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Plauderei über Nerven, Proben, Gloria und Winnetou

Von: Manfred Kutsch
Letzte Aktualisierung:
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Beim Gespräch im Pullmann-Quellenhof ein Herz und eine Seele: Mario Adorf und Horst Wollgarten. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Da sitzen sie am Donnerstagmittag im Pullman-Hotel Quellenhof nebeneinander, ganz eng, vertraut, die Hauptdarsteller der Festsitzung „Wider den tierischen Ernst” - und geben sich gegenseitig Tipps fürs gemeinsame Lampenfieber: Der designierte Ritter Mario Adorf und AKV-Präsident Horst Wollgarten.

„Lampenfieber kann man nicht bekämpfen, sondern nur überwinden - und dann macht man halt mal einen Fehler, auch nicht so schlimm”, rät Mario Adorf dem Moderator des närrischen Staatsaktes. Und dann therapiert Wollgarten das angespannte Nervenkonstüm des Schauspielers mit Weltruhm: „Im Saal sitzen 1500 Leute, die Sie lieben und tragen werden, da wird die Aufregung schnell verflogen sein.”

Der 78-Jährige hört aufmerksam zu. Und eines steht seit der Probe auch schon fest: „Den Vogelkäfig des AKV werde ich nicht betreten, der engt ja nur ein. Ich brauche Platz, denn meine Rede wird viele Facetten und Figuren haben”, verrät Mario Adorf, der noch keinen Kontakt zur Laudatorin Gloria hatte: „Keine Ahnung, was sie macht.” Doch sein Grundvertrauen ist der Fürstin sicher: „Schließlich kenne ich sie noch gut aus alten Punkfrisurzeiten. Wir haben uns seitdem viele Male gesehen.”

Gemeinsam mit Ehefrau Monique bereitet sich der 59. AKV-Ritter seit Mittwoch akribisch auf seinen Beitrag vor: „Ich komme überhaupt nicht dazu, zwischendurch mal in die Stadt zu gehen, ich muss noch viel lernen und arbeiten.” So zieht denn die Gattin aus Paris solo zum Citybummel und „ist von Aachen total begeistert, auch weil so viele Leute hier französisch reden”, berichtet der Ehemann.

Immerhin fühlt er sich im Pullman Quellenhof wie zu Hause: „Hier war ich ja schon etliche Male und bin wirklich sehr zufrieden.” 160 Mitarbeiter hat Hoteldirektor Olaf Offers im Einsatz, um neben den Hundertschaften bei der Ritter-Night am Freitag und am Samstag auf diversen Empfängen die 325 Übernachtungsgäste in 185 Zimmern optimal zu betreuen. Derweil plaudert Horst Wollgarten mit seinem Ritter über die neuen Wege, die der AKV geht: „Wir rücken bewusst davon ab, ausschließlich unter Politikern unsere Ritter zu suchen. Wir wollen ein wesentlich breiteres Spektrum schaffen, von der Kultur bis hin zum Sport.”

Nun gut, Adorf interessiert die verstaubte Satzung des Vereins wenig, in der „Humor im Amt” festgeschrieben steht - daran kann man ja arbeiten. Was der Schauspieler viel lieber hört, ist „der Stolz”, so Wollgarten, diesen Weltstar gewonnen zu haben.

Und dann gibt Adorf dem Präsidenten noch einen Einblick in sein Seelenleben - und damit weiteren Hintergrund zu seinem Lampenfieber: „Wissen Sie, Schauspieler - das hört sich komisch an - sind eigentlich schüchterne Menschen. Ihre Kunst besteht darin, mit ihrem Spiel die eigene Befangenheit abzulegen.” Bühnenamateur Wollgarten nickt - und erscheint innerlich froh, Wirtschaftsberater geworden zu sein. Das Steuerrecht muss man nicht auswendig lernen und gleichzeitig mimisch darstellen.

Schurke Santer

Wie gut, dass wir nahtlos zu einem anderem Thema gleiten: „Winnetous” 80. Geburtstag : „Ich war von Pierre Brice eingeladen, aber wegen Aachen musste ich absagen.”

So steht der AKV einem wichtigen Signal im Wege, zum Anlass des runden Geburtstages endlich ein Wort des Bedauerns über die Lippen zu bekommen - Winnetou und der Öffentlichkeit gegenüber: Dass der AKV-Ritter als Schurke Santer Winnetous Schwester Ntscho-tschi erschossen hat, haben ihm viele noch nicht verziehen - zumindest bis Samstagabend nicht.
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