Franzstraße.

Am 1. Oktober soll bei einer Riesenparty mit 1000 geladenen Gästen Eröffnung gefeiert werden.

Derzeit herrscht das totale Baustellengefühl. Da, wo einmal der Biergarten hin soll, liegt noch viel Schutt im Wege, und auch das Innenleben des Riesenlokals besteht in erster Linie aus nackten Wänden und einem gewaltigen Kabelsalat.

Schwer vorzustellen, dass bald schon edle Hölzer, viel Marmor, ein Innenkamin und ein uralter Olivenbaum von drei Metern Höhe die Blicke auf sich ziehen sollen, alles in Szene gesetzt vom Mailänder Stardesigner und -architekten Matteo Thun.

Ritter, seit vier Jahren Franchisenehmer bei Vapiano und lange schon auf der Suche nach einer adäquaten Bleibe in Aachen, hat das komplette Untergeschoss und die Hälfte der ersten Etage des Neubaus gemietet. Es handelt sich dabei um den zweiten Bauabschnitt des AM-Projekts, der Fremdfirmen und ihren Büros vorbehalten ist. Der Versicherungskonzern selbst zieht gleich nebenan sein Direktionsgebäude hoch, 1000 Mitarbeiter werden dann zentral angesiedelt.

Auch mit ihrem Besuch rechnet Jörg Ritter, dessen Familie in dritter Generation die Autobahnraststätte Aachener Land betreibt, sich aber nach 48 Jahren aus diesem Geschäft zurückziehen wird (der Großvater hatte seinerzeit in Frechen angefangen). Generell aber plant der 37-Jährige nichts weniger als einen „Eventbetrieb” mit überregionaler Ausstrahlungskraft - „Aachen wartet drauf”. Wobei das Vapiano anderen Etablissements keine Gäste wegnehmen, sondern zusätzliche Kundschaft generieren soll. Denn eins ist für Ritter klar: „An dieser Stelle der Stadt tut sich was”, möglicherweise sogar in Richtung neues Szeneviertel. Quasi um die Ecke liegt schon das Kapuzinerkarree mit seinen Kinos, auch wartet das benachbarte Stawag-Umspannwerk auf den Einzug des städtischen Sinfonieorchesters, was ebenfalls zur kulturellen Belebung beitragen dürfte.

Auf voller Länge besetzt das Vapiano das Erdgeschoss des Riegels an der Franzstraße neben dem künftigen „Pocket-Park” mit seinen noch zu pflanzenden Bäumen, mehr als 50 Meter lang wird auch die Außenterrasse, die für „richtige Biergartenatmosphäre” sorgen soll. Ums Publikum sollen sich 60 bis 80 Mitarbeiter kümmern (davon 40 Vollzeitkräfte), womit Ritter auf einen Schlag zu einem der größeren Arbeitgeber in Aachen würde.

Die Ansprüche ans Personal sind hoch, denn der Chef weiß, dass Wohl und Wehe einer Gaststätte ganz eng mit der Qualität der Serviceleistungen zusammenhängen. In dieser Woche findet ein großes Casting bei der Agentur für Arbeit statt. Erwartet wird, dass vom Koch bis zur Spülkraft das Vapiano-Konzept verinnerlicht wird, „das positive Lebensgefühl muss rüberkommen. Ungezwungen soll es zugehen, aber nicht chaotisch. Professionell sowieso”.

Jörg Ritter, in Bonn geboren, mit fünf Jahren nach Aachen gekommen, studierte zunächst - an der RWTH und in Maastricht - in eine ganz andere Richtung: Er wollte zur Lufthansa und Flughäfen planen. Daraus wurde nichts, peu à peu trat er in die Fußstapfen von Vater und Opa, sein großer Traum blieb aber immer, „Systemgastronomie auf hohem Niveau” zu machen.

„Mehr als Manager”

In gut sieben Wochen ist es soweit, dann wird zum erstenmal die Nudelmaschine angeworfen, aus dem hauseigenen Kräutergarten werden Basilikum und Rosmarin taufrisch geerntet. Am Eingang erhält jeder Gast eine Chipkarte, mit der er sich an Pasta-, Pizza-, Salat- oder Dolci-Theke versorgen kann. Zur Philosophie gehört unter anderem: kein Hauptgericht über 8,50 Euro. Dennoch sollen zu diesem Preis „kulinarische Highlights” im Angebot sein.

Ritter: „Ich sehe mich mehr als Manager, der organisiert, nicht als klassischen Gastronom, der am Ende die Tür zumacht.” Dennoch schwant ihm, dass er zumindest die ersten Nächte in seinem Büro verbringen wird. Direkt über dem Olivenbaum.

Mittlerweile auch in Dubai und Washington

Wenn Jörg Ritter Glück hat, kann er am 1. Oktober ein kleines Jubiläum feiern und das weltweit 60. „Vapiano” einweihen. Trotz seines Namens ist die Restaurant-Kette eine deutsche Gründung, 2002 öffnete das erste Restaurant mit dem „mediterranen Lifestyle” in Hamburg. Mittlerweile gibt es Filialen von Stockholm bis Istanbul, von Dubai bis Washington. Der Firmensitz ist Bonn.

In Aachen will Franchisenehmer Ritter 200 Plätze im Lokal selbst und 150 auf der Terrasse anbieten, von 10 Uhr bis Mitternacht, an Wochenenden bis 1 Uhr. Der Zugang wird zunächst noch ein wenig provisorisch sein, denn der benachbarte „Pocket-Park” ist erst im Frühsommer 2010 fertig; gebaut wird auch noch eine Weile an der neuen Konzernzentrale der AM an Franzstraße und Borngasse.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert