Gesamtschule: Eltern kämpfen für Integration
Von Margot Gasper
Aachen. Die geplante vierte Gesamtschule in Aachen soll auch Kinder mit Behinderung aufnehmen und integrativ unterrichten. Die neue Schule müsse von Anfang an mit integrativen Lerngruppen starten, fordert der Verein «Gemeinsam leben - gemeinsam lernen» in einem Appell an die Politik.
Die Schulausschuss hatte am Donnerstag mit großer Mehrheit die Absicht bekundet, an der Sandkaulstraße eine vierte Gesamtschule zu errichten (wir berichteten).
«Chance für Aachen» «Die Frage der Integration von zieldifferent zu unterrichtenden Kindern mit Behinderungen muss auf jeden Fall mit eingeplant werdenÓ, betonen Christa Rößler und Ute Malmes vom Vorstand. «Die Stadt Aachen hat hier die Chance, ihren selbst gesteckten Zielen als kinder- und familienfreundliche Stadt und den benötigten Integrationsplätzen in Sekundarstufe I und II ein gutes Stück näher zu kommen.» Gerade an weiterführenden Regelschulen fehlen Plätze für Kinder mit Behinderung. Im zieldifferenten Unterricht lernen Kinder im Klassenverband, aber nach einem individuellen sonderpädagogischen Förderplan. Bereits im März hatte «Gemeinsam leben - gemeinsam lernen» die Erarbeitung eines Inklusionsplans für die Aachener Schulen beantragt. Leider, so beklagen Rößler und Malmes, sei zieldifferenter Unterricht bei neu zu gründenden Gesamtschulen immer noch nicht selbstverständlich. Auch bei der Gründung der Maria-Montessori-Gesamtschule seien den Eltern integrative Lerngruppen in Aussicht gestellt worden. Aber bis heute biete die Schule keine zieldifferenten Unterricht an, kritisiert der Verein. Schuldezernent Wolfgang Rombey berichtete im Schulausschuss auch über Gespräche mit Vertretern der Bezirksregierung und des Schulministeriums zur Gestaltung der künftigen Gesamtschule. «Personell und inhaltlich wollen wir eine Kontinuität erreichen», so Rombey. Das wäre auch im Interesse der David-Hansemann-Realschule, die den Antrag auf Umwandlung in eine Gesamtschule gestellt hat. Profil der Realschule erhalten? Formell allerdings muss die Realschule geschlossen und eine neue Gesamtschule gegründet werden. Aus dem Ministerium gebe es indes Signale, so Rombey, dass bestehende Konzepte der Realschule übernommen werden könnten: «Die neue Schule bietet viele Chancen, bestehende Profile aufzunehmen.»
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