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Gewaltattacke von Düren: Anklage gegen Vater und zwei Söhne

Von: red/dpa
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Die Scharnhorststraße in Düren am 12. November: Ein Beteiligter an dem Angriff auf Polizisten wird abgeführt. Foto: privat

Aachen/Düren. Nach der spektakulären Gewaltattacke in Düren wegen eines Knöllchens mit zehn verletzten Polizisten hat die Staatsanwaltschaft Aachen Anklage gegen einen Mann und zwei seiner Söhne erhoben. Ihnen werden gefährliche Körperverletzung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Bedrohung vorgeworfen.

Einem Polizisten war mit einem Radmutterschlüssel die Augenhöhle zertrümmert worden.

Der Vorfall hatte im vergangenen Jahr ein erhebliches Medieninteresse ausgelöst. Er ereignete sich nur sechs Tage nach dem Überfall auf das Bezirksligaspiel zwischen Welldorf/Güsten und den Sportfreunden Düren; beide Fälle sorgten weit über Nordrhein-Westfalen hinaus für Schlagzeilen.

Nach Angaben des Landgerichts Aachen von Freitag soll an jenem 12. November zunächst der Vater einen Knöllchen schreibenden Mitarbeiter des Ordnungsamtes beschimpft und bedroht haben. Wenn er sich noch mal in der Straße blicken lasse, werde er ihn umbringen, soll der türkischstämmige 46-Jährige gedroht haben. Als dann mehrere Söhne des Mannes dazu kamen, rief der Mann vom Dürener Ordnungsamt laut Anklage die Polizei. Die ersten beiden Polizisten forderten schnell weitere Verstärkung an.

Söhne mit Pfefferspray zurückgehalten

Hauptangeklagter ist ein 28-jähriger Sohn, der einem Polizisten laut Anklage mit einem Radmutternschlüssel die Augenhöhle zertrümmert hat. Er ist unter anderem der gefährlichen Körperverletzung angeklagt. Der Mann streckte laut Anklage einen Polizisten mit einem Faustschlag nieder, während der andere ebenfalls 28 Jahre alte Sohn von Polizisten zurückgehalten wurde, wie Gerichtssprecher Daniel Kurth mitteilte.

Als sich der Vater den Radmutterschlüssel schnappte, um damit auf einen Polizisten loszugehen, setzte ein Beamter laut Anklage Pfefferspray ein und rang den Mann zu Boden. Der Vater ist unter anderem der versuchten gefährlichen Körperverletzung angeklagt.

Der Hauptangeklagte kam seinem Vater zur Hilfe und soll dem Polizisten, der den Vater in Schach hielt, mehrere Faustschläge verpasst haben, unter anderem ins Gesicht. Dann soll er dem Mann mit dem Radmutterschlüssel ins Gesicht geschlagen haben. „Ob eine dauerhafte Beeinträchtigung des Sehvermögens eingetreten ist, kann derzeit noch nicht beurteilt werden“, sagte der Sprecher der Aachener Staatsanwaltschaft Jost Schützeberg am Freitag. Die Polizei brachte den Angreifer mit Pfefferspray unter Kontrolle.

Massiv mit Schlägen gewehrt

Der zweite ebenfalls 28 Jahre alte Sohn ging laut Anklage mit erhobenen Fäusten auf die Polizisten los und wollte den Radmutterschlüssel aufheben. Als Polizisten ihn entwaffneten, soll er sich massiv mit Schlägen gewehrt und dabei mehrere Polizisten verletzt haben.

Nachdem die drei Männer zunächst in Untersuchungshaft genommen worden waren, hatte das Oberlandesgericht Köln einen der Söhne verschont und den Haftbefehl gegen den anderen „aus Gründen der Verhältnismäßigkeit aufgehoben“, wie Sprecher Schützeberg erklärte. Der 46 Jahre alte Vater ist weiterhin in Untersuchungshaft.

Laut Staatsanwaltschaft streiten die Angeschuldigten die Vorwürfe ab. Nach ihrer Darstellung sei die Gewalt von den Polizeibeamten ausgegangen. Eine Strafkammer des Landgerichts Aachen prüft derzeit, ob und wann ein Gerichtsverfahren eröffnet wird.

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