Maria Laach - Laacher See: Rundweg zwischen Romantik und Information

Laacher See: Rundweg zwischen Romantik und Information

Von: Martin Thull
Letzte Aktualisierung:
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Orientierungspunkt auf dem Rundweg um den Laacher See: die mächtige Abteikirche. Die auf dieser Seite beschriebene Wanderung gilt unter Kennern ais „Traumpfad“. Foto: Martin Thull
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Naturschauspiel, das an den erloschenen Vulkan erinnert: Gasblasen – abgegeben von erkaltetem Magma – blubbern an der Wasseroberfläche des Laacher Sees.
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In Ruhe den Blick über das Wasser schweifen lassen: Das können Wanderer auf dem Rundweg um den Laacher See. 3,3 Quadratkilometer groß ist er und bis zu 53 Meter tief.

Maria Laach. Über eine Stunde ist der Wanderer auf dem Rundweg um den Laacher See schon unterwegs, da kommt er an die Stelle, die noch am ehesten daran erinnert, dass er einen – wie Experten sagen – „schlafenden“ Vulkan umrundet. Denn in Ufernähe blubbern Blasen an der Wasseroberfläche und zerplatzen. Eine Tafel erklärt, wie das kommt.

In tiefen Gesteinsschichten werden Wasseransammlungen bis zu 375 Grad heiß, denn die Vulkane unter der Eifel sind nicht erloschen. Wenn der See im Winter zufriert, bleiben deshalb hier Öffnungen in der eisigen Fläche und belegen dies eindrucksvoll. Am Laacher See ist vor gut 12.000 Jahren der Vulkan das letzte Mal ausgebrochen.

Kein Platz für Grusel

Der Wanderer muss aber nicht fürchten, plötzlich würde die Erde aufbrechen und glühende Lava speien. Für Grusel ist kein Platz: Der etwa acht Kilometer lange Weg rund um den Laacher See zählt zu Recht zu den Traumpfaden, die die Region Rhein-Mosel-Eifel durchziehen. Traumhaft sind Landschaft und See zu jeder Tages-, Nacht- und Jahreszeit. Immer schillern die Blätter der Laubwälder anders oder wirft die Sonne unterschiedliche Schatten, umwabern Nebelbänke die Hänge der umliegenden Hügel oder spiegeln sich Mond und Sterne auf der glatten Wasseroberfläche.

Aber begeben wir uns – gedanklich – zurück an den „Start“: Von der A 61 sind wir über Landstraßen an den Parkplatz zwischen Kloster und See gelangt (siehe Infokasten). Gleich vom Parkplatz aus führt der Weg in etwa zehn Minuten an den See. Bis zum Bootsverleih ist der Weg asphaltiert. Von einem Holzplateau aus können wir die Wasservögel beobachten. Oder bei gutem Wetter auch eines der Tret- oder Ruderboote mieten, um den See zu erkunden. Er hat eine Fläche von 3,3 Quadratkilometern und ist bis zu 53 Meter tief. Der See hat keinen natürlichen Abfluss. Mit dem Beller Wiesenbach gibt es einen kleinen Zufluss. Man geht von einer unterseeischen Speisung aus.

Am Jachthafen

An Schautafeln des Naturschutzbundes können wir uns über einheimische Singvögel informieren.

Der folgende Weg ist festgetretener Schotter und gut zu gehen. Selbst mit Kinderwagen kommt man leicht vorwärts, auch wenn es zuweilen rumpeln kann wie auf dem Kopfsteinpflaster der Fußgängerzonen. Immer wieder laden Informationstafeln ein, sich Gesteinsformationen, Landschaftsverlauf oder andere Besonderheiten erklären zu lassen. Zuweilen wären da etwas weniger wissenschaftliche und mehr kindgerechte Erklärungen wünschenswert.

Nach einer guten halben Stunde erreichen wir den kleinen Jachthafen sowie den Minigolfplatz. Dieser ist allerdings nur in den Sommermonaten geöffnet.

Hier ist auch ein zweiter Parkplatz, der ebenfalls den Startpunkt für den Rundweg bilden kann. Die asphaltierte Straße führt weiter zu dem großen Campingplatz am Seeufer. Wanderer mit Kinderwagen sollten diese nutzen und am Campingplatz an der Schranke vorbei den Weg nach oben wählen. Fußgänger nutzen den parallel dazu verlaufenden schmalen Weg.

Das „Blockhaus Laacher See“ ist der nächste Fixpunkt nach etwa 45 Minuten Spaziergang. Es bietet eine Speisekarte mit großen und kleinen Gerichten. Es ist bis auf Heiligabend jeden Tag geöffnet. Von der Terrasse aus hat man – über den Campingplatz hinweg – einen schönen Blick auf den See. Dies ist auch der letzte Punkt, an dem man sinnvoll wieder zurücklaufen kann zum Parkplatz. Andererseits beginnt hier der richtig schöne, wenn man so will, romantische Seeweg.

