Aachen - 100 Kurden demonstrieren auf dem Markt Aachen

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100 Kurden demonstrieren auf dem Markt Aachen

Von: Sarah-Lena Gombert
Letzte Aktualisierung:
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Aachen. Die Kritik der Kurden in Deutschland am Einsatz der Türkei im Norden Syriens reißt nicht ab, das gilt auch für die kurdische Gemeinde in Aachen. Nachdem bereits in der vergangenen Woche rund 250 Personen bei einer Demo von der Oberstraße zum Elisenbrunnen teilgenommen hatten, haben sich am Montagnachmittag etwa 100 Menschen zu einer Kundgebung auf dem Markt versammelt.

An allen Ecken des Platzes hatten sich Polizisten postiert, nachdem es bei der Demo in der vergangen Woche zu Störungen gekommen war. In den Augen der Aachener Kurden, die ihr Anliegen in mehreren Redebeiträgen sowohl in kurdischer als auch in deutscher Sprache vortrugen, handelt es sich bei der „Operation Olivenzweig“ von Recep Tayyip Erdogan in der Gegend von Afrin um eine Invasion. Die Demonstranten riefen, dass sie Erdogan für einen Terroristen und einen Diktator hielten.

Generell hat sich die Stimmung unter den Kurden verschärft. So fordert die Aachener Gruppe eine „freie und unabhängige Neubewertung“ der PKK. „Wir leben in Deutschland und haben keine Chance, sicher nach Hause zu kommen. Doch wir wollen unsere Empathie mit unseren Familien und Freunden in Nordsyrien zum Ausdruck bringen“, sagte einer der Teilnehmer der Demonstration.

Auch den Einsatz von deutschen Waffen im Krisengebiet kritisieren die Kurden: „Lieber Siggi, bereite den Tee vor, wir brauchen mehr Panzer. Dein Freund Erdi“ steht auf einem der Plakate. Weil es am vergangenen Wochenende in Köln zu Problemen gekommen war, haben sich die Organisatoren eng mit der Polizei abgestimmt, wie Bülent Iscan, Vorsitzender des Kurdischen Volkshauses im Aachener Ostviertel, im Gespräch mit unserer Zeitung erklärte.

In Köln war eine Kurdendemo von der Polizei abgebrochen worden, weil Hunderte Teilnehmer Flaggen mit dem Konterfei von Abdullah Öcalan, dem inhaftierten PKK-Führer, gezeigt hatten. Diese Flaggen sind seit März vergangenen Jahres in Deutschland verboten. „Wir halten uns an das Verbot“, betont Bülent Iscan, der aber auch eingesteht, dass in Köln der eine oder andere die verbotene Flagge „aus Trotz“ gezeigt haben könnte. A

nders als in der vergangenen Woche bleibt am Aachener Markt an diesem Montag alles ruhig. Ein paar junge Männer nähern sich den Kurden, filmen die Kundgebung und versuchen, die Gruppe mit unflätigen Gesten zu provozieren. Doch die Polizei reagiert sofort und schickt die Männer in Richtung Krämerstraße davon, bevor die Demonstranten überhaupt merken, was passiert.

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