Dossier Tihange

Neue Panne in Tihange: Reaktorblock 1 ungeplant abgeschaltet

Von: chr/mgu
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Tihange Symbol Symbolfoto: Rainer Jensen/dpa
Der abgeschaltete Reaktor 1 des Kraftwerks Tihange soll am Mittwoch wieder ans Netz gehen. Symbolfoto: Rainer Jensen/dpa

Lüttich. Im umstrittenen belgischen Atomkraftwerk Tihange ist Meiler 1 vorübergehend vom Netz genommen worden. Voraussichtlich am Donnerstag soll der Meiler in grenznähe wieder ans Netz gehen, teilte Anne-Sophie Hugé, Sprecherin des Betreibers Engie-Electrabel, am Mittwoch mit.

Am Dienstagabend sei der Meiler manuell abgeschaltet worden, weil Ingenieure einen Defekt an einer Pumpe im nuklearen Bereich des Meilers festgestellt hatten.

„Wir analysieren gerade, welche Reparaturen nötig sind“, teilte Hugé unserer Zeitung mit. Eine Gefahr bestehe nicht, die Abschaltung sei zwar ungeplant gewesen, aber kontrolliert.

Unterdessen forderten Wissenschaftler der Uni Löwen das Abschalten der wegen Tausender Haarrisse umstrittenen Meiler Tihange 2 und Doel 3 bei Antwerpen. Sie hegten massive Zweifel an der Sicherheit der Reaktoren. Städteregionsrat Helmut Etschenberg (CDU) erneuerte am Mittwoch seine Kritik am Betrieb der Meiler.

Der älteste der drei Reaktorblöcke in Tihange ist seit 1975 in Betrieb.

Immer wieder kommt es in den belgischen Kernkraftwerken zu Störungen. Block 1 in Tihange war erst im Mai abgeschaltet worden, nachdem es Probleme mit einem Wasserfilter außerhalb des nuklearen Bereichs gegeben hatte. Zuvor hatte der Block monatelang stillgelegen, weil bei Bauarbeiten ein Nebengebäude beschädigt worden war.

Belgien hat zwei Atomkraftwerke, eines mit drei Blöcken in Tihange nahe Lüttich, etwa 65 Kilometer von Aachen entfernt, und eines mit vier Blöcken in Doel nahe Antwerpen. Beide Kernkraftwerke sind mit teilweise schon mehr als 40 Jahren Laufzeit recht alt. Erst am Dienstag war über eine aktuelle Studie berichtet worden, in der Wissenschaftler der belgischen Universität Löwen die Abschaltung der Kraftwerke Tihange 2 und Doel 3 empfehlen.

Diese beiden Blöcke sind besonders umstritten, weil in ihren Reaktordruckbehältern Tausende kleine Risse entdeckt worden sind. Bürgerinitiativen und Politiker quer durch die Parteienlandschaft nicht nur in der Region fordern deshalb bereits seit Jahren die Stilllegung der beiden Kraftwerke.

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