Picknick im Buchenwald

Einkehrmöglichkeiten finden sich nun keine mehr, aber im Eichen- und Buchenwald, immer wieder durchsetzt mit Birken und immergrünen Ilexbüschen, gibt es zahlreiche Rastmöglichkeiten für ein Picknick: festinstallierte Tische mit Sitzgelegenheiten, Ruhebänke oder einfach auch nur dicke Baumstämme. Sie bieten Gelegenheit, die Ruhe zu genießen und den Blick über den See schweifen zu lassen.

Im Sommer kann man kleine Segelboote beobachten, zu jeder Jahreszeit aber auch Angler, denn im Laacher See gibt es noch Fische. Das Wasser in Ufernähe ist kristallklar. Leider ist das Baden offiziell untersagt.

Wanderer, Jogger oder Spaziergänger – sie unterscheiden sich lediglich durch das Tempo ihrer Fortbewegung – können sich nicht verlaufen. Es gilt, immer dem Weg im Uhrzeigersinn dem Seeufer entsprechend zu folgen. Gelegentlich bietet eine Art Trampelpfad eine Alternative zum Hauptweg, wenn man näher am Wasser sein möchte. Dies mag besonders Kinder reizen. Doch sollten erwachsene Begleiter hier Vorsicht walten lassen. Dieser kleine Pfad kann gefährlich sein. Er ist abschüssig und nach Regen glatt. Kinder sollte man keinesfalls allein diesen Pfad gehen lassen.

Blubbern und Zischen

Nach gut 75 Minuten kommt die bereits beschriebene Stelle mit den Gasblasen, die blubbernd an die Wasseroberfläche steigen und mit zartem Zischen zerplatzen. Natürlich empfiehlt es sich dort, den etwas steilen Abhang hinunterzusteigen, um dieses Naturereignis genauer in Augenschein zu nehmen. Und wenn man ganz still ist, kann man das stete Zerplatzen der Blasen auch hören. Elfenmusik?

Immer wieder kann der Wanderer auf seinem Weg durch die Bäume am gegenüberliegenden Ufer auch die mächtige Abteikirche sehen. Deren Dächer bilden je nach Sonnenstand ein eigenes Schauspiel, glitzern silbern oder heben sich in der Dämmerung mit ihrem Schiefergrau kaum von der Umgebung ab. Der Wanderer kann so aber stets abschätzen, wie weit sein Weg noch ist.

Hinter Pappeln verschwunden

Nach etwa eineinhalb Stunden öffnet sich der Wald, der Schutz vor Sonne und Wind gegeben hat. Der Weg führt nun durch Weiden und Äcker. Gegenüber einer alten Bimssteingrube (Vulkangestein) gibt es die Möglichkeit, bei trockenem oder gefrorenem Boden rechts am Ackerrand etwas abzukürzen. Der See ist inzwischen hinter einer langen und stolz aufragenden Pappelwand verschwunden. Oder man geht auf dem asphaltierten Wirtschaftsweg weiter und biegt an der ersten Kreuzung rechts ab Richtung Abteikirche. Links breitet sich eine Apfelplantage aus. Auf sie führt, von rechts kommend, ein Weg zu. Geht man diesen ein paar Schritte nach rechts, gelangt man an einen Stolleneingang.

Im 12. Jahrhundert hat ein Abt diesen Entwässerungsstollen („Fulbert-Stollen“) graben lassen. Es ist eine noch immer bewundernswerte Ingenieursleistung des Mittelalters, gelang es doch so, bei Bedarf Wasser aus dem See abzulassen, um eine Überschwemmung der ufernahen Wiesen und Äcker zu vermeiden.

Nun beginnt der am wenigsten beschauliche Weg zurück zum Parkplatz. Denn der führt auf einem Bürgersteig an der Landstraße vorbei und zurück zum Auto. Je nach Schritttempo dauert der Rundweg 100 bis 120 Minuten.

War das die „Pflicht“, so könnte sich nun die „Kür“ anschließen: Am Parkplatz selber gibt es einen Imbiss sowie den Hofladen des Klosters, auch eine Toilettenanlage. Doch sollte man den Besuch des Klostergeländes – erreichbar durch eine Straßenunterführung – nicht versäumen. Wie ein heiliger Bezirk ist er autofrei und bietet vielfältige Stärkung für Geist, Seele und Körper. Die romanische Klosterkirche, die sich wie eine Burg im Talkessel erhebt, ist frisch renoviert und zählt zu den baulichen Schätzen der Eifel.

Blick hinter die Klostermauern

Und wem der Rundgang um den Laacher See noch nicht reicht, der findet in Buchhandlung oder Gärtnerei zahlreiche weitere Möglichkeiten der sinnvollen Freizeitgestaltung, die Informationshalle erlaubt den Blick hinter Klostermauern und bietet informative Filme. Von der SB–Klostergaststätte oder dem Kuchenbüffet des Seehotels – beide im Besitz der Mönche – ganz zu schweigen.

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