Windpark Himmelsleiter: Eine Flut von Vermutungen
Von Werner Czempas
Aachen. Im Süden der Stadt, vor allem in Walheim, sind viele Menschen beunruhigt. Das Thema «Windkraftanlagen im Münsterwald» ruft Sorgen und Ängste hervor.
Die Bürger haben viele Fragen, es gibt eine Flut von richtigen und falschen Vermutungen. Die FDP-Ratsfraktion stellte im Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz fünf Fragen zum Windpark Münsterwald.
Frage 1: Welche Fläche wird zum Betrieb von zehn Windkraftanlagen im Münsterwald benötigt und in wie weit und in welchem Umfang sind davon bestehende Naturschutzgebiete betroffen? Naturschutzgebiete, antwortete Klaus Meiners, stellvertretender Leiter des städtischen Fachbereichs Umwelt, seien als Aufstellflächen für Windkrafträder «grundsätzlich» nicht gestattet. Im Münsterwald sei von 175 geprüften Hektar inklusive der Zuwegungen lediglich eine Fläche von drei Hektar betroffen. «In dieser Größenordnung wird Wald fallen», bilanzierte Meiners die mögliche Entwicklung. Nur städtische Grundstücke Frage 2: Sind durch die Planung ausschließlich städtische Grundstücke betroffen? Meiners: «Ja, mit einer kleinen Einschränkung», bei der handele es sich um ein Areal des Landes, das für einen Weg benötigt werde. Frage 3: Zurzeit finden umfangreiche Erdarbeiten im Münsterwald statt. Dienen diese bereits der Vorbereitung von Nebeneinrichtungen wie zum Beispiel Zuwegungen, Kranstellflächen, Transformatoren und Erdleitungen? Nein, erläuterte Klaus Meiners, es gehe derzeit um einen Wegeausbau durch die Gemeinde Roetgen im Zusammenhang mit dem Vennbahn-Radweg. Auf Aachener Gebiet fänden zur Zeit keine Arbeiten statt. Frage 4: Welche Kosten sind für das Projekt bisher insgesamt entstanden? Meiners hatte die Zahlen parat: 55 287 Euro werden für zwei Gutachten anfallen. Die Untersuchungen werden im kommenden Sommer abgeschlossen. Das Gutachten zum Artenschutz befasst sich mit den Vögeln und den Auswirkungen des Windparks auf Fledermäuse. Es wird 31 154 Euro kosten. Das Gutachten zum Landschaftsbild ist mit 24 133 Euro berechnet . Alle anderen Kosten lägen «im niedrigen Bereich», wobei der Personalaufwand allerdings nicht beziffert werden könne. Frage 5: Mit welchem Fahrzeugaufkommen ist im Münsterwald während der Bauphase zu rechnen? Derzeit, so Meiners, könne diese Frage nicht beantwortet werden, das hänge von den jeweiligen einzelnen Standorten und der Bauart der Windkrafträder ab. Der städtische Umweltexperte beruhigte: Das Projekt im Münsterwald werde «keine signifikante Belastung» der Anwohner bringen. Es werde über die Autobahn und von dort über die Abfahrt Monschauer Straße erschlossen, was weniger belastend sei als etwa Zu- und Abfahrten in einer Ortslage. «Ausreichend Möglichkeiten» Peter Blum, umweltpolitischer Sprecher der FDP, zeigte sich zufrieden: «Die Antworten dienen der Versachlichung der Diskussion.» Auch die Antwort auf eine zweite Anfrage der FDP zum zeitlichen Ablauf bis zur möglichen Rechtskraft des Projekts Windkraftanlage im Frühjahr 2012 befriedigte ihn, «bis zur Genehmigung gibt es für die Bürger noch ausreichend Möglichkeiten des Einspruchs». Derweil bemüht sich Umwelt- und Planungsdezernentin Gisela Nacken, über künftige Windkraftanlagen in Aachen weiter aufzuklären. Vor zwei Wochen stand sie im Bauausschuss der Gemeinde Roetgen Rede und Antwort. Für die nördlichen Stadtbezirke Richterich und Laurensberg werde es am 4. April eine Info-Veranstaltung geben. Der Aachener Süden sowie die Bürger aus Roetgen würden für den 30. März zu einer öffentlichen Veranstaltung eingeladen.
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