Aachen - „Hütte 16“: Das Budendorf drängt in den Elisengarten

„Hütte 16“: Das Budendorf drängt in den Elisengarten

Von: Gerald Eimer
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„Hütte 16“ lockt Weihnachtsmarktbesucher auch zur Hartmannstraße. Weil der Ansturm in den Vorjahren immer wieder zu Engpässen auf dem Gehweg geführt hat, wurde die Bude diesmal im Park aufgebaut. SPD und Grüne sorgen sich, dass das Schule machen könnte. Foto: Harald Krömer

Aachen. Wo hat der Weihnachtsmarkt eigentlich seine Grenzen? Diese Frage beschäftigt derzeit Aachens Politiker, die sich wie manch andere Aachener auch über eine in diesem Jahr erstmals aufgestellte Weihnachtsbude im Elisengarten wundern.

Die „Hütte 16“, betrieben vom Promi-Fleischer Rolf Gerrards, trägt zwar offiziell die Weihnachtsmarkt-Adresse „Münsterplatz“, steht aber für jeden erkennbar an der Hartmannstraße – und dort seit neuestem auf dem Gelände des Elisengartens. Zumindest für SPD und Grüne wirft das Fragen auf.

Wer denn eigentlich die Erlaubnis für die Bude an der Stelle gegeben hat, will SPD-Ratsherr Norbert Plum nun vom Oberbürgermeister wissen. Darüber hinaus fragt er an, welche Sondernutzungsgebühren erhoben werden und wer anschließend für die Herrichtung des Rasens aufkommen muss. Und schließlich: „Soll in den kommenden Jahren der Elisengarten in den Weihnachtsmarkt einbezogen werden?“

Vor allem diese Frage beschäftigt auch die Grünen, die inzwischen per Ratsantrag ganz offiziell fordern, den Weihnachtsmarkt ausschließlich auf Marktplatz, Katschhof und Münsterplatz zu beschränken und den Elisengarten von Weihnachtsbuden generell freizuhalten. Sie fürchten, dass die „Hütte 16“, die in den Vorjahren noch auf vier Parkplätzen vor den Geschäftsfronten stand, auch weitere Geschäftsleute anregen könnte, Buden im Elisengarten aufzustellen und damit ein unerwünschter „Nebenstandort“ geschaffen werden könnte.

Keine Ausweitung gewollt

Den aber soll es ausdrücklich nicht geben, wie Manfred Piana für den Märkte- und Aktionskreis City (MAC), Ausrichter des Weihnachtsmarktes, erklärt. Eine räumliche Ausweitung sei ausdrücklich nicht gewollt, sagt er. Und Pläne für weitere Buden im Elisengarten gebe es auch nicht. Die Verlagerung der „Hütte 16“ weg von den Parkplätzen und rein in die Parkanlage erklärt er mit dem „Fluch des Erfolgs“.

So habe man die vorgelagerte Bude vor Jahren als „Eyecatcher“ in der Hartmannstraße genehmigt, um Passanten aus den umliegenden Einkaufsstraßen in Richtung Münsterplatz zu lotsen. Die Bude habe sich mit ihren Feinkost- und Getränkeangeboten so erfolgreich entwickelt, dass in den Vorjahren zunehmend die Zugänge und Schaufenster zu angrenzenden Geschäften verstopft wurden. Auch gab es auf dem Bürgersteig kaum noch ein Durchkommen für Menschen mit Kinderwagen oder Rollstühlen. Um den Engpass zu beheben, sei man in diesem Jahr auf die andere Straßenseite gezogen. Und natürlich werde der Elisengarten anschließend wieder in einen ordentlichen Zustand gebracht, versichert Piana.

Zu ausladend

Den Grünen sind die „ausladenden Aufbauten“ dennoch ein Dorn im Auge. Sie fürchten durch die „intensive Nutzung des umliegenden Gartenbereichs“ dauerhafte Schäden am Untergrund. Die Rasenpflege sei dort ohnehin schon anspruchsvoll genug. Und überhaupt sollte die aufwendig umgestaltete Grünfläche für jedermann zugänglich sein und „weitgehend konsumfrei“ genutzt werden können.

Ratsherr Michael Rau: „Der Elisengarten darf nicht für kommerzielle Veranstaltungen genutzt werden, insbesondere nicht sechs Wochen im Winter während des Weihnachtsmarkts. Für das Stadtbild sind temporäre Bauten wie solche Weihnachtsmarktbuden an dieser Stelle alles andere als förderlich.“

Und dann gibt es auch noch Passanten, die allabendlich naserümpfend beobachten, wie sich auf der Rückseite der Bude Männer Erleichterung verschaffen, denen die Blase drückt. Auch nicht schön für den Park.

Stadtsprecher Bernd Büttgens betonte am Dienstag, dass der diesjährige Aufbau der Bude im Elisengarten auch von Oberbürgermeister Marcel Philipp ausdrücklich als „Testlauf“ betrachtet wird. Man werde im Anschluss bewerten, ob das eine Lösung für die Zukunft sei. Auch Büttgens betont, dass der Elisengarten nicht als Grundstück für den Weihnachtsmarkt und weitere Buden in Frage komme.

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