Region - Polyamorie: Wer Antworten sucht, bekommt sie

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Polyamorie: Wer Antworten sucht, bekommt sie

Von: anne
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Rafaela Louis vom Queerreferat setzt sich für sexuelle Vielfalt und Toleranz ein.
Foto: Anne Schröder

Region. Queerreferat und Stammtisch-Treffen helfen Menschen, ihre Gefühle für mehrere Partner gleichzeitig zu verstehen und bieten ihnen eine Plattform für Diskussion.

Rafaela Louis arbeitet ehrenamtlich beim Queerreferat an den Aachener Hochschulen, einer Anlaufstelle, die sich um Aufklärung und Toleranz für sexuelle Vielfalt bemüht. „Unser maßgebliches Ziel ist es, dass Menschen sich angenommen fühlen“, sagt Louis. Das schließe natürlich auch die „Polys“ mit ein: „Wir haben auch Leute bei uns im Referat, die mit dem Thema vertraut sind und helfen. Unsere Bibliothek wird gerade erweitert. Auch sind wir ziemlich offen für Vorschläge, mehr Veranstaltungen oder Themenabende zu organisieren.“ Interessierte könnten sich also jeder Zeit an das Referat wenden, wenn sie das Bedürfnis haben.

Die Akzeptanz für alternative Beziehungsformen ist im Referat sehr hoch. „Wir bieten eine Gemeinschaft und eine Diskussionsplattform, um Leute abzuholen, die sich vielleicht sonst mit den Themen schwer tun“, ergänzt Louis. Eine solche Pattform bietet auch der regelmäßig stattfindende Stammtisch in Aachen.

Zweimal im Monat tauschen Interessierte ihre Erfahrungen aus, holen sich Rat voneinander und reden auch über Begrifflichkeiten wie „Beziehung“ und „Liebe“. „Es ist ein geschützter Raum, wo Gleichgesinnte entspannt so sein können, wie sie sind. Wir achten aufeinander“, sagt der Organisator der Treffen, der sich „Gala“ nennt.

Der 50-Jährige lebt schon lange polyamor, ist in der Szene etabliert und glücklich verheiratet. Auch wenn die Gemeinschaft in Bezug auf das Alter gut durchmischt sei, bemerke Gala seit wenigen Jahren einen kontinuierlichen Aufschwung an jüngeren Leuten. „Gerade die Neuen beim Stammtisch sind meistens Mitte 20“, sagt Gala. Er hilft gerade dabei, einen Verein zu gründen, der sich als Interessenvertretung für „Polys“ verstehen soll.

Unter anderem sind Beratungsstellen geplant, aber auch mit rechtlichen Fragen zur Ehe oder Verfügungsrechten aller Partner will sich der Verein beschäftigen. „Ich wünsche mir mehr Toleranz in der Gesellschaft“, sagt er. Auch Rafaela Louis möchte mehr Verständnis für diese Beziehungsform: „Es wäre schön, wenn man sich von dem Gedanken trennt, dass man sich total gegenseitig vereinnahmen muss und es keinen anderen geben darf. Ich glaube, es hat was mit Freiheit zu tun.“

 

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