«Flagge gegen Rechts zeigen»: Arbeiterjugend bereitet Kampagne vor

Sarah Maria Frantzen 23.03.2009, 16:57

Aachen. Erst in der vergangenen Woche hat eine Studie darauf aufmerksam gemacht, dass jeder siebte Jugendliche in Deutschland ausländerfeindlich gesinnt ist. Auch die Jugendlichen der Christlichen Arbeiterjugend (CAJ) haben festgestellt, dass rechte Sprüche und braune Aktivitäten in ihrem Umfeld zunehmen.


«Die Jugendlichen haben uns auf das Thema angesprochen und uns gefragt, was sie dagegen machen können», erklärt Diözesansekretär Sven Werny. Schon seit Monaten bereitet die CAJ daher eine Kampagne gegen die rechtsextremen Tendenzen vor.

«Wir wollen bewusst Flagge gegen Rechts zeigen», erzählt Rodney Plum, pädagogischer Mitarbeiter der CAJ. «Sackgasse Nazi» ist die Kampagne überschrieben. Dazu haben die CAJ-Mitglieder ein Logo mit einem runden Sackgassenschild entworfen. «Wir möchten damit ein Zeichen setzen: Wenn man diesen Weg geht, kann der nur in einer Sackgasse enden», so Plum.

Auf der Frühjahrskonferenz am vergangenen Wochenende haben sich die Jugendlichen mit dem Thema Rechtsextremismus auseinandergesetzt. Sie haben über den Nationalsozialismus, Stammtischparolen und aktuelle Formen des Rechtsextremismus gesprochen.

Aufklärungsarbeit

«Die Außenwirkung rechtsextremer Personen hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt», erklärt Andrea Hupfauer von der Diözesanleitung dazu. Außerdem wurden anlässlich des Wahljahres die politischen Programme rechter Parteien erklärt und die - manchmal doch versteckten - rechten Parolen aufgedeckt.

Für ein Jahr wird das Thema die CAJ in internen und öffentlichen Aktionen begleiten. Damit will die CAJ Aufklärungsarbeit leisten und zum Nachdenken anstoßen. «Manchmal übernehmen die Jugendlichen Schimpfwörter wie 'Du Jude' ganz unreflektiert. Die Tragweite ist ihnen nicht bewusst», weiß Diözesansekretär Werny.

Als Multiplikatoren sollen die Jugendlichen die Informationen weiter tragen. Sie hoffen, dass sie dadurch in der Gesellschaft etwas bewegen können. «Wir wollen mit den Aktionen auch Jugendliche erreichen, die auf der Grenze stehen. Jemanden, der schon tief in den rechtsradikalen Strukturen drin ist, werden wir nicht erreichen können», weiß Plum.

Von nun an will die CAJ in Schulen und Offenen Türen Aktionen starten. Auch bei der Aktion «Gemeinsam auf die Straße für ein nazifreies Stolberg» wird die CAJ dabei sein. Und bei der «72-Stunden-Aktion» im Mai wird die CAJ bei einer Konzertveranstaltung in Geilenkirchen Position gegen Rechts beziehen.