Aachen - Im Wahlkampf kennt Rüttgers keinen Spaß

CHIO-Header

Im Wahlkampf kennt Rüttgers keinen Spaß

Von: Thorsten Karbach
Letzte Aktualisierung:
jürgenritterbild
Bürgernähe: Landesvater Jürgen Rüttgers diskutiert auf dem Markt. „Er geht auf Menschen zu”, sagt sein Sprecher Thorsten Müller. Foto: Bauer

Aachen. Jürgen Rüttgers steht Auge in Auge mit Hilde Scheidt. Er hat keine andere Wahl, denn vor der CDU-Bühne auf dem Markt steht nun einmal der Wesselmann oder besser die Wesselfrau der Grünen-OB-Kandidatin, und Ministerpräsident Rüttgers schaut ihr zwangsläufig ins Gesicht.

Und weil gute Plätze für Wahlplakate eben gefragt sind, hängt über Hilde Scheidt noch ein Schild der Piratenpartei. Also, willkommen im Aachener Kommunalwahlkampf, Herr Rüttgers.

Doch genau deswegen ist der Landesvater in Aachen, und Jürgen Rüttgers lässt keine Zweifel offen, dass der Termin an der Seite des Aachener CDU-OB-Kandidaten Marcel Philipp und des Städteregionsratskandidaten Helmut Etschenberg an diesem frühen Abend auf dem Markt Priorität hat - auch wenn ihm anschließend der Aachener Karnevalsverein (AKV) noch den Orden wider den tierischen Ernst anträgt. Denn auf seiner Bühne, 20 Quadratmeter, Seite an Seite mit dem Karlsbrunnen, erleben rund 200 Zuhörer einen kämpferischen, engagierten, ausdrucksstarken Rüttgers.

Der gut gelaunte Landesvater zeigt, dass er Philipp im Wahlkampf nicht im Regen stehen lassen will - auch wenn der im wörtlichen Sinne kurz vor der Rüttgers-Rede in den dunklen Wolken verharrt. Rüttgers spricht von den Chancen für Aachen durch den Campus, aber auch von wirtschaftlicher Vernunft und sozialer Marktwirtschaft. Die rechte Hand ist immer in Bewegung, tippt energisch auf das Rednerpult oder kreist in der Luft. Man muss kein Narr sein, um sich diese Bewegungen in der Bütt des AKV vorzustellen.

Marcel Philipp kann dies sehr gut. „Er ist jemand, der sehr pointiert witzig sein kann”, sagt er. Doch wenn es um Wahlkampf und die Chance geht, Aachen wieder für die Christdemokraten zu gewinnen, dann versteht Rüttgers keinen Spaß und verzichtet auf launige Pointen. Dafür ist der Wahlkampf zu ernst. „Heute ist Aachen, morgen Deutschland”, sagt er. Übermorgen der AKV, mag er dabei denken.

Nachmittags war Rüttgers noch in Bonn, dann Aachen, heute beginnt der 100-Stunden-Endspurt. Samstag will er wieder in Aachen sein. „Wir wollen Aachen gewinnen”, sagt er. „Dass er sich Aachen ausgesucht hat, zeigt, wie wichtig ihm die Entscheidung hier ist”, freut sich Aachens Fraktionsvorsitzender Harald Baal. Rüttgers´ gute Laune und sein Optimismus sind offensichtlich ansteckend. Philipp lächelt zufrieden, verfolgt Rüttgers´ Rede und sagt: „So kenne ich ihn. Er ist jederzeit bereit, mit Aachen und für Aachen zu begeistern.”

Wohl auch in Sachen Karneval, auch wenn es dort um Quoten statt Stimmen geht. Rüttgers deutliche Worte kommen jedenfalls an. Es gibt zwar weder Tusch noch Orden, dafür begeisterten Applaus. Dann muss Rüttgers weiter, der AKV wartet. „Ich weiß nicht, wovon Sie reden”, sagt der „MP” auf die Frage nach dem närrischen Anschlusstermin, grinst schelmisch. Den Antrag des AKV nimmt er aber an.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert