Kommentiert: Die Seenlandschaft wird kommen

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Kommentiert: Die Seenlandschaft wird kommen

Ein Kommentar von Patrick Nowicki

Das Haus am See – Peter Fox hat es besungen, jeder würde es sich wünschen. Für die Menschen an den Tagebauen im Rheinischen Revier klingt es verlockend, dass sie statt auf Braunkohle schürfende Stahlkolosse in einem riesigen Loch irgendwann auf Segel und Wasser blicken.

Bis die Boote ihre Runden drehen, werden allerdings noch einige Jahre ins Land ziehen. Geduld und Ideen sind gefragt, denn einfach zu warten, wie sich die Landschaft nach der Braunkohleverstromung entwickelt, könnte fatal sein.

Vom Beispiel Blausteinsee in Eschweiler kann man durchaus lernen: Dort wurde die Entwicklung erst angestoßen, als der Höchstpegelstand erreicht war. Jahrelang stieß man am Seeufer auf eine Tristesse aus Blechbuden, ehe dann vor wenigen Jahren der Kiosk und das Restaurant gebaut wurden.

Eine frühzeitige Planung hätte den Prozess deutlich beschleunigt. Dies bedeutet: Schon jetzt muss man die Weichen stellen, was sich rund um den Tagebau Inden entwickeln kann, wenn das Restloch mit Wasser aus der Rur voll läuft. Auch an den anderen Tagebauen im Rheinischen Revier müssen die Initiativen mehr Fahrt aufnehmen.

Zugegeben, es erfordert eine gewisse Fantasie, sich vorstellen zu können, was gemeint ist, wenn vom „Indeschen Ozean“ gesprochen wird. Mit 11,6 Quadratkilometern Wasserfläche wird er für einige Jahre auch der größte See Nordrhein-Westfalens sein. 11,6 Quadratkilometer! Dies entspricht der Größe von über 1600 Fußballfeldern. Die beiden Restseen in Hambach und Garzweiler werden sogar noch größer. Bei solchen Dimensionen muss man kein notorischer Skeptiker sein, um ins Grübeln zu kommen.

Die Zweifel wuchsen, als die Bündnisgrünen im Landtag vor zwei Jahren ein Gutachten präsentierten, das ein Leerlaufen der meisten geplanten Seen prophezeite. Diese Prognose ist jedoch bis heute exklusiv geblieben. Verunsichert wurden dennoch einige Menschen.

Doch kein Grund zur Panik: Der Seeplanung sind zahlreiche Genehmigungsschritte vorgeschaltet, die von noch mehr  Verbänden und Fachleuten mit Argusaugen inspiziert werden. Es ist höchst unwahrscheinlich, dass all diese Menschen irren mit ihrer Annahme, dass die Generationen nach uns zwischen Aachen und Köln in einer Seenlandschaft leben.

Genau darin steckt eine Chance für eine ganze Region: Man weiß, wie sich die Landschaft im Rheinischen Revier verändert. Nun muss man auch die Pläne für die Wege, Siedlungen und Betriebe von morgen schmieden.    

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