Region - Fitnesstrends: Zwischen Krafttraining und Digitalisierung

Fitnesstrends: Zwischen Krafttraining und Digitalisierung

Von: Tyrone Schwark
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Der Klassiker ist wieder da: Gewichttraining erfreut sich wieder großer Beliebtheit. Im Gegensatz dazu hält aber auch die Digitalisierung Einzug in die Fitnessbranche. Foto: dpa

Region. Jedes Jahr veröffentlichen amerikanische Sporthochschulen eine weltweite Umfrage rund um das Thema Fitness: den „Worldwide Survey of Fitness Trends“. Im Mittelpunkt steht, worauf die Fitnessbranche in diesem Jahr besonders ein Auge werfen wird. Wir Hier bewertet mit einem Experten die Top-Fünf-Trends aus dem Fitness-Survey. Eine gute Nachricht vorab: Für den Strandkörper ist es noch nicht zu spät!

Egal, ob allein oder in der Gruppe, ob Gewichte stemmen oder mit dem eigenen Körpergewicht arbeiten: Unser Experte Andy Balz, Leiter des Fitnessgyms in Würselen, sagt: „Jede Bewegung ist gut für den Körper.“ Trotzdem wirft er mit Wir Hier einen Blick auf die Fitnesstrends für dieses Jahr. Und für den Strandkörper sei es auch nicht zu spät, sagt er: „Bis Ende Juni ist noch eine gesunde Gewichtsabnahme von bis zu acht Kilogramm möglich.“ Und die könnte man zum Beispiel auch so erreichen:

Platz eins: HIIT

HIIT, das steht für Hoch-Intensitäts-Intervall-Training und ist eigentlich schon längst in den meisten Trainingsplänen angekommen. Bereits im vergangenen Jahr gehörte es zu den Trends in der Fitness-Szene. Einer der bekanntesten HIIT-Trainingsmethoden ist die sogenannte Tabata-Methode: Für jeweils 20 Sekunden muss der Sportler durchpowern, danach kann er zehn Sekunden Verschnaufen. Achtmal wird das Ganze wiederholt, daraus ergeben sich gerade einmal vier Minuten Trainingszeit. Aber die haben es in sich: „Das kann wirklich anstrengend sein“, sagt Andy Balz. Aber für Anfänger ist es nicht ideal: „Es werden nicht genug Muskelfasern angesprochen, um langfristig nur damit Erfolg zu haben. Für Fortgeschrittene ist es aber eine gute Abwechslung, um ab und zu andere Trainingsreize zu setzen.“

Platz zwei: Gruppentraining

Keine Lust, allein schwere Eisen zu stemmen? Dann ist dieser Trend doch genau das Richtige. Denn Gruppentraining ist wieder angesagt. In den vergangenen Jahren ging der Trend eher zu individuellen Trainingsplänen. Jetzt heißt es wieder: Freunde einladen und ab in den Kurs. Was genau Gruppentraining nämlich ist, überlassen die Wissenschaftler den Sportlern. Ob Spinning, Aerobic, Zumba oder Yoga – es müssen lediglich mindestens fünf Personen anwesend sein.

„Die Motivation zum Sport ist sehr groß, wenn man in einer Gruppe trainiert“, sagt Balz. „Es gibt andere, die einen mitreißen. Und es ist wie bei einer Verabredung zum Kaffee, die man nicht einfach so absagen kann.“ Einen Nachteil gibt es aber schon: „Das Trainingsprogramm in Kursen ist oft an den Schwächsten angepasst. Das steht nach einer gewissen Zeit dem weiteren Trainingserfolg im Weg. Als Einstieg ist es aber durch den Motivationsaspekt sehr gut.“

Platz drei: Wearables

Wearables, das sind zum Beispiel die trendigen Digitaluhren, die immer öfter an Handgelenken getragen werden – auch außerhalb des Fitnessstudios. Sie erfassen unter anderem die Vitaldaten des Trägers. Etwa den Puls oder den Kalorienverbrauch. Der Träger kann außerdem seine Sportphasen notieren oder sein Essverhalten festhalten. Die Möglichkeiten kennen dabei kaum Grenzen – viele Wearables bemerkt man auch gar nicht auf den ersten Blick. So gibt es auch Computerchips, die in die Sportkleidung genäht sind – oder sogar unter der Haut des Sportlers sitzen. „Wearables sind eine gute Motivationshilfe“, sagt Balz. „Sie zeigen immer an, wie weit man von einem Ziel entfernt ist. So wird einem auch immer der eigene Gesundheitszustand vor Augen geführt.“ Aber Vorsicht: „Man sollte sich nicht nur davon steuern lassen. Denn dann verliert man das eigentliche Ziel aus den Augen: den Sport.“

Platz vier: Bodyweighttraining

Training mit dem eigenen Körpergewicht erfreut sich wachsender Beliebtheit. Erstmals ist diese Trainingsart vor fünf Jahren in den Umfrageergebnissen vorgekommen, jetzt ist sie gar nicht mehr wegzudenken. Sie liegt nicht umsonst im Trend: Vor allem Berufstätige können so ihr Training individuell gestalten. Denn es werden keinerlei Geräte benötigt – so kann in den eigenen vier Wänden trainiert werden. Aber auch in Fitnessstudios wird es immer beliebter.

Obwohl man dort mit dem ein oder anderen Hilfsmittel die Intensivität des Trainings verstärkt: „Die meisten wollen ja keine Freeletics-Profis werden. Deswegen ist relativ schnell auch der Punkt erreicht, an dem es mit dem Training nicht mehr wirklich weitergeht“, sagt Balz. Aber er sieht die Chancen beim Bodyweighttraining ähnlich wie beim Gruppentraining: „Es ist der ideale Einstieg in den Sport. Außerdem kann man es überall machen: auch nach einem langen Tag auf der Arbeit.“ Die Ausrede, dass es zu spät fürs Fitnessstudio ist, gilt deswegen also nicht.

Platz fünf: Gewichttraining

Der Klassiker ist auch wieder zurück: Gewichttraining erfreut sich erneut wachsender Beliebtheit. Kraftübungen werden nicht mehr nur begleitend ins Trainingsprogramm eingebaut: Gerade viele junge Menschen beschäftigen sich laut Forschern ausschließlich mit dem Gewichttraining. „Den Effekt von Hanteltraining verstehen viele Leute. Denn die Menschen wollen Veränderungen an ihrem Körper sehen. Zum Gewichttraining zähle ich auch das Training an geführten Geräten“, sagt Balz. „Es ist langfristig einfach sehr effektiv.“

 

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