Großer Sport im Cowboy-Outfit
Von Werner Breuer
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«Gehört zum Reglement», erklärt der erfolgreiche Züchter von Quarter Horses seine Garderobe. Bei vielen Wettbewerben der «Q 11» in der Aachener Soers ist diese Arbeitskleidung vorgeschrieben.
Deshalb sieht man derzeit viele Cowboys rund um das Gelände des Aachen-Laurensberger Rennvereins (ALRV). Noch bis zum Sonntag kommender Woche wird hier Europas größtes Westernreitturnier für American Quarter Horses ausgetragen. «Seit 20 Jahren - mit Unterbrechungen - sind wir im Herbst in Aachen», sagt Hans-Jürgen Förster, der Präsident der Deutschen Quarter Horse Association (DQHA). Zwischendurch hatten die Westernreiter ihre Wettbewerbe mal auf einer schicken Anlage in Bayern ausgetragen, was nach Försters Erzählungen zwar ganz nett, aber auch etwas abgelegen war - Aachen sei da schon etwas anderes. Die Pferde sind auch etwas anderes, als die Aachener vom CHIO gewohnt sind. Routiniert erklärt der Präsident, dass ein Quarter Horse nicht etwa ein Viertel Pferd ist, sondern die Bezeichnung auf eine Viertel Meile zurück geht. Über diese klassische Renndistanz im Wilden Westen seien Quarter Horses wohl die schnellsten Pferde, meint Förster, «aber das sind keine Rennpferde, sondern die sind völlig cool». Was die coolen Typen alles können, ist seit Freitag und noch bis zum 9. Oktober in der Albert-Vahle-Halle und im Deutsche-Bank-Stadion zu besichtigen. In den Disziplinen Reining, Pleasure, Trail, Cutting oder Working Cowhorse müssen jene Fähigkeiten zeigen, die bei ihren Vorfahren im alten Westen zu den beruflichen Anforderungen gehörten. Nervenstärke gehört dazu, ebenso Beweglichkeit oder schnelle Sprints und spektakuläre Vollbremsungen. Diese sogenannten Sliding Stops sind vor allem am heutigen Samstag zu bestaunen, wenn in der Königsdisziplin Reining um die Deutsche Meisterschaft gerungen wird. Dazu gehören rasante Galoppaden, schwindelerregende Pirouetten namens Spins oder punktgenaue Galoppwechsel. Viel fürs Auge wird auch am Sonntag, 9. Oktober, beim Cattle Day geboten. Über 100 Rinder sind dann laut Hans-Jürgen Förster im Einsatz als Komparsen, damit die Westernreiter zeigen können, wie gut sie ein Tier von der Herde absondern (Cutting) oder unter Kontrolle halten können (Working Cowhorse). Vom Pferd wird da eine Menge «Cow Sense» erwartet.
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