Merzenich - Fast 500 Teilnehmer: „Wo findet man noch so ein Zeltlager?“

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Fast 500 Teilnehmer: „Wo findet man noch so ein Zeltlager?“

Von: Markus Niederhöfer und Carsten Rose
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Zeltlager im Naherholungsgebiet: Die Jugendfeuerwehren des Kreises haben sich über das Wochenende in Merzenich getroffen.
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Olympiade der Jugendfeuerwehren: Patrick Harzheim, Daniel Gräsel und Rainer Lüssem (v. l.) von der Merzenicher Feuerwehr ...
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...hatten Wettkämpfe wie Schlauch-Aufrollen organisiert.

Merzenich. Als Daniel Gräsel ein Video von Samstagabend zeigt, kriegt er wieder diese Gänsehaut. 354 junge Feuerwehrleute und zig Betreuer springen um etwa 23 Uhr zeitgleich im Takt der lauten Musik auf dem Vorplatz des Naherholungsgebiets. „Wir haben uns gewundert, dass die Polizei nicht gekommen ist“, sagt er scherzend, schließlich liegt nebenan direkt ein Wohngebiet.

Jener Abend war der feierliche Abschluss des zweitägigen Zeltlagers, dass die Kreisfeuerwehr Düren alle zwei Jahre für den Feuerwehrnachwuchs ausrichtet, zum ersten Mal in Merzenich. Das abendliche Bühnenprogramm hatten die Jugendlichen selbst erarbeitet und für eine „super Stimmung“ gesorgt, die die Betreuer um Gräsel sichtlich stolz gemacht hat – sie haben „über Monate verdammt viel Arbeit“ in die Vorbereitung gesteckt.

„Im Vergleich zu den vielen Jahren zuvor hatten wir die höchste Teilnehmerzahl“, sagt Patrick Harzheim, der ebenso wie Daniel Gräsel von der Merzenicher Wehr zum Veranstalterteam gehörte. Insgesamt waren rund 60 Helfer bei der Organisation beteiligt, 35 waren stets gleichzeitig auf dem Gelände. 123 Betreuer haben sich insgesamt über 47 Gruppen gekümmert. Gräsel: „Ich bin sehr froh, dass die Zusammenarbeit mit den einzelnen Ortsgruppen so reibungslos funktioniert.“

Pokal geht nach Hürtgenwald

Bis auf die Stadt Linnich hatten die anderen 14 Kreiskommunen Mitglieder ihrer Jugendfeuerwehren in das Naherholungsgebiet „abkommandiert“. Ab Freitagnachmittag hatten sich die Jugendlichen im Alter von zehn bis 18 Jahren am Rande Merzenichs auf dem weitläufigen Areal eingefunden. Zu später Stunde ging es auf eine Nachtwanderung, bevor die Jungs und Mädels am Samstag ihre Talente wie Geschick und Schnelligkeit bei der Lagerolympiade zeigten.

Vieles hatte auch einen – wenn auch teilweise spaßigen – Bezug zur Feuerwehr, erklärt Wehrleiter Patrick Harzheim: „Die Jugendlichen mussten Feuerwehrgeräte ertasten, im Wettkampf Schläuche ausrollen – und ihre Stiefel werfen.“ Erstmals haben die Veranstalter den Wettkampf mit einem Wanderpokal prämiert, erkämpft hat ihn sich eine Gruppe aus Hürtgenwald.

Die hohe Teilnehmerzahl scheint auf den ersten Blick im Kontrast zum Trend zu stehen, dass Vereine und gerade die Feuerwehren mit Nachwuchssorgen zu kämpfen haben. Für Patrick Harzheim zeigt das Wochenende, dass Zeltlager eine große Anziehungskraft auf die Jugendlichen haben – besonders für die, die in der Stadt wohnen. „Wo wird denn noch ein Zeltlager mit fast 500 Leuten angeboten? In diesen Genuss kommen die Jugendlichen in der Umgebung ja kaum noch“, betont der Wehrleiter, der ein großes Dankeschön an die Gemeinde Merzenich und etliche Sponsoren richtet, die das Lager ermöglicht haben.

Für die Feuerwehren sind diese Lager natürlich auch die beste Möglichkeit, den Nachwuchs an sich zu binden. So hat es den Veranstaltern in die Karten gespielt, dass sie auf dem großen Gelände waren, und nicht wie sonst auf einem Sportplatz, betont Rainer Lüssem von der Merzenicher Feuerwehr. „Und wir haben auch niemanden gestört hier, das war echt Klasse.“ Nicht mal am Samstag gegen 23 Uhr, als der Bass durch das Naherholungsgebiet hallte.

 

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