Sechs Jahre Haft wegen Raubes

(wos) 04.08.2009, 16:14

Aachen. «Ich möchte mich bei Ihnen allen entschuldigen!» Der 48-jährige Angeklagte richtete sich in seinem «letzten Wort» vor der Urteilsverkündung an sechs junge Frauen, die in der ersten Reihe des Saales im Aachener Landgericht saßen.


Sie waren Aufsichtspersonen in den Spielhallen in Gangelt und Übach-Palenberg, die er überfallen hatte. Doch sie schüttelten angesichts dieser Entschuldigung nur mit dem Kopf.

Auch Richter Harald Brandt, Vorsitzender der 8. Großen Strafkammer, beeidnruckte das nicht. Er verurteilte den Angeklagten zu sechs Jahren Haft wegen achtfachem schweren Raubes.

Denn acht Mal hatte der Mann ohne festen Wohnsitz losgeschlagen, alleine vier Mal seit Dezember 2008 im Casino Royal in Gangelt. Dann waren entsprechende Einrichtungen in Übach-Palenberg und Geilenkirchen an der Reihe, die Beute betrug zwischen 350 und 1500 Euro.

Der in Würselen geborene Angeklagte habe den Frauen mit der Waffe nachhaltigen Schaden zugefügt, auch wenn es sich nicht um eine echte Waffe handelte, erklärte der Richter. «Sie leiden», so Brandt, «heute noch an dem Geschehen, sind traumatisiert.»

Dreist sei es auch gewesen, dass der Räuber das private Geld der Opfer ebenfalls mitgehen ließ.

Der Angeklagte hatte ins Feld geführt, er sei spielsüchtig und deshalb auf die schiefe Bahn geraten. Ein Gutachten kam aber nicht zu dem Ergebnis, dass er deswegen zwanghaft habe Verbrechen verüben müssen.

Eine weitere Tat, nämlich den Überfall auf eine Aachener Lotto-Annahmestelle mit einer Beute von beinahe 20.000 Euro, leugnete der Mann, obwohl am Tatort seine DNA gefunden worden war. Der Fall wird nun gesondert verhandelt.