Aachen - Prof. Thomas Niehr: „Die Sprache entwickelt sich ständig weiter“

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Prof. Thomas Niehr: „Die Sprache entwickelt sich ständig weiter“

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Thomas Niehr, Dozent an der RTWH, ist Fan der Vong-Sprache. Foto: Niehr

Aachen. Verfall der Sprache oder unbedenkliche Modeerscheinung? Wir Hier hat bei Prof. Thomas Niehr, Linguist und Dozent an der RWTH, nachgefragt, was es mit Trends wie der „Vong“-Sprache auf sich hat.

Die Sprache unterliegt einem ständigen Wandel. Thomas Niehr, Professor für Germanistische Sprachwissenschaft, weiß, warum: „Sprache entwickelt sich weiter“, sagt er. „Goethe hat beispielsweise noch anders gesprochen, als wir es heute tun. Außerdem gibt es in unserem Wortschatz jetzt mehr Anglizismen als noch vor 50 Jahren.“

Schlecht sei das aber nicht, im Gegenteil: „Sie vereinfachen unsere Sprache“, sagt Niehr. Als Beispiel nennt er das Wort „Download“: Zwar könnten wir statt „downloaden“ auch „herunterladen“ sagen, aber das Nomen sei nur kompliziert durch „Herunterlademöglichkeit“ zu ersetzen. „Deshalb adaptieren wir das englische Wort und etablieren es in unserem Wortschatz.“ Aber nicht nur: Wir konjugieren die eingedeutschten Wörter sogar: „Ich downloade“, „du downloadest“ und so weiter.

Warum sich überhaupt verschiedene Trends in Sprachen, abzeichnen, lässt sich auf verschiedene Sprachwandeltheorien zurückzuführen. Eine davon besagt, dass die Schriftsprache sich durch das Internet verändert hat. Niehr erklärt das so: „Die Chatsprache, die wir etwa Online benutzen, ist von Abkürzungen geprägt, weil sie in kurzer Zeit besonders effektiv sein soll: In den Zeiten, in denen die Onlinezeit nur begrenzt war und der Zugang zum Internet viel Geld gekostet hat, war es von Vorteil, sich kurz zu halten.“

Dass die Vong-Sprache unseren Sprachgebrauch nachhaltig beeinflussen könnte, glaubt Niehr nicht: Das ist lediglich eine intellektuelle Spielerei. Der Macher zeigt darüber eine große sprachliche Fähigkeit, Befürchtungen über einen Sprachverlust sind unbegründet.“

